Bilanz nach 100 Tagen im Amt

Gauck: Kein Mann für Sprechblasen

+
Eigentlich kann auch Bundeskanzerlin Angela Merkel mit dem neuen Bundespräsidenten zufrieden sein.

Berlin - Die Menschen mögen ihn, die Politik hat sich noch nicht ganz an den Pastor aus Rostock gewöhnt. Bundespräsident Gauck hat einen neuen Stil mit ins Amt gebracht.

Wenn es so weiter geht, steht uns noch einiges bevor. Denn reibungslos waren sie nicht, die ersten 100 Tage des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Nach eher zaghaftem Beginn hat er fast Woche für Woche Aufmerksamkeit gefunden, auch Kritik und Kontroversen ausgelöst, zuletzt mit seiner aufgeschobenen Unterschrift unter Fiskalpakt und Euro-Rettungsschirm, oder mit seiner Rede über Auslandseinsätze der Bundeswehr, „Mut-Bürger“ in Uniform und die „glückssüchtigen“ Deutschen.

Auch die Absage eines Besuchs in der Ukraine, die Warnung vor Planwirtschaft bei der Energiewende, der Islam, der vielleicht doch nicht zu Deutschland gehört, und der spektakuläre Abschied von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) liegen noch nicht lange zurück. Dazwischen hat uns der 72-Jährige starke Bilder beschert, emotionale Jubelszenen aus Fußballstadien, Trauer in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, würdiges Erinnern im holländischen Breda.

Bilder: 100 Tage Joachim Gauck

Reibungslos waren sie nicht, die ersten 100 Tage des Bundespräsidenten Joachim Gauck. © dpa
Nach eher zaghaftem Beginn hat er fast Woche für Woche Aufmerksamkeit gefunden, auch Kritik und Kontroversen ausgelöst, zuletzt mit seiner aufgeschobenen Unterschrift unter Fiskalpakt und Euro-Rettungsschirm, oder mit seiner Rede über Auslandseinsätze der Bundeswehr, „Mut-Bürger“ in Uniform und die „glückssüchtigen“ Deutschen. © dpa
Auch die Absage eines Besuchs in der Ukraine, die Warnung vor Planwirtschaft bei der Energiewende, der Islam, der vielleicht doch nicht zu Deutschland gehört, und der spektakuläre Abschied von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) liegen noch nicht lange zurück. © dpa
Dazwischen hat uns der 72-Jährige starke Bilder beschert, emotionale Jubelszenen aus Fußballstadien, Trauer in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, würdiges Erinnern im holländischen Breda. © dpa
Fast immer dabei war Lebensgefährtin Daniela Schadt, die zwar zugibt, ihre neue Rolle noch nicht ganz gefunden zu haben, die aber große Sympathie und Anerkennung findet. © dpa
Manchmal scheint das erste Paar der Republik noch überrascht von der neuen Rolle und Prominenz. © dpa
Vor dem Treffen mit der niederländischen Königin Beatrix etwa sagte Gauck: „Ich übernachte heute im Schloss - auch schön so etwas.“ © dapd
Vielleicht erstaunlich, dass es die eine große Rede des großen Redners Gauck noch nicht gegeben hat, dass das große Thema seiner Amtszeit noch nicht zu erkennen ist. Vielleicht soll es das auch gar nicht geben. Plakative Botschaften sind dem Ex-Pastor aus der DDR fremd. © dpa
Das unterscheidet Gauck wohl auch von seinem Vorgänger Christian Wulff, dessen wichtigsten Satz, wonach der „Islam auch zu Deutschland gehört“, er bereits öffentlich zerpflückt hat. Gauck bekommt dafür Zustimmung von der CSU, Kritik von den Grünen. © dpa
Manchmal sind es nicht die festlichen Reden, sondern kleine, eigentlich nur protokollarische Auftritte, die Zeichen setzen. Die Entlassung Röttgens mit sehr herzlichen Worten war ein solcher Moment, in dem Gauck - bewusst oder nicht - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besonders schlecht aussehen ließ. © dpa
Gauck und Merkel: Dieses Thema beschäftigt die Berliner Szene intensiv. Zuletzt musste Regierungssprecher Stefen Seibert dementieren, dass Gauck ünberhaupt mit Merkel gesprochen habe - über den Wunsch des Verfassungsgerichts, seine Unterschrift unter die Euro-Gesetze zu verschieben. © dpa
Viele meinen allerdings, dass der Präsident aus dem Osten mit der Kanzlerin aus dem Osten viel weniger Probleme hat als umgekehrt. © dpa
In Israel dachte Gauck laut darüber nach, was denn Merkels Satz bedeute, wonach das Existenzrecht Israels „deutsche Staatsräson“ sei. Das Wort könne sie in „enorme Schwierigkeiten“ bringen, fügt er hinzu. „Gaucks gefährliche Distanzierung von der Kanzlerin“, hieß es umgehend. Was er aber sagen wollte: Ist wirklich allen klar, was das große Wort von der Staatsräson bedeutet? Will Merkel tatsächlich militärische Unterstützung für Israel bei einem kriegerischen Konflikt mit dem Iran durchsetzen? © dpa
Ein gutes Beispiel für die Methode Gauck ist auch die Debatte um Auslandseinsätze der Bundeswehr. Während die einen die Äußerungen vor der Führungsakademie in Hamburg als Unterstützung der Einsätze verstanden und gar als „Kriegsrhetorik“ kritisierten, haben andere die Fragen hervorgehoben, die er gestellt hat. © dpa
Die wichtigste Botschaft dürfte ihm gewesen sein: Militärische Gewalt mag notwendig sein, aber sie darf nicht in Hinterzimmern der Politik beschlossen, sondern muss in der Mitte der Gesellschaft diskutiert werden. © dpa
Gauck ist ein emotionaler Mensch, ist leicht gerührt, ringt manchmal um Fassung. © dpa
Aber er ist auch ein Intellektueller, der die Dinge abwägt, laut nachdenkt, hin- und herwendet. Gefühl und Verstand gemeinsam produzieren dann auch spontane Äußerungen. © dpa
Das ist nicht ganz ungefährlich. Beim Antrittsbesuch in Brüssel ließ er sich zu der Bemerkung hinreißen, er glaube nicht, dass das Verfassungsgericht die Beschlüsse zur Eurorettung „konterkarieren“ werde. © dpa
Zwei Monate später musste er klarstellen, dass er wegen zahlreicher Einwände die Gesetze erst einmal nicht unterschreibt. Spekuliert wurde, er hätte es lieber anders gehandhabt. Auch das Wort von der „glückssüchtigen Gesellschaft“ war eine Improvisation, im Redetext nicht vorgesehen. © dpa
„Warum sollen mir keine Anfängerfehler unterlaufen?“, sagt er auf einer der Reisen. Und er weiß auch: Er wird sich wohl noch ein dickeres Fell zulegen müssen. © dpa
Dabei ist sich Gauck seiner Sache aber ziemlich sicher. Selbstzweifel sind seine Sache nicht. Er würde deshalb seiner Noch-Ehefrau „Hansi“ kaum widersprechen, die vor kurzem in einem Interview sagte: „Er mag es und er kann es. Er war in der Schule schon so.“ © dpa
Die Bürger und Wähler honorieren Gaucks Stil. In einer Forsa- Umfrage für das Magazin „Stern“ erklärten 78 Prozent der Befragten, sie seien sehr zufrieden (26 Prozent) oder zufrieden (52) mit der bisherigen Arbeit des Staatsoberhaupts. © dpa
83 Prozent der Befragten begrüßen es, dass sich der Präsident in die Tagespolitik einmischt. Dass Gauck manchmal starke Gefühle zeigt, finden 81 Prozent gut. © dpa
Und auch die Kanzlerin kann eigentlich bisher mit Gauck zufrieden sein. Große Fehler hat er aus ihrer Sicht nicht gemacht, und Gauck ist eben Gauck. © dpa
Einmal sagt er, während dieser 100 Tage: „Ich bin bei einem Prozess, mich selbst zu definieren. Und ich hoffe, dass dann noch ein bisschen Gauck überbleibt.“ © dpa

Fast immer dabei war Lebensgefährtin Daniela Schadt, die zwar zugibt, ihre neue Rolle noch nicht ganz gefunden zu haben, die aber große Sympathie und Anerkennung findet. Manchmal scheint das erste Paar der Republik noch überrascht von der neuen Rolle und Prominenz. Vor dem Treffen mit der niederländischen Königin Beatrix etwa sagte Gauck: „Ich übernachte heute im Schloss - auch schön so etwas.“

Vielleicht erstaunlich, dass es die eine große Rede des großen Redners Gauck noch nicht gegeben hat, dass das große Thema seiner Amtszeit noch nicht zu erkennen ist. Vielleicht soll es das auch gar nicht geben. Plakative Botschaften sind dem Ex-Pastor aus der DDR fremd. Das unterscheidet Gauck wohl auch von seinem Vorgänger Christian Wulff, dessen wichtigsten Satz, wonach der „Islam auch zu Deutschland gehört“, er bereits öffentlich zerpflückt hat. Gauck bekommt dafür Zustimmung von der CSU, Kritik von den Grünen.

Das waren die deutschen Bundespräsidenten

Bundespräsident Christian Wulff (CDU, rechts unten) war das zehnte Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Ein Überblick über unsere Präsidenten: © dpa
THEODOR HEUSS (1949-59, FDP): Der schwäbische Liberale setzte in Amtsführung und Reden Maßstäbe für seine Nachfolger. Mit seiner humorvoll-väterlichen Art gewann “Papa Heuss“ schnell Sympathien. © dpa
Im Ausland  - wie hier bei einem Besuch bei Hans Speidel (l.) im NATO-Hauptquartier in Frankreich -  half der schwäbische Literat Heuss, Vorurteile gegen die Deutschen abzubauen. 1954 wurde er mit 88,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt - das beste aller Ergebnisse bisher. © dpa
Im Parlamentarischen Rat hatte Heuss vielen Bestimmungen des Grundgesetzes seinen Stempel aufgedrückt. Heuss starb 1963 fast 80-jährig in Stuttgart. Hier besucht Bundespräsident Horst Köhler (r.) mit Heuss' Enkel Ludwig Theodor Heuss das Denkmal seines Vorgängers in Brackenheim. © dpa
HEINRICH LÜBKE (1959-69, CDU): Der damalige Bundeslandwirtschaftsminister kam als Verlegenheitskandidat ins Amt, nachdem Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) eigene Pläne für die Heuss-Nachfolge aufgegeben hatte. © dpa
Lübke galt als Pflichtmensch und eigenwillig. Im Inland wurde seine ungelenke Redeweise belächelt. CDU-Kanzler Ludwig Erhard missfiel, dass Lübke mit SPD-Vize Herbert Wehner die große Koalition einfädelte. Hier sind (v.l.) die späteren Bundeskanzler Willy Brandt, Helmut Schmidt und SPD-Vize-Vorsitzender Herbert Wehner vor der Bildung der Großen Koalition 1966 zu sehen. © dpa
Viele Reisen in die Dritte Welt verschafften dem Fürsprecher der Entwicklungsländer besonders in Afrika hohes Ansehen. Als Besucher und Fürsprecher der Entwicklungsländer Der gebürtige Sauerländer starb 1972 mit 78 Jahren in Bonn. © dpa
GUSTAV HEINEMANN (1969-74, SPD): Mit Heinemann kam erstmals ein Sozialdemokrat an die Staatsspitze. 1974 verzichtete Heinemann auf eine zweite Kandidatur. Zwei Jahre danach starb er im Alter von 76 Jahren in Essen. © dpa
Die Wahl des Bundesjustizministers zum Staatsoberhaupt mit Hilfe der FDP-Stimmen ebnete der sozial-liberalen Koalition im selben Jahr den Weg. Es bedurfte allerdings dreier Wahlgänge dafür. Neun Stunden lang tagte die Bundesversammlung. Dannach gab es Händeschütteln: Heinemann (l.) mit SPD-Fraktionsvorsitzenem Helmut Schmidt. © dpa
Die Wahl des früheren Bundesjustizministers Heinemann mit Stimmen der SPD und FDP galt in dessen Worten als "ein Stück Machtwechsel". Wenige Monate später löste die sozialliberale Koalition die Große Koalition in Bonn ab. Heinemann verstand sich als "Bürgerpräsident" und suchte stets den Kontakt mit den einfachen Leuten. © dpa
Der überzeugte Pazifist Heinemann fühlte sich besonders der “Verankerung der Demokratie“ in seinem “schwierigen“ Vaterland verpflichtet.  Hier hält Kofi Annan die Laudatio auf den Vorsitzenden von Transparancy International", Peter Eigen, der 2007 den Gustav-Heinemann-Preis für sein Engagement gegen Korruption erhielt. © dpa
WALTER SCHEEL (1974-79, FDP): Der nach Heuss zweite Liberale im Amt war zuvor Außenminister. Zur Heiterkeit der rheinischen Frohnatur gesellte sich Härte in der Sache. © dpa
Der Rheinländer Scheel war wegen seiner leutseligen Art populär - er schaffte 1974 mit dem Volkslied "Hoch auf dem gelben Wagen" sogar einen Platz in der Top Ten der Musikcharts. 1976 verweigerte er einem Gesetz zur Abschaffung der Gewissensprüfung bei Kriegsdienstverweigerern seine Unterschrift. © dpa
Im “deutschen Herbst“ 1977 brandmarkte Scheel Sympathisanten und Helfer der Terroristen öffentlich als “mitschuldig“. Weil sich die politischen Mehrheiten geändert hatten, blieb es bei einer Amtszeit. © dpa
KARL CARSTENS (1979-84, CDU): Der im Vergleich zu Scheel eher spröde Norddeutsche wurde erst als Wanderer durch Deutschland in weiten Kreisen populär. Politisch trat er für konservative Werte und Tugenden ein. © dpa
Der Jurist Carstens (Mitte, nach seiner Wahl) war anfangs Feindseligkeiten wegen seiner früheren Mitgliedschaft in der NSDAP ausgesetzt. Der gebürtige Bremer starb 1992 mit fast 78 Jahren in Meckenheim bei Bonn. © dpa
RICHARD VON WEIZSÄCKER (1984-94, CDU): Der frühere CDU-Bürgermeister von Berlin hatte bei beiden Kandidaturen keine SPD-Konkurrenz. © dpa
Von Weizsäcker, der erste gesamtdeutsche Präsident, Spross einer württembergischen Familie, beeinflusste wie kaum ein anderer durch seine vielbeachteten Reden das politische Klima. Wegen seiner Weltgewandtheit und seines perfekten Auftretens hatte er den Spitznamen "König Richard". © dpa
Als eine Art “Gewissen der Nation“ erinnerte von Weizsäcker an die historische Schuld der Deutschen und nannte den 8. Mai 1945 einen “Tag der Befreiung“. Hier steht Weizsäcker (l.), damals  - 1982 - Bügermeister von Berlin mit US-Präsident Ronald Reagan und Bundeskanzler Helmut Schmidt am Checkpoint Charly. © 
Mit den Parteien legte sich der populäre Präsident an, als er sie “machtversessen“ nannte. Nach der Wiedervereinigung mahnte er als Staatsoberhaupt aller Deutschen an, teilen zu lernen. Auch im Ruhestand genießt Weizsäcker weiterhin hohes Ansehen. © 
ROMAN HERZOG (1994-99, CDU): Der volksnahe Christdemokrat und ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts wollte seinen Landsleuten unverblümt “Wahrheit und Klarheit“ vermitteln. © dpa
Der Landshuter verlangte 1997 in seiner Berliner Rede (Foto) mit Blick auf den Reformstau: "Durch Deutschland muss ein Ruck gehen". © dpa
Außenpolitisch erkannte Herzog früh die Notwendigkeit eines “Dialogs zwischen den Kulturen“. Eine Wiederwahl hatte der Bayer von Anfang an nicht im Sinn. © dpa
JOHANNES RAU (1999-2004, SPD): Abseits der Politik war der wegen seiner Bibelfestigkeit “Bruder Johannes“ genannte Präsident ein leidenschaftlicher Witze- und Anekdotenerzähler. © dpa
Gemäß seinem Lebensmotto "Versöhnen statt spalten" trat der Ex-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen für das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern ein. Als historisch gilt seine Rede vor dem israelischen Parlament, in der er um Vergebung für die Verbrechen des Holocaust bat. © dpa
Der mit Christina, einer Enkelin von Gustav Heinemann, verheiratete Rau starb 2006 mit 74 Jahren in Berlin. © dpa
Horst Köhler (2004 bis 2010, CDU): Der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) gehörte der CDU an. © dpa
Als erster Bundespräsident ist er aber ein Seiteneinsteiger, der nicht dem politischen Establishment entstammt. © dpa
2009 wurde der bei den Bürgern äußerst beliebte Köhler wiedergewählt. Hier hält er bei der Eröffnung der Eishockey-WM 2010 in Gelsenkirchen ein Trikot mit seinem Namen hoch. © dpa
2005 folgte Köhler der Bitte des damaligen SPD-Kanzlers Gerhard Schröder und löste den Bundestag für Neuwahlen auf. Als unbequem für die spätere große Koalition erwies sich “Super-Horst“, als er Gesetzen die Unterschrift verweigerte und sich in die aktuelle Politik einmischte. © 
Spätestens als er die internationalen Finanzmärkte “Monster“ schimpfte, war der heute 67-Jährige das Image des marktradikalen Wirtschaftsfachmanns los. © dpa
Sein Rücktritt am 31. Mai 2010 wegen seiner missverständlichen und stark kritisierten Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz kam völlig überraschend. © dpa
Christian Wulff (CDU) war der zehnte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. © dpa
Wulff wurde am 30. Juni 2010 im dritten Wahlgang von der Bundesversammlung gegen Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt. © dpa
Von 2003 bis 2010 war Christian Wulff Ministerpräsident des Landes Niedersachsen und von 1994 bis 2008 Vorsitzender der niedersächsischen CDU. Im dritten Anlauf schaffte er es 2003, Ministerpräsident zu werden. © dpa
Seit 2008 ist Christtan Wulff  in zweiter Ehe mit der Medienreferentin Bettina Wulff (geborene Körner) verheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, der 2008 geboren wurde. Bettina Körner brachte als Alleinerziehende einen 2003 geborenen Sohn aus einer vorigen Beziehung mit in die Ehe. © dpa
Wulff war 17. Februar 2012 nach weniger als zwei Jahren im Amt unter massivem Druck zurückgetreten. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorteilsannahme. © dapd
Am 18. März 2012 wählte die Bundesversammlung Joachim Gauck zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. © dpa

Manchmal sind es nicht die festlichen Reden, sondern kleine, eigentlich nur protokollarische Auftritte, die Zeichen setzen. Die Entlassung Röttgens mit sehr herzlichen Worten war ein solcher Moment, in dem Gauck - bewusst oder nicht - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besonders schlecht aussehen ließ.

Gauck und Merkel: Dieses Thema beschäftigt die Berliner Szene intensiv. Zuletzt musste Regierungssprecher Steffen Seibert dementieren, dass Gauck überhaupt mit Merkel gesprochen habe - über den Wunsch des Verfassungsgerichts, seine Unterschrift unter die Euro-Gesetze zu verschieben. Viele meinen allerdings, dass der Präsident aus dem Osten mit der Kanzlerin aus dem Osten viel weniger Probleme hat als umgekehrt.

Gauck zum Staatsbesuch in Israel

Bundespräsident Joachim Gauck ist zum Auftakt seines Staatsbesuchs in Israel von Staatschef Schimon Peres mit militärischen Ehren begrüßt worden. © dpa
Bundespräsident Joachim Gauck ist zum Auftakt seines Staatsbesuchs in Israel von Staatschef Schimon Peres mit militärischen Ehren begrüßt worden. © dpa
Auch Schulkinder mit Landesfähnchen hießen Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt willkommen. © dpa
Auch Schulkinder mit Landesfähnchen hießen Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt willkommen. © dpa
Der israelische Präsident Shimon Peres (links) mit Bundespräsident Joachim Gauck. © dpa
Der israelische Praesident Schimon Peres (r.) spricht am im Präsidentenpalast in Jerusalem neben Bundespraesident Joachim Gauck. © dapd
Im Beisein des israelischen Präsidenten Shimon Peres (3.v.l, hinter der Flamme) besuchte Bundespräsident Joachim Gauck (2.v.l.) am  die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, Israel. © dpa
Gauck beim Besuch der Holocaust-GedenkstätteYad Vashem in Jerusalem © dpa
Gauck beim Besuch der Holocaust-GedenkstätteYad Vashem in Jerusalem © dpa
Bundespräsident Joachim Gauck legt am Grab von Theodor Herzl in Jerusalem, Israel, einen Kranz nieder. © dpa
Gauck, der von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet wird, war am Montag in Israel eingetroffen. © dpa
Gauck, der von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet wird, war am Montag in Israel eingetroffen. © dpa
Das deutsche Staatsoberhaupt hält sich zu einem mehrtägigen Besuch in Israel und den Palästinensischen Gebieten auf. © dpa
Das deutsche Staatsoberhaupt hält sich zu einem mehrtägigen Besuch in Israel und den Palästinensischen Gebieten auf. © dpa
Es ist der erste offizielle Staatsbesuch seiner Amtszeit und die erste Reise als Bundespräsident in ein außereuropäisches Land. © dpa
Es ist der erste offizielle Staatsbesuch seiner Amtszeit und die erste Reise als Bundespräsident in ein außereuropäisches Land. © dpa
Zuletzt hatte Bundespräsident Christian Wulff 2010 Israel besucht. © dpa
Zuletzt hatte Bundespräsident Christian Wulff 2010 Israel besucht. © dpa

In Israel dachte Gauck laut darüber nach, was denn Merkels Satz bedeute, wonach das Existenzrecht Israels „deutsche Staatsräson“ sei. Das Wort könne sie in „enorme Schwierigkeiten“ bringen, fügt er hinzu. „Gaucks gefährliche Distanzierung von der Kanzlerin“, hieß es umgehend. Was er aber sagen wollte: Ist wirklich allen klar, was das große Wort von der Staatsräson bedeutet? Will Merkel tatsächlich militärische Unterstützung für Israel bei einem kriegerischen Konflikt mit dem Iran durchsetzen?

Ein gutes Beispiel für die Methode Gauck ist auch die Debatte um Auslandseinsätze der Bundeswehr. Während die einen die Äußerungen vor der Führungsakademie in Hamburg als Unterstützung der Einsätze verstanden und gar als „Kriegsrhetorik“ kritisierten, haben andere die Fragen hervorgehoben, die er gestellt hat. Die wichtigste Botschaft dürfte ihm gewesen sein: Militärische Gewalt mag notwendig sein, aber sie darf nicht in Hinterzimmern der Politik beschlossen, sondern muss in der Mitte der Gesellschaft diskutiert werden.

Gauck gibt sich nicht zufrieden mit den Sprechblasen der Politik. Er fordert die Politiker damit heraus - und die Bürger, die er zum Denken motivieren will. Inwieweit das möglich ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber Gauck ist Optimist.

Röttgen-Verabschiedung: Merkel wie versteinert

Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dapd
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dapd
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dapd
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dapd
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dapd
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dapd
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa
Eine Woche nach dem Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen hat sein Nachfolger Peter Altmaier seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck verabschiedete Röttgen im Schloss Bellevue mit viel Lob. Angela Merkel verfolgte die Zeremonie ohne große Regung. © dpa

„Mit Herz ist mehr möglich“, sagt er auch in Israel, und geht mit der häufigen Erwähnung seines Zentralorgans manchen ein bisschen auf die Nerven. Die deutsch-polnischen Beziehungen sind ihm ebenso eine „Herzensangelegenheit“ wie das Verhältnis zu den Holländern. Schweden war für den Pastor aus Rostock „Sehnsuchtsort“. Gauck ist ein emotionaler Mensch, ist leicht gerührt, ringt manchmal um Fassung. Aber er ist auch ein Intellektueller, der die Dinge abwägt, laut nachdenkt, hin- und herwendet. Gefühl und Verstand gemeinsam produzieren dann auch spontane Äußerungen.

Das ist nicht ganz ungefährlich. Beim Antrittsbesuch in Brüssel ließ er sich zu der Bemerkung hinreißen, er glaube nicht, dass das Verfassungsgericht die Beschlüsse zur Eurorettung „konterkarieren“ werde. Zwei Monate später musste er klarstellen, dass er wegen zahlreicher Einwände die Gesetze erst einmal nicht unterschreibt. Spekuliert wurde, er hätte es lieber anders gehandhabt. Auch das Wort von der „glückssüchtigen Gesellschaft“ war eine Improvisation, im Redetext nicht vorgesehen. „Warum sollen mir keine Anfängerfehler unterlaufen?“, sagt er auf einer der Reisen. Und er weiß auch: Er wird sich wohl noch ein dickeres Fell zulegen müssen.

Christian Wulffs politisches Leben in Bildern

Christian Wulff wird am 19. Juni 1959 im niedersächsischen Osnabrück als zweites Kind von Rudolf und Dagmar Wulff geboren. Am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium legt er das Abitur ab. Christian Wulff engagiert sich früh als Schülersprecher, Studentenvertreter und in den Jugendverbänden Schüler Union und Junge Union. © dpa
Von 1980 bis 1986 studiert Christian Wulff Rechtswissenschaften mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt an der Universität Osnabrück. 1987 leistet er sein Referendarexamen in Hannover, danach sein Referendariat am Oberlandesgericht Oldenburg und legt 1990 sein Assessorenexamen in Hannover ab. 1990 tritt Christian Wulff in eine Rechtsanwaltskanzlei ein. © dpa
1986 wird Wulff für die CDU Mitglied im Rat der Stadt Osnabrück, von 1989 bis 1994 ist er deren Fraktionsvorsitzender. Er bleibt Ratsmitglied bis 2001. © dapd
1988 heiratet Wulff Christiane Vogt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter, Annalena. Nach 18 Ehejahren trennen sich die beiden. © dpa
1994 wird Wulff in den niedersächsischen Landtag gewählt. Im März des Jahres übernimmt er das Amt des Fraktionsvorsitzenden, im Juni den Posten des Landesvorsitzenden seiner Partei in Niedersachsen. 1998 wird Christian Wulff zu einem der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU gewählt. © dapd
1994 und 1998 tritt Wulff als CDU-Fraktionsvorsitzender in Niedersachsen bei den Landtagswahlen gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder an und verliert beide Male gegen den späteren SPD-Kanzler. © dapd
Bei der Landtagswahl 2003 feiert Wulff dann einen großen Erfolg gegen den Schröder-Nachfolger Sigmar Gabriel - er wird niedersächsischer Ministerpräsident. © dpa
Fünf Jahre später wird Wulff in seinem Amt des Ministerpräsidenten bestätigt. © dpa
2008, zwei Jahre nach der Trennung von seiner ersten Ehefrau heiratet Wulff Bettina Körner. Sie bringt einen Sohn mit in die Ehe, Leander. 2008 wird der gemeinsame Sohn Linus Florian geboren. © dpa
Am 30. Juni 2010 setzt sich Wulff in der Wahl der Bundesversammlung gegen den Gegenkandidaten Joachim Gauck im dritten Wahlgang durch und wird zum zehnten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Auf eigenen Wunsch ruht seine Mitgliedschaft in der CDU seit diesem Tag. © dpa
2011 wird Christian Wulff durch den Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr bekommt er die Ehrenmedaille des Deutschen Olympischen Sportbundes verliehen. © dapd
Am 13. Dezember 2011 berichtet die Bild-Zeitung von einem Privatkredit Wulffs, den er von einem befreundeten Geschäftsmann bzw. dessen Frau erhalten haben soll. © dapd
Eine Anfrage des niedersächsischen Landtags zu diesem Vorgang beantwortete Wulff 2010, er streitet jedoch Geschäftsbeziehungen zum Unternehmer Egon Geerkens ab. Später erklärt der Bundespräsident, er bedauere es, dass durch seine Aussagen zu dem Privatkredit ein falscher Eindruck entstanden sei. © dapd
Am 22. Dezember bittet Wulffs Pressesprecher Olaf Glaeseker (r.) um seine Entlassung. Die Hintergründe dieses Vorgangs bleiben im Dunkeln. © dpa
Anfang Januar 2012 tauchen Medienberichte auf, wonach Wulff den Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann telefonisch bedroht haben soll, den Artikel über die Kreditaffäre zurückzuziehen. © dpa
Knapp ein Jahr nach seinem Rücktritt als Bundespräsident, haben sich Christian Wulff und seine Frau Bettina getrennt. © dpa

Dabei ist sich Gauck seiner Sache aber ziemlich sicher. Selbstzweifel sind seine Sache nicht. Er würde deshalb seiner Noch-Ehefrau „Hansi“ kaum widersprechen, die vor kurzem in einem Interview sagte: „Er mag es und er kann es. Er war in der Schule schon so.“

Die Bürger und Wähler honorieren Gaucks Stil. In einer Forsa- Umfrage für das Magazin „Stern“ erklärten 78 Prozent der Befragten, sie seien sehr zufrieden (26 Prozent) oder zufrieden (52) mit der bisherigen Arbeit des Staatsoberhaupts. 83 Prozent der Befragten begrüßen es, dass sich der Präsident in die Tagespolitik einmischt. Dass Gauck manchmal starke Gefühle zeigt, finden 81 Prozent gut.

Und auch die Kanzlerin kann eigentlich bisher mit Gauck zufrieden sein. Große Fehler hat er aus ihrer Sicht nicht gemacht, und Gauck ist eben Gauck. Einmal sagt er, während dieser 100 Tage: „Ich bin bei einem Prozess, mich selbst zu definieren. Und ich hoffe, dass dann noch ein bisschen Gauck überbleibt.“

dpa

Auch interessant:

Meistgelesen

Was sich zum 1. April ändert
Was sich zum 1. April ändert
Täter von Hanau nicht rechtsextrem? BKA-Chef meldet sich persönlich zu Wort
Täter von Hanau nicht rechtsextrem? BKA-Chef meldet sich persönlich zu Wort
Coronavirus-Krise: Debatte um Maskenpflicht
Coronavirus-Krise: Debatte um Maskenpflicht
UN-Chef Guterres: Größte Herausforderung seit Weltkrieg
UN-Chef Guterres: Größte Herausforderung seit Weltkrieg

Kommentare