Kipping: "Linke Politik ist notwendig"

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Katja Kipping.

Berlin - Linke-Chefin Katja Kipping hat nach der Schlappe ihrer Partei bei der niedersächsischen Landtagswahl eine Neuorientierung angekündigt. Doch der Weg bergauf sei steinig.

„Ich glaube, wir müssen uns wirklich als Partei ein Stück weit neu erfinden“, sagte sie am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. „Es geht einfach um eine weitere Beschreibung der Funktion, die wir einnehmen in dieser Gesellschaft.“ Die beiden Parteivorsitzenden, Bernd Riexinger und sie selbst, seien auch deshalb nicht als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst aufgestellt. „Der Weg bergauf ist doch ein steiniger, und darum kümmern wir uns vor allem“, sagte Kipping.

Eine Konzentration auf rein bundespolitische Themen steht nach Angaben Kippings nicht zur Debatte. „Von der Kommune bis zu Europa ist eine linke Politik ganz notwendig.“ Für eine mögliche Kooperation mit Rot-Grün im Bundesrat forderte sie Gespräche „auf Augenhöhe“.

Bierunion und Sexpartei: Die irrsten Parteien Deutschlands

Von 1992 bis 2004 war die "Naturgesetz Partei" in Deutschland aktiv. Sie stützte sich auf die von Guru Maharishi Mahesh Yogi (Bild) propagierte Lehre der übersinnlichen transzendentalen Meditation. Der deutsche Ableger erstattete gegen 1500 Menschen Strafanzeige - darunter auch gegen den ehemaligen Bundeskanzler. Die "Angeklagten" sollten für ihre angebliche Mitschuld an Gesundheitsschäden verantwortet werden, die infolge des Ignorierens der vorgeschlagenen Bewusstseinstheorie der Partei entstanden seien. Die Staatsanwaltschaft wies diese Anzeigen als haltlos zurück. © dpa
Zuerst dachten alle, es sei einfach nur ein Ostfriesen-Witz. Doch schnell wurde nach der Gründungsversammlung 2007 klar, dass Vorstand Arno Rademacher (Bild) ernsthaft seine Partei vertritt. Mittlerweile wurde er von Eike Steinig im Amt abgelöst. Die Friesen setzen sich unter anderem für die Einführung des Plattdeutsch als Pflichtfach an Schulen ein. © dpa
Rente ab 65, alternative Energien und Erhalt von landwirtschaftlichen Betrieben: Die aus dem Senioren-Schutz-Bund entstandenen "Grauen Panther" machten sich für die Interessen junger und älterer Menschen stark. Gegründet wurde die Partei 1989 von Trude Unruh (Bild). Nach Spendenaffären fand die Gruppe am 29. März 2008 ihr Ende. © dpa
Sie galt als erste (feuchtfröhliche) Spaßunion: Die "Deutsche Biertrinker Union" (kurz: DBU). Gegründet wurde sie 1990 in Rostock. Angelehnt an die biblische Redewendung "Schwerter zu Pflugscharen" lautete ihr Motto "Schwerter zu Bierhumpen". Zur ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990 wurde die DBU nicht zugelassen. Danach verlief sie sich im Sande. © dpa
Eigentlich wollte Joachim Driessen nur das Verbot seines pornographisch angehauchten Blattes "St. Pauli Zeitung" verhindern. Doch daraus entstand 1970 die "Deutsche Sex-Partei". Die Mitglieder waren verpflichtet, für die "Liberalisierung des Sexes im näheren und weiteren Umkreis durch Wort und Tat unermüdlich" einzutreten. Durch die Umwandlung der Ostseeküste in FFK-Strände sollte Druck auf die DDR-Führung ausgeübt werden. © dpa
Die rechtspopulistische Kleinpartei "Pro deutsche Mitte - Initiative pro D-Mark" (kurz: "Pro DM") existierte von 1998 bis 2007. Geleitet wurde sie von Euro-Gegner Bolko Hoffmann (r.), der später den ehemaligen Hamburger Innensenator Ronald Schill (l.) ins Boot holte. Die Partei sprach sich nicht nur für eine starke Zuwanderungsbegrenzung aus, sondern auch für die Abschiebung ausländischer Drogendealer in ihr Heimatland. Mit dem Tod des Vorsitzenden Hoffmann starb auch die Partei. © dpa
Sie wollten die Entwicklung kapitalistischer Geschäftsverhältnisse im Keim ersticken: Die marxistische Partei "Die Nelken" gründete sich im Osten Berlins 1990 und schloss sich bald danach mit den "Vereinigten Linken" zusammen. So schnell, wie die Partei entstand, fand sie aber auch ihr Ende. Bereits zwischen 1991 und 1993 begann ihr Zerfall. © dpa

„Es gibt keine automatische Zustimmung“, sagte Kipping. Wer die Stimmen des Landes Brandenburg haben wolle, der müsse auch die Interessen der Brandenburger im Auge haben.

dpa

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