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Merkel: Applaus für Liebe zu Amerika   

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Jugendpläne: Angela Merkel wollte eigentlich erst als Rentnerin nach Amerika Reisen.

Washington - In Amerika wurde Kanzlerin Angela Merkel mit dem Eric-M.-Warburg-Preis von der “Atlantik-Brücke„ ausgezeichnet. Danach erntete ihre Rede großen Beifall.    

Merkel hielt dabei nicht nur die fundamentalen Werte hoch, die die Kulturen diesseits und jenseits des Großen Teichs verbinden, sondern verriet auch: “Meine Lebensplanung sah ganz anders aus.“ Kein Wunder für jemand, der sich, eingemauert in der DDR , über seine Zukunft Gedanken macht. “Wenn ich in Rente bin“, begann sie ganz ohne Hintergedanken etwa an die bevorstehende Bundestagswahl, “reise ich in die Bundesrepublik.“

 Nur Rentner durften das damals ohne große Schwierigkeiten. In Westdeutschland angekommen, wollte die in Hamburg Geborene “meinen DDR -Personalausweis gegen einen ordentlichen Reisepass austauschen und dann sofort nach Amerika reisen“.

Das brachte ihr großen Beifall aus dem deutsch-amerikanischen Publikum im ehrwürdigen Coolidge-Auditorium ein, einem klassischen, schmucklosen Hörsaal in der ansonsten innen reich verzierten Bibliothek.

Wilde Eber und die Atlantik-Brücke

Schon zuvor hatte Airbus-Chef Thomas Enders , der Vorsitzende der den Preis verleihenden Vereinigung “Atlantik-Brücke“ einen Vorzug Merkels an einem gipfelpolitischen Ereignis veranschaulicht: Sie könne sich gut und schnell auf andere Menschen einstellen, lobte “Major Tom“ und führte den legendären Grillabend mit Wildschweinessen in einem Dorf in Merkels mecklenburg-vorpommernschem Wahlkreis 2006 an. Dazu hatte Merkel den Vorgänger des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama , George W. Bush , eingeladen, der sich mit ihrem Vorgänger Gerhard Schröder nicht besonders gut verstand. “Das Barbecue mit dem wilden Eber war auch eine Atlantikbrücke von Trinwillershagen nach Crawford in Texas“, wo Bushs Ranch liegt, sagte Enders.

Ihren Laudator, den amerikanischen Senator Chuck Hagel , der sich deutscher Wurzeln rühmt, charakterisierte Merkel schließlich als einen, der sich in Inhalte vertieft und nicht nur an der Oberfläche wirkt. Der hatte sie allerdings vorher, wie sich das für eine Preisverleihung gehört, auch über den grünen Klee gelobt. Merkel sagte, Hagel habe in seinem Bestreben, die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu verbessern, vor Jahren bereits das Gespräch mit ihr gesucht, “als ich noch Generalsekretärin der CDU war“. Das war von 1998 bis 2000. “Er konnte ja nicht wissen, dass ich mal Bundeskanzlerin werde.“ Auch eine Facette geänderter Lebensplanungen.

ap

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