Vor der Landtagswahl

Neues Atomkraftwerk in Sachsen? AfD-Abgeordnete überrascht mit skurrilem Plan

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Eine AfD-Politikerin will den Stopp der Atomenergie aufheben.

Die Bundesregierung hat schon vor vielen Jahren beschlossen, aus der Atomenergie aussteigen zu wollen. Doch nun äußert eine AfD-Politikerin einen überraschenden Plan.

Dresden - Es dauert nicht mehr lange bis die Sachsen ihr neues Parlament wählen. Derzeit gehen die Parteien im Bundesland auf Stimmenfang. So zuletzt auch in Dresden. Bei einer Diskussionsrunde mit Bürgern hat eine AfD-Landtagsabgeordnete nun einen überraschenden Plan geäußert: Karin Wilke sagte, sie könne sich vorstellen, den Bau eines Atomkraftwerks in der Lausitz zu veranlassen. 

Das Publikum und die anderen Politiker auf dem Podium seien hingegen wenig begeistert gewesen, berichtet die Sächsische Zeitung. Zur Diskussionsrunde hatten sich die Direktkandidaten des sächsischen Wahlkreises 1 versammelt. Neben Wilke waren dies Christian Hartmann (CDU), Emiliano Chaimite (SPD), Torsten Günther (FDP), Sarah Buddeberg (Linke) und Valentin Lippmann (Grüne).

Atomkraftwerk in Sachsen keine neue Idee

Die Pläne eines sächsischen AKW sind indessen nicht neu. Im Jahr 2005 hatte Heinz Lehmann, damals Abgeordneter der CDU im sächsischen Landtag, die Idee ins Spiel gebracht, an der Grenze zu Polen ein AKW zu errichten. Er hatte das Dorf Hirschfelde zwischen Zittau und Görlitz als möglichen Standort genannt. Seitdem hat sich bei der Akzeptanz von Atomkraftwerken allerdings viel geändert. Nach dem Unglück im japanischen Fukushima hat die Bundesregierung zu einem radikalen Wandel im Umgang mit Atomkraftwerken vollzogen. Sie entschied, dass spätestens Ende 2022 die letzten AKW vom Netz genommen werden sollen.

Bei dem Diskussionsabend, der unter anderem von der Sächsischen Zeitung organisiert worden war, durften Bürger Fragen an die Politiker auf der Bühne richten. Dabei ging es auch um den Klimawandel. Fragesteller wollten wissen, ob die Politiker an einen vom Menschen gemachten Klimawandel glauben. AfD-Politikerin Wilke enthielt sich zwar einer klaren Antwort. Doch sie ließ durchscheinen, dass sie der Parteilinie folgt. „Für das Klima ist hauptsächlich die Sonne verantwortlich.“

Atomkraftwerk in Sachsen: Grünen-Politiker fordert Stärkung der erneuerbaren Energie

Statt auf Atomenergie zu setzen, sprach sich Grünen-Politiker Lippmann dafür aus, vermehrt erneuerbare Energie zu produzieren. Er sagte, dass er derzeit nur ein Prozent der zulässigen Flächen zur Gewinnung von erneuerbarer Energie genutzt würden. Um den Bedarf zu decken, müssten es allerdings zwei Prozent sein.

Die Sächsische Zeitung berichtet, dass sich in drei Entscheidungsfragen zwei eindeutige Lager gebildet hätten. Übereinstimmungen habe es in allen drei Fragen zum einen zwischen den Politikern von SPD, Grünen und Linken sowie auf der anderen Seite zwischen CDU, FDP und AfD gegeben. Die Kandidaten wurden unter anderem gefragt, ob zugunsten des Klimaschutzes auf Inlandsflüge verzichtet werden sollte. Dafür sprachen sich die Vertreter von SPD, Grüne und Linke aus. Ebenso beantworteten sie die Frage: „Muss der Diesel weg?“ mit Ja. Für die CDU-, FDP- und AfD-Politiker stand an dem Abend fest, dass die Autobahn 4 von vier auf sechs Spuren erweitert werden müsse.

Am 1. September findet in Sachsen die Wahl des Landtags statt. Laut aktuellen Umfragen hat die CDU mit 28 Prozent die Nase vor der AfD (25 Prozent). Mit großem Abstand folgen Die Linke (16 Prozent), die Grünen (12 Prozent) und die SPD (8 Prozent). Die FDP ist aktuell nicht im Landtag vertreten und muss angesichts der aktuellen Umfragewerte (5 Prozent) erneut um den Einzug bangen. Die aktuelle Regierungskoalition von CDU und SPD unter Ministerpräsident Michael Kretschmer wäre damit nicht mehr mehrheitsfähig.

dg

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