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Jimmy Schulz aus Hohenbrunn

FDP-Politiker macht fatale Krebserkrankung öffentlich: „Ich habe mit dem Leben abgeschlossen“

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Inzwischen hat er die Prognose seiner Ärzte um ein Jahr überlebt: Jimmy Schulz (FDP) Mitte Juni 2019.

Jimmy Schulz ist Bundestagsabgeordneter der FDP aus dem Landkreis München und hat Krebs im Endstadium. In einem emotionalen, offenen Interview offenbart er seine Krankheit.

Hohenbrunn - „Mir geht es gut“, lautet der erste Satz von Jimmy Schulz aus Riemerling bei Hohenbrunn in einem großen Interview im aktuellen Spiegel (Plusinhalt). Schulz findet seine gute Laune selbst erstaunlich. Ist sie auch. Denn seine Krebserkrankung ist weit fortgeschritten, wie er im Spiegel-Interview detailliert schildert. 

Jimmy Schulz aus dem Landkreis München offenbart Krebserkrankung

Kurz nach der Bundestagswahl wurde bei Schulz Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Die Heilungschancen liegen bei diesem aggressiven Krebs bei zwei Prozent. „Zu diesen zwei Prozent gehöre ich nicht“, sagt Schulz. Trotzdem zeigten sich seine Ärzte vor der OP im Februar 2018 zuversichtlich. 

Danach sah alles ganz anders aus. In einer Acht-Stunden-OP entfernten sie ihm komplett Bauchspeicheldrüse, Magen, Milz und Gallenblase. Damit, so die Hoffnung, wäre zumindest der Krebs aus dem Körper entfernt. Im Juli wurden Metastasen in der Leber entdeckt.

Warum der Hohenbrunner noch lebt? „50 Prozent Schulmedizin, 50 Prozent eiserner Wille“

Weihnachten werde er nicht mehr erleben, prognostizierten die Ärzte damals. Doch Schulz lebt noch. „50 Prozent sind Schulmedizin und 50 Prozent eiserner Wille“, sagt er dem Spiegel (Plusinhalt). Wie verarbeitete er die Diagnose? „Da sortiert man sein Leben, schreibt Tagebuch, schreibt ein Testament, eine Patientenverfügung. Ich habe alle Verwandten noch mal eingeladen, die besten Freunde. Ich lag ja im Krankenhaus. Ich habe viel Zeit mit Nachdenken verbracht. Und ich habe mit dem Leben abgeschlossen.“

Schulz wog mal 90 Kilo, inzwischen ist er bei 48 Kilo angelangt. Bei seinen wenigen, weil wegen Ansteckungsgefahr riskanten, Besuchen des Bundestags erkennen ihn die eigenen Fraktionskollegen nicht mehr.

Von Selbstmitleid will der FDP-Politiker aus dem Landkreis München trotzdem nichts wissen. Das bringe nichts. Auch Angst hat er keine vor dem Tod, sagt er, obwohl er auch nicht an ein Leben danach glaube. „Das ist für mich in Ordnung, dass ich sterbe.“

Jimmy Schulz arbeitet immer noch täglich rund vier Stunden, sagt er. Seinen Vorsitz im Ausschuss Digitale Agenda hat er behalten. Bei FDP-Fraktionssitzungen lässt er sich per Video-Konferenz zuschalten. 

Schulz hätte noch einiges vor, bis es zu Ende geht. Er schreibt an einem Buch, will für das Recht auf Verschlüsselung weiter im Bundestag kämpfen, nochmal Segeln gehen und „mit meinen Kindern ganz tolle Sachen machen“.

Wie viel Zeit ihm dafür noch bleiben wird, vermag niemand zu sagen.

Großer Porträt über Jimmy Schulz von 2017

Zur Bundestagwahl 2017 besuchte Merkur.de* Jimmy Schulz in seinem Reihenhaus in Hohenbrunn. Schulz hatte vier harte Jahre in der außerparlamentarischen Opposition hinter sich, obwohl er beim FDP-Fiasko 2013 das beste Ergebnis für seine Partei in ganz Deutschland holte. Schulz sprach mit Merkur.de* über seine Familie, seine Niederlagen und wie er immer wieder aufgestanden ist.

Bereits im Mai wurde die politische Szene von einer Schocknachricht aus München erschüttert: Der Sprecher der Freien Wähler war völlig überraschend gestorben (Merkur.de*).

Auch in England wurde ein Mann von einer Schock-Diagnose überrascht. Eigentlich sagte man ihm, es handele sich lediglich um einen Insektenbiss. Dann musste ihm das Bein amputiert werden

Ein Landtagsabgeordneter der Freien Wähler in Bayern hat einen Shitstorm ausgelöst: Grund dafür war ein Post auf seiner Facebook-Seite - den er im Nachhinein als „Satire“ rechtfertigt, wie Merkur.de* berichtet.

kmm

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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