Schüsse und Bomben

Wirbel um Eskalation an der Krim: Russland meldet Warnschüsse auf Navy-Fregatte - UK widerspricht

Russische Staatsagenturen melden, ein britisches Militär-Schiff sei unweit der Krim mit Warnschüssen und Bomben vertrieben worden. England sieht das anders.

Update vom 24. Juni, 11.05 Uhr: Nach dem Zwischenfall im Schwarzen Meer rund um den britischen Zerstörer HMS Defender sendet Russland eine klare Warnung an die Welt. Laut der Agentur Interfax sprach Vize-Außenminister Sergej Rjabkow von einem „ernsten Moment“. Im Notfall werde Russland seine territoriale Integrität auch militärisch verteidigen.

In diesem Zusammenhang warnte der Politiker vor Grenzverletzungen und „ähnlichen provozierenden Schritten“. Zwar könne Russland an den gesunden Menschenverstand und an die Achtung internationalen Rechts appelliere „Aber wenn das nicht hilft, können wir bombardieren - nicht nur auf den Kurs, sondern auch auf Ziele, wenn die Kollegen nicht verstehen“, betonte Rjabkow.

Die HMS Defender befindet sich im schwarzen Meer: Wurde sie dort unter russisches Warnfeuer genommen?

Update vom 23. Juni, 15.37 Uhr: Das Verteidigungsministerium in London widerspricht den Meldungen aus Russland. „Es sind keine Warnschüsse auf die HMS Defender abgefeuert worden“, melden die Verantwortlichen aus Großbritannien, „und wir erkennen die Behauptung nicht an, dass Bomben in ihren Weg geworfen wurden.“

„Wir glauben, dass die Russen eine Schießübung im Schwarzen Meer durchgeführt und die maritime Gemeinschaft im Vorfeld auch vor ihren Aktivitäten gewarnt haben“, teilt das Ministry of Defence bei Twitter mit. Das Schiff der Royal Navy befinde sich auf harmloser Durchfahrt durch ukrainisches Gewässer im Einklang mit internationalem Recht.

Erstmeldung vom 23. Juni, 14.45 Uhr: Simferopol - Ein Schiff der britischen Royal-Navy soll in russische Gewässer im schwarzen Meer eingedrungen sein. Unweit der Krim hielt er sich nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen etwa drei Kilometer innerhalb der 12-Meilen-Zone auf.

Krim: Warnschüsse auf britische Navy-Fregatte „HMS Defender“ - Russland bestätigt Bomben-Abwürfe

„Der Zerstörer wurde gewarnt, dass Waffen eingesetzt würden, sollte er die Grenze zu Russland* widerrechtlich überschreiten. Er hat nicht auf die Warnung reagiert“, zitiert die Agentur Interfax das russische Verteidigungsministerium. Die Staatsagentur Tass bestätigt die Meldung ebenfalls.

Ein Militär-Schiff unter russischer Flagge feuerte daraufhin Warnschüsse in Richtung der Navy-Fregatte „HMS Defender“. Kampfjets warfen Bomben in ihren Kurs. Daraufhin sei das britische Schiff umgekehrt. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Kap Fiolent an westlicher Seite der Krim.

Britisches Militär-Schiff dreht unter Beschuss um - Russland bestellt wohl Großbritannien-Vertreter ein

Die russische Schwarzmeerflotte und der Grenzschutz des Inlandgeheimdienstes FSB zwangen die „Defender“ durch den gemeinsamen Beschuss offenbar zum Kurswechsel. Verletzte wurden nicht gemeldet. Das britische Verteidigungsministerium äußerte sich zunächst nicht. Großbritanniens* Militär sei ins russische Verteidigungsministerium einbestellt worden, melden Medien aus Moskau.

Vorfall im schwarzen Meer: Wieso war die „HMS Defender“ auf Krim-Kurs?

Russlands Annexion der Krim wird international nicht anerkannt. Russland verteidigt die 12-Meilen-Zone aber als Hoheitsgebiet. Die russische Reaktion auf Grenzübertritte ist bekannt. Wieso drang die britische Fregatte in das Gewässer vor?

Die USA* bereiten derzeit die internationale Militärübung „Sea Breeze“ im Schwarzen Meer vor. Auch Deutschland nimmt daran teil. Was bereits zu neuerlichen Spannungen geführt hatte. „Das Ausmaß und die offensichtlich aggressive Art der militärischen Übung entsprechen in keiner Weise den tatsächlichen Sicherheitsbedürfnissen in der Schwarzmeer-Region“, hatte die russische Botschaft in den USA über Twitter geklagt, sie erhöhe das Risiko „unbeabsichtigter Vorfälle“. Das Manöver soll vom 31. August bis zum 12. September unter Führung der Ukraine und er USA stattfinden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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