Macron reagiert auf Nizza-Terror

Nizza: Frau mit Messer in Kirche enthauptet - drei Personen wieder auf freiem Fuß

In Nizza hat ein Mann mit einem Messer Passanten in einer Kirche angegriffen. Es gibt drei Tote und sechs Verletzte. Frankreich ist erschüttert.

  • In der französischen Küstenstadt Nizza kam es laut Präsident Emmanuel Macron zu einem „islamistischen Terroranschlag“.
  • Bei der Messerattacke in einer Kirche sind drei Menschen getötet worden.
  • Mittlerweile hat die Polizei drei Verdächtige in Gewahrsam genommen, um ihre Rolle bei der Tat zu klären.

Update vom 1. November, 22.25 Uhr: Nach den tödlichen Messerangriffen in einer Kirche in Nizza sind drei Personen freigelassen worden. Dabei handelt es sich um einen 47 Jahre alten Mann, der bereits am Donnerstag nach dem islamistisch motivierten Angriff in der südfranzösischen Stadt gestellt wurde, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Berufung auf Justizkreise. Freigelassen wurden ebenfalls die am Freitag in Gewahrsam genommenen Männer im Alter von 35 und 33 Jahren. Bei dem Angriff wurden ein Küster und zwei Frauen getötet.

Wie die Agentur weiter berichtete, befinden sich noch ein 29 Jahre alter Tunesier in Polizeigewahrsam, der am Samstag in Grasse, rund 25 Kilometer von Nizza entfernt, gestellt wurde. Er soll zusammen mit dem 21 Jahre alten Täter, ebenfalls tunesischer Herkunft, in die EU eingereist sein.

Der Täter, der bei dem Anschlag von Sicherheitskräften angeschossen wurde, ist mit anderen Migranten über die italienische Insel Lampedusa nach Frankreich gekommen. Er befindet sich im Krankenhaus und kann aufgrund seines Gesundheitszustands nicht verhört werden. Ebenfalls in Polizeigewahrsam befinden sich noch zwei Männer, die die Sicherheitskräfte in der Wohnung des 29 Jahre alten Verdächtigen gefasst haben.

Update vom 31. Oktober, 19.15 Uhr: Nun soll auch der vierte mutmaßliche Komplize des mutmaßlichen Attentäters von Nizza festgenommen worden sein - ein 29-jähriger tunesischer Staatsangehöriger, der in Verdacht steht, mit dem mutmaßlichen Täter in Verbindung gestanden zu sein. Er sei am Samstagnachmittag in der südfranzösischen Stadt Grasse festgenommen worden, hieß es aus Justizkreisen.

Brahim Issaoui, der Hauptverdächtige, liegt weiter schwer verletzt im Krankenhaus und konnte noch nicht vernommen werden. Er wurde bei seiner Festnahme von der Polizei angeschossen.

Nach dem Messerangriff in Nizza: Schüsse auf einen Priester in Lyon - wieder Terror?

Update vom 31. Oktober, 17.39 Uhr: Frankreich kommt weiter nicht zur Ruhe. Am Samstagabend soll in Lyon ein orthodoxer Priester angeschossen worden sein. Der Mann war offenbar gerade dabei, die Kirche abzusperren, als der Täter oder die Täterin mehrere Schüsse auf ihn abfeuerte. Die Person soll flüchtig sein. Der Zustand des Priesters sei ernst - alle weiteren Informationen zu dem Vorfall in Lyon finden Sie hier.

Messerangriff in Nizza: Tunesische Behörden ermitteln und nehmen einen Mann fest

Update vom 31. Oktober, 13.01 Uhr: Auch in Tunesien, dem Herkunftsland des mutmaßlichen Angreifern von Nizza, laufen die Ermittlungen. Tunesische Sicherheitskräfte haben einen Mann festgenommen, der sich im Namen einer bislang unbekannten Gruppe zu dem Messerangriff in Nizza bekannt hatte. Wahrscheinlich gebe es noch eine zweite Person, die ihm bei der Aufnahme des vorgeblichen Bekennervideos geholfen habe, sagte ein Justizsprecher am Samstag.

Das Video war nach dem Angriff in den Sozialen Medien aufgetaucht. Darin reklamierte ein Mann die Tat für eine Gruppe mit dem Namen „Ansar al-Mahdi in Tunesien und im Mahgreb“. Die Justizbehörden meldeten jedoch Zweifel an, dass eine derartige Gruppe überhaupt existiert. Bisher sei sie noch nicht in Erscheinung getreten.

Video: Die Familie des Attentäters von Nizza beschreibt einen Einzelgänger

Messerangriff in Nizza: Mehrere Verdächtige in Polizeigewahrsam

Update vom 31. Oktober, 11.13 Uhr: Nun ist noch ein dritter Verdächtiger in Gewahrsam der Polizei, berichtet AFP und beruft sich auf französische Justizkreise. Demnach habe sich ein 33-Jähriger am Freitagabend während der Durchsuchung bei einem weiteren Verdächtigen in dessen Wohnung aufgehalten. „Wir versuchen, seine Rolle in dem Ganzen zu klären“, heißt es.

Update vom 31. Oktober, 8.46 Uhr: Mittlerweile hat die Polizei in Frankreich nach der Messerattacke in der Basilika Notre-Dame in Nizza einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Der 35-Jährige hatte möglicherweise Verbindungen zu dem tatverdächtigen Angreifer. Er soll demnach am Tag vor dem Anschlag mit dem mutmaßlichen Täter in Kontakt gewesen zu sein, schreibt AFP. Der 21-jährige Tunesier hatte sich nach Angaben seiner Familie in den vergangenen zwei Jahren zunehmend isoliert und war religiös geworden.

Am Freitag hatten Ermittler bereits die Festnahme eines 47-Jährigen bekanntgegeben, der ebenfalls verdächtigt wurde, kurz vor der Tat mit dem Angreifer in Kontakt gestanden zu haben (siehe Update vom30. Oktober, 10.01 Uhr). Nach Angaben aus Ermittlerkreisen konnte ihm jedoch keine Verbindung zu dem Anschlag nachgewiesen werden.

Nach dem Terroranschlag in Nizza: Demonstrationen gegen Emmanuel Macron

Update vom 30. Oktober, 19.21 Uhr: In einigen muslimisch geprägten Ländern gab es am Freitag Demonstrationen gegen das französische Staatsoberhaupt Emmanuel Macron. So wurden in Bangladeshs Hauptstadt Dhaka Bilder des französischen Präsidenten verbrannt. In Beirut (Libanon) kam es zu Zusammenstößen von Demonstranten mit Sicherheitskräften, ebenso in Ost-Jerusalem.

Derweil nahmen Vertreter der EU, sowie die Justizminister Deutschlands, Spaniens, Italiens, der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs an Beratungen zur Terrorismusbekämpfung teil - auf Einladung Frankreichs. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kündigte danach eine Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung und einen Ausbau der europäischen Ermittlungsinstrumente an.

Nach dem Terroranschlag in Nizza: Französischer Innenminister sieht sein Land im „Krieg“

Update vom 30. Oktober, 13.19 Uhr: Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sieht sein Land im „Krieg gegen die islamistische Ideologie“, wie er dem Sender RTL sagte. „Der Islamismus ist eine Form des Faschismus im 21. Jahrhundert“, erklärte Darmanin nach dem Anschlag in Nizza mit drei Toten*. Der mutmaßliche Täter sei weder der Polizei in Frankreich noch in anderen europäischen Ländern bekannt gewesen.

Auf Twitter schreibt der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi: „Dieses Mal können wir es uns nicht länger leisten, über die Einheit der Nation und den Willen zum Handeln zu sprechen. Wir brauchen Maßnahmen, sofortige Maßnahmen.“ Er und andere Vertreter der konservativen Republikaner forderten schärfere Flüchtlingskontrollen und eine landesweite Nutzung der elektronischen Gesichtserkennung. Nizza hat laut der Nachrichtenagentur AFP unter dem derzeitigen Bürgermeister 3800 Überwachungskameras aufgestellt.

Blumen, Botschaften und Kerzen liegen vor der Kirche Notre-Dame in der südfranzösischen Küstenstadt Nizza.

Nizza: Welche Gefahr durch islamistischen Terrorismus besteht in Deutschland?

Update vom 30. Oktober, 10.01 Uhr: Islamistisch motivierte Angriffe können auch in Deutschland geschehen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU*) sieht nach der Messerattacke im französischen Nizza für Deutschland eine weiter anhaltende Bedrohung. „Auch in Deutschland besteht die Gefahr durch den islamistischen Terrorismus unverändert fort - das hat uns erst kürzlich der Mord von Dresden auf schmerzliche Weise wieder vor Augen geführt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Mitte Oktober forderte die AfD-Fraktion im Bundestag eine Auskunft des Bundesinnenministeriums über sogenannte Gefährder an. Sie liegt der dpa vor. Daraus geht hervor, dass die Polizei zu diesem Zeitpunkt 91 islamistische Rückkehrer aus Syrien oder dem Irak dieser Gruppe zuordnete. Als „Gefährder“ bezeichnen die Sicherheitsbehörden Menschen, denen sie schwerste politisch motivierte Gewalttaten bis hin zum Terroranschlag zutrauen. Insgesamt weiß das Bundeskriminalamt von 355 islamistischen Kämpfern, die seit 2012 aus Syrien oder dem Irak nach Deutschland zurückgekehrt sind.

Mittlerweile haben die Ermittler in Frankreich einen 47-jährigen Mann festgenommen. Er soll am Vorabend des Messerangriffs Kontakt mit dem mutmaßlichen Täter gehabt haben, bestätigten Justizkreise der dpa am Freitag. Wie ntv berichtet, wird er von der Polizei verhört, um mehr über Hintergründe der Tat herausfinden. Der mutmaßliche Angreifer soll ein 21-jähriger Tunesier sein (siehe Update vom 30. Oktober, 6.17 Uhr).

Messer-Attacke in Nizza: Einzelheiten über den Tatverdächtigen

Update vom 30. Oktober, 6.17 Uhr: Nach der Messer-Attacke in einer Kirche in Nizza mit drei Toten wollten die Anti-Terror-Ermittler herausfinden, ob der Tatverdächtige möglicherweise von Komplizen unterstützt wurde. Sie wollen auch genauer wissen, wie der Mann, der aus Tunesien stammen soll, nach Südfrankreich kam. Der von Polizisten schwer verletzte Terrorverdächtige kam in ein Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr, wie Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard am Donnerstagabend berichtete.

Am Freitagvormittag will Präsident Emmanuel Macron bei einem nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat über das weitere Vorgehen beraten. Der 42-Jährige hatte am Tatort von einem „islamistischen Terroranschlag“ gesprochen und den Katholiken Unterstützung zugesichert.

Anschlag in Nizza: Angreifer trug Dokument des italienischen Roten Kreuzes bei sich

Der Angreifer habe ein Dokument des Italienischen Roten Kreuzes bei sich getragen, das auf einen 1999 geborenen tunesischen Staatsbürger ausgestellt gewesen sei. Er sei im September über die italienische Insel Lampedusa eingereist, sagte Ricard weiter. Am 9. Oktober sei er dann im süditalienischen Bari gewesen.

Italiens Behörden waren eigenen Angaben zufolge von Tunesien nicht vor dem Mann gewarnt worden. Aus dem Innenministerium in Rom verlautete, dass der Angreifer als ein 21-jähriger Tunesier identifiziert worden sei. Der Mann sei illegal auf Lampedusa angekommen. Nach italienischen Agenturberichten war er mit anderen Bootsmigranten dort an Land gegangen und im Oktober nach Bari gebracht worden. Dort soll er abgetaucht sein. Aus Quellen im Innenministerium in Rom hieß es nur, dem Tunesier sei am 9. Oktober ein Ablehnungsdekret für einen Verbleib geschickt worden. Er sei aufgefordert worden, Italien innerhalb von sieben Tagen zu verlassen.

Attacke in Nizza (Frankreich) mit drei Toten löst große Anteilnahme aus

Die Attacke in Nizza löste weltweit große Anteilnahme aus. Ganz Europa sei solidarisch mit dem Land, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Tat als einen „Akt abscheulicher Gewalt“ und betonte: „Der Gewalt und den islamistischen Motiven, die offenbar hinter ihr stehen, müssen wir mit aller Entschiedenheit entgegentreten.“ Auch der russische Präsident Wladimir Putin brachte sein „tiefes Mitgefühl“ zum Ausdruck. Papst Franziskus bekundete seine Nähe und sein Mitgefühl mit den Trauernden. UN-Generalsekretär António Guterres nannte die Attacke „abscheulich“. US-Präsident Trump schrieb auf Twitter, die USA stünden Frankreich „in diesem Kampf“ zur Seite.

Nizza: Messer-Attacke in Kirche erschüttert Frankreich - Frau enthauptet - Grausige neue Details bekanntgegeben

Update vom 29. Oktober, 21.59 Uhr: Bei der tödlichen Messerattacke in Nizza hat der Angreifer die Opfer massiv an der Kehle verletzt. Einer 60-jährigen Frau sei tief die Kehle durchgeschnitten worden, sagte Antiterror-Staatsanwalt Jean-François Ricard am Donnerstagabend in Nizza. Er sprach von einer Art Enthauptung. Auch der getötete Küster wurde schwer an der Kehle verletzt. Ein drittes schwer verletztes Opfer sei noch geflüchtet. Die 44-Jährige sei dann außerhalb der Kirche ihren Verletzungen erlegen.

Der Angreifer habe gegen halb neun Uhr morgens die Kirche im Zentrum von Nizza betreten und sich dort dann etwa eine halbe Stunde aufgehalten und die Opfer angegriffen. Gegen neun Uhr habe die Polizei eingegriffen, den mutmaßlichen Angreifer verletzt und festgenommen. „Die Beamten haben zweifellos ein noch dramatischeres Ergebnis vermieden“, sagte Ricard. Der Angreifer sei schwer verletzt und schwebe in Lebensgefahr.

Die Einsatzkräfte hätten einen Koran und Telefone gefunden. Außerdem habe man in der Nähe des Angreifers die Mordwaffe, ein rund 17 Zentimeter langes Messer, entdeckt. Ebenfalls seien zwei unbenutzte Messer gefunden worden, so Ricard. Der Angreifer habe ein Dokument des Italienischen Roten Kreuzes bei sich getragen, das auf einen 1999 geborenen tunesischen Staatsbürger ausgestellt gewesen sei. Er sei im September über die italienische Insel Lampedusa eingereist, so Ricard weiter.

Attentat in Nizza: Politiker weltweit zeigen sich bestürzt - und verurteilen Gewalttat „auf das Schärfste“

Update vom 29. Oktober, 19.06 Uhr: Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich „schockiert“ über den Anschlag in Nizza gezeigt und die Gewalttat „auf das Schärfste“ verurteilt. Der Anschlag sei auch „ein Angriff auf unsere gemeinsamen Werte“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Donnerstagabend durch EU-Ratspräsident Charles Michel veröffentlicht wurde. Die EU-Regierungen stünden „geeint und fest“ in ihrer Solidarität mit Frankreich und im „gemeinsamen und fortgesetzten Kampf gegen Terrorismus und gewaltsamen Extremismus“, hieß es weiter. Gleichzeitig riefen die EU-Vertreter Staats- und Regierungschefs weltweit auf, „sich für Dialog und Verständigung zwischen den Gemeinschaften und Religionen einzusetzen anstatt für Spaltung“.

Auch US-Präsident Donald Trump sicherte Frankreich nach der tödlichen Messerattacke die Solidarität seines Landes zu. „Wir sind mit unseren Herzen bei den Menschen in Frankreich“, schrieb Trump am Donnerstag im Online-Dienst Twitter. Die USA stünden „an der Seite unseres ältesten Verbündeten in diesem Kampf“. „Diese radikalislamischen Terrorangriffe müssen sofort aufhören“, fügte Trump hinzu. Weder Frankreich noch irgendein anderes Land könne diese länger hinnehmen. Auch UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den „abscheulichen Angriff“ in Nizza auf das Schärfste. Die Vereinten Nationen stünden solidarisch an der Seite Frankreichs.

Update vom 29. Oktober, 17.35 Uhr: Bei dem mutmaßlichen Angreifer von Nizza handelt es sich nach dpa-Informationen um einen Mann, der 1999 in Tunesien geboren ist. Der konservative französische Abgeordnete aus dem Département Alpes-Maritimes, in dem auch Nizza liegt, Éric Ciotti, machte am Donnerstag weitere Angaben: So sei der mutmaßliche Täter über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa eingereist, schrieb er bei Twitter.

Auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Mann auf Lampedusa mit anderen Migranten in die EU eingereist und auf der Insel registriert worden sei. Die Ermittler haben sich bisher noch nicht zum Täter und zum Ablauf der Tat geäußert.

Anschlag in Nizza: Präsident Macron verurteilt „islamistischen Terroranschlag“ scharf

Update vom 29. Oktober, 16.05 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron ist in Nizza, dem Ort der Messerattacke vom Donnerstagmorgen, eingetroffen und hat zur Einheit aller aufgerufen. „Wir müssen uns hinter der Nation vereinen, wir dürfen nicht zurückweichen“, sagte Macron. Er verurteilte den „islamistischen Terroranschlag“ scharf. Ihm sei bewusst, dass es solche Terroraktionen weiter geben werde, deshalb möchte Macron eine Botschaft der Stärke, Entschlossenheit und Einheit senden.

Er kündigte an, Soldaten in den kommenden Stunden stärker zu mobilisieren. Das heißt konkret, dass der seit längerem laufende inländische Anti-Terroreinsatz von 3000 auf 7000 Soldaten aufgestockt werden soll. Vor allem Kirchen und andere Orte der Religionsausübung sollen beschützt werden, aber auch Schulen. Am Freitag werde es eine Sitzung des Verteidigungsrats geben, in der neue Maßnahmen beschlossen werden sollen. Der Generalstaatsanwalt werde in den nächsten Stunden über die Messerattacke in einer Kirche in Nizza aufklären und auch mitteilen, wer der Täter war.

Präsident Emmanuel Macron (Mitte) spricht nach einer Messerattacke in der Kirche Notre-Dame in der südfranzösischen Küstenstadt Nizza mit Polizeibeamten.

In der Zwischenzeit hat auch die Türkei die Tat als „grausamen Angriff“ verurteilt. Das Außenministerium sagte, der Anschlag widerspreche allen „religiösen, menschlichen oder moralischen Werten“. Erst vor wenigen Tagen hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zum Boykott französischer Waren aufgerufen und Macron beschuldigt, eine „Hasskampagne“ gegen den Islam zu führen.

Messerattacke in Nizza: Solidaritätsbotschaften aus der Welt gehen nach Frankreich

Update vom 29. Oktober, 14.16 Uhr: In Frankreich gilt nun die höchste Terror-Warnstufe, das heißt die Regierung kann außergewöhnliche Ressourcen im Kampf gegen den Terror mobilisieren. Ziel sei ein verbesserter Schutz vor einer unmittelbar bevorstehenden Bedrohung durch Terror, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Nach der Tat, bei der ein Mann drei Menschen in Nizza getötet hat, übernahm die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben. Entgegen erster Gerüchte hat der Täter laut der französischen Zeitung Nice Matin allein gehandelt.

Aus vielen Ländern trafen Solidaritätsbotschaften in Frankreich ein. Kanzlerin Angela Merkel* zeigte sich „tief erschüttert über die grausamen Morde“ in der Basilika Notre-Dame. „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Ermordeten und bei den Verletzten“, erklärte Merkel nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert auf Twitter. Auch Spanien, Italien und die Niederlande verurteilten die Tat und sicherten Paris Beistand zu.

Anschlag in Nizza: Höchste Terror-Warnstufe in Frankreich

Update vom 29. Oktober, 13.33 Uhr: Höchste Terror-Warnstufe in Frankreich: Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag von Nizza mit drei Toten hat Frankreich landesweit die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Das teilte Regierungschef Jean Castex am Donnerstag in Paris mit. Castex verurteilte die „ebenso feige wie barbarische Tat, die das ganze Land in Trauer versetzt“. Am Freitag will die Regierung nach Angaben des Premiers in einer Krisensitzung über die Lage beraten.

Neben der Tat in Nizza mit drei Toten hat die Polizei im südfranzösischen Avignon einen mutmaßlichen Angreifer getötet, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll (siehe Update vom 29. Oktober, 12.55 Uhr). Außerdem hat ein Mann am französischen Konsulat in Dschidda in Saudi-Arabien einen Wachmann angegriffen und leicht verletzt. Der Täter sei festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Donnerstag.

Messerattacke in Nizza: Präsident Emmanuel Macron wird in der französischen Stadt erwartet

Update vom 29. Oktober, 12.55 Uhr: Ein erneuter Messerangriff in Nizza schockiert Frankreich: Wie die Polizei laut der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, hat ein mutmaßlicher Islamist drei Menschen mit einem Messer getötet, mindestens einem Opfer wurde die Kehle durchgeschnitten. Eine Frau und ein Mann sollen in der Basilika Notre-Dame gestorben sein. Das dritte Opfer habe zunächst in eine Bar fliehen können, sei dann aber an seinen Verletzungen erlegen. In den nächsten Stunden wird der französische Staatspräsident Emmanuel Macron in Nizza erwartet.

Kurz nach der Tat hat die Polizei im südfranzösischen Avignon einen mutmaßlichen Angreifer getötet, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll. Derzeit gebe es keine Hinweise auf einen Terrorhintergrund, berichten Polizeikreise laut der Deutschen Presse-Agentur.

Nizza: Drei Tote nach Messerattacke in Kirche Basilika Notre-Dame

Update vom 29. Oktober, 11.56 Uhr: Bei einem Anschlag in der Basilika Notre Dame in Nizza sind am Donnerstagvormittag nach aktuellen Informationen drei Personen ums Leben bekommen. Zudem soll es sechs Verletzte geben. Das bestätigten Polizeikreise der Deutschen Presse-Agentur in Paris am Donnerstag. Der Tatverdächtige ist nach Angeben des Bürgermeisters von Nizza, Christian Estrosi, festgenommen worden. Die Polizei habe ihn mit Kugeln verletzt. Nach Informationen der französischen Zeitung Nice Matin werde derzeit nach möglichen Komplizen gesucht.

Die Basilika Notre-Dame ist eine bekannte Sehenswürdigkeit in Nizza und liegt im Stadtzentrum der Stadt. Eines Tweets des Bürgermeisters zufolge habe dieser bereits mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron telefoniert.

Der Präsident des Europaparlaments David Sassoli rief zur Geschlossenheit auf. „Wir haben die Pflicht, gemeinsam gegen Gewalt und gegen diejenigen zu stehen, die Hass anstacheln und verbreiten“, schrieb der Italiener am Donnerstag auf Twitter.

Polizisten der Eliteeinheit Raid treffen ein, um die Kirche Notre-Dame in Nizza nach einem Messerangriff zu durchsuchen.

Nizza-Attacke: Innenminister leitet umgehende Krisensitzung nach Messerattacke ein

Erstmeldung vom 29. Oktober, 10.25 Uhr: Nizza - Bei einer Messerattacke in der südfranzösischen Küstenstadt Nizza hat es Medienberichten zufolge mindestens einen Toten und mehrere Verletzte gegeben. Der Vorfall soll sich in der Nähe der Kirche Notre-Dame ereignet haben. Das berichtete der Nachrichtensender BFMTV am Donnerstag. Die Polizei riet, den Bereich zu meiden.

Der französische Innenminister Gérald Darmanin bestätigte einen Polizeieinsatz in der Innenstadt von Nizza auf Twitter. Er riet, die Umgebung zu meiden und schrieb zudem, er leite eine umgehende Krisensitzung im Innenministerium ein. Er hatte in den vergangenen Wochen, nach der Enthauptung eines Lehrers in Paris, mehrfach vor einer hohen Terrorgefahr gewarnt.

Nizza-Anschlag: Bürgermeister Christian Estrosi spricht von Terror

Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, teilte auf Twitter mit, dass ein Tatverdächtiger festgenommen worden sei. Nach Ansicht des Bürgermeisters deutet vieles auf eine terroristisch motivierte Attacke hin. In einem weiteren Tweet berichtete Estrosi von drei Opfern. Zwei davon seien in der Kathedrale ums Leben gekommen. In einem Interview mit dem Nachrichtensender Franceinfo erklärte Estrosi, der Angreifer habe mehrmals „Allahu Akbar“ gerufen.

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben, bestätigte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft gegenüber der dpa.

Die französische Zeitung Nice Matin berichtet, dass ein Opfer enthauptet worden sei. Zudem sollen sieben bis acht Schüsse zu hören gewesen sein. Vor 13 Tagen wurde in Paris ein Lehrer enthauptet. Dabei handelte es sich um einen terroristischen Angriff. (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © AFP

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