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Donald Trump: Wutanfall in der Limousine - wie reagiert der Secret Service?

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Von: Helena Gries, Daniel Dillmann

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Donald Trump soll Mitarbeiter des Secret Service angeschrien und attackiert haben. Das sagt Cassidy Hutchinson. Doch was sagt die Behörde? Der Newsticker.

+++ 18.51 Uhr: Hat Donald Trump nun in das Lenkrad seiner Präsidentenlimousine gegriffen oder nicht? Wie mehrere US-Medien berichten, bestreiten die Agenten des Secret Service die Geschehnisse, wie sie Cassidy Hutchinson sie vor dem Ausschus zum Sturm aufs Kapitol beschrieben hatte.

Doch auf die Aussage der Secret Service Agenten solle man nicht so viel geben, sagte Carol Leonnig, Korrespondentin der Washington Post, im Gespräch mit dem Sender MSNBC. Es handele sich um Beamte, die Donald Trump sehr nahestehen würden, und die sie als „Ja-Sager“ bezeichnent würde, so Leonnig.

+++ 15.55 Uhr: Liz Cheney fordert Donald Trumps Anwalt zur Aussage unter Eid. Via Twitter wandte sich die Abgeordnete der Republikanischen Partei an Pat Cippollone. Laut Cassidy Hutchinson hatte Trumps Rechtsbeistand am Tag des 6. Januar seine Bedenken über den Aufstand vor dem Kapitol geäußert. Alle Bedenken, die er in Bezug [...] hat, werden durch die Notwendigkeit seiner Aussage überwogen“, so Cheney.

Donald Trump und der Secret Service: Behörde bereitet Stellungnahme vor

+++ 15.05 Uhr: Bislang hat sich der Secret Service noch nicht zu dem Vorfall mit Donald Trump und seinem Fahrer geäußert, den Cassidy Hutchinson in ihrer Aussage beschrieben hatte. Doch laut mehreren Quellen bereitet die Behörde aktuell eine Stellungnahme vor. Das berichten die Nachrichtensender ABC und NBC.

Demnach würden sich sowohl Bobby Engel, Leiter des Personenschutzes von Donald Trump, als auch der Fahrer der Limousine auf eine Aussage unter Eid vorbereiten. Beide würden den von Cassidy Hutchinson beschriebenen Vorfall aber bestreiten. „Keiner von beiden sei attackiert worden und Mr. Trump habe auch nicht nach dem Lenkrad gegriffen“, schreibt Peter Alexander, Chefreporter von NBC im Weißen Haus.

Donald Trump attackiert Fahrer - selbst Fox News ist verblüfft

+++ 14.00 Uhr: Die Aussagen von Cassidy Hutchinson, einer ehemaligen Praktikantin im Weißen Haus, im Prozess um den Kapitol-Sturm sorgen für unterschiedliche Reaktionen. Während der ehemalige US-Präsident Donald Trump auf seiner Social Media-Plattform Truth Social gegen Hutchinson hetzte, zeigte sich ein Kommentator bei Fox News sehr verblüfft. Bret Pair ordnet für den konservativen Sender oftmals das politische Geschehen ein.

Cassidy Hutchinson, ehemalige Mitarbeiterin von Donald Trumps Stabschef Mark Meadows, sagt vor dem Ausschus zum Sturm aufs Kapitol aus.
Cassidy Hutchinson, ehemalige Mitarbeiterin von Donald Trumps Stabschef Mark Meadows, sagt vor dem Ausschus zum Sturm aufs Kapitol aus. © Bonnie Cash/imago

Bair bezeichnete die Aussagen als „überzeugend“ und „verblüffend“. Mit Blick auf Trump sagte Bair: „Cassidy Hutchinson steht unter Eid auf dem Capitol Hill. Der Präsident hängt bei Truth Social und macht seine Statements.“ Wegen Hutchinsons Nähe zur Macht seien ihre Aussagen „sehr, sehr kraftvoll“.

Donald Trump schwer belastet: Cassiy Hutchinson berichtet von Streit in Limousine

Erstmeldung vom Mittwoch, 29. Juni, 08.00 Uhr: Washington D.C. – Neuen Aussagen vor dem Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Erstürmung in Washington zufolge soll der ehemalige US-Präsident Donald Trump nach Angaben einer Zeugin damals versucht haben, dem Fahrer seiner Präsidenten-Limousine das Lenkrad zu entreißen und zu seinen Anhängern zum Kapitol zu fahren.

Nach einer Rede vor seinen Anhängern sei Trump in seinen Wagen gestiegen, sagte Cassidy Hutchinson am Dienstag (28. Juni) vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Washington. Dem Präsidenten sei gesagt worden, dass er sich nun nicht seinen Anhängern anschließen könne, die sich zum Sturm auf das Kapitol versammelt hatten.

Kapitol-Sturm in Washington: Ehemalige enge Mitarbeiterin von Donald Trump macht belastende Aussage

Daraufhin habe Trump zu seinem Fahrer gesagt: „Ich bin der verdammte Präsident - fahren Sie mich sofort zum Kapitol.“ Hutchinson, die sich bei ihrer Aussage auf Berichte eines anderen Regierungsbeamten berief, gehörte zum inneren Zirkel im Weißen Haus und war Assistentin von Trumps Stabschef Mark Meadows.

Nach ihren Schilderungen äußerte der Rechtsvertreter des Weißen Hauses, Pat Cipollone, in dieser Situation erhebliche rechtliche Bedenken, sollte sich Trump dem Marsch seiner Anhänger auf das Kapitol anschließen. „Uns wird jedes erdenkliche Verbrechen vorgeworfen werden, wenn das passiert“, zitierte Hutchinson den Berater.

Donald Trump sollen Gewaltakte des Kapitol-Sturms in Washington vorher bewusst gewesen sein

Sie berichtete zudem, Trump und seinen Gefolgsleuten sei vor dem 6. Januar 2021 klar gewesen, dass es zu Gewalt kommen könne - damit widersprach sie der Darstellung des Trump-Lagers, der Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol sei spontan gewesen und die scheidende Regierung habe damit nichts zu tun gehabt. Vielmehr sagte Trump laut Hutchinson vier Tage vor den Ereignissen: „Die Dinge können richtig, richtig schlimm werden am 6. Januar.“

Trump hatte nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl im November 2020 alle Hebel in Bewegung gesetzt, um an der Macht zu bleiben. Er und sein Umfeld verbreiteten unter anderem durch nichts belegte Wahlbetrugsvorwürfe. Trauriger Tiefpunkt der Kampagne war der Sturm hunderter radikaler Trump-Anhänger auf das Kapitol, als dort der Wahlsieg von Joe Biden zertifiziert werden sollte. Die Ausschreitungen mit fünf Toten sorgten weltweit für Entsetzen. Der Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Erstürmung hält derzeit eine Reihe öffentlicher Anhörungen ab, um die damaligen Vorgänge aufzudecken. (hg/AFP)

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