Goppel: Keine Rückkehr Guttenbergs in die Politik

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Der ehemalige bayerische Wissenschaftsminister und CSU-Generalsekretär Thomas Goppel würde Guttenberg keine zweite Chance geben

Berlin - Der ehemalige bayerische Wissenschaftsminister und CSU-GeneralsekretärThomas Goppel glaubt nicht an eine Rückkehr Guttenbergs in die Politik. Doch er nahm den Ex-Verteidigungsminster auch in Schutz.

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Generalsekretär Thomas Goppel geht nicht von einer Rückkehr des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg in die Politik aus. “Das ist im Prinzip vorbei“, sagte Goppel am Mittwoch im Deutschlandfunk. “Ich glaube allen Ernstes, dass man in einer solchen Geschichte mit einem solchen Ergebnis mit solchen Vorgaben nicht davon reden kann, dass man morgen in der Politik wiederkommt.“

Der CSU-Politiker Guttenberg hatte im März sein Amt als Verteidigungsminister niedergelegt, nachdem die Universität Bayreuth ihm aufgrund von Plagiatsvorwürfen den Doktortitel aberkannt hatte.

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Annette Schavan soll bei ihrer Doktorarbeit getäuscht haben. Die Uni Düsseldorf entzieht ihr am 5. Februar 2013 den Titel. Doch in Politik, Literatur und Musik wird seit jeher abgekupfert, was das Zeug hält. Hier eine Übersicht: © dpa
Im Februar 2011 stürzt der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über seine Doktorarbeit. Darin hatte er kräftig abgeschrieben. © dpa
Der umstrittene Berliner Rapper Bushido wurde 2010 wegen Urheberrechtsverletzungen gerichtlich verurteilt: Er hatte in 13 Liedern Songfragmente der französischen Gothic-Band Dark Sanctuary ohne Erlaubnis verwendet. © dpa
Die Ex-Brosis-Sängerin und „Dschungelshow“-Teilnehmerin wollte ihre kurzzeitig wiedergewonnene Prominenz mit einem Stimmungslied in klingende Münze umwandeln. „Hol de Radio“ heißt das Traktat. Doch es war der Song eines anderen: Comedian Chris Boettcher. © dpa
In der klassischen Musik sind Plagiate nichts Ehrenrühriges, sondern eine gebräuchliche Stilform. In den Epochen des Barock und der Wiener Klassik wird dies „Parodie“ genannt. Johann Sebastian Bach „veredelte“ fremde Werke und eigene Werke. © ddp
Jungautorin Helene Hegemann („Axolotl Roadkill“) sah sich im vorigem Jahr mit dem Vorwurf des Plagiats konfrontiert, weil sie umfangreich aus dem Roman „Strobo“ des Berliner Bloggers Airen abgeschrieben hatte. Die 17-Jährige fand das „total legitim“. Immerhin: Sie würdigte den Textlieferanten in den folgenden Auflagen in der Danksagung. © dpa
Auch Dichterfürst Johann Wolfgang Goethe käme heute in Erklärungsnot, würde man den Schluss seines 1774 erschienenen Briefromans „Die Leiden des jungen Werther“ unter die Lupe nehmen. In der Beschreibung des Endes seines Helden, der sich mit einer Pistole eine Kugel in den Kopf jagte, verwertete Goethe einen Brief seines Wetzlarer Freundes Johann Christian Kestner. © dpa
Als berühmtestes Plagiat der Musikgeschichte gilt derweil „My Sweet Lord“ von Ex-Beatle George Harrison. Das Stück erschien 1970 auf dem Album „All Things Must Pass“. Es klang verdächtig nach dem Titel „He’s so fine“ der US-Mädchenband „The Chiffons“ von 1963. Der Prozess zog sich über viele Jahre hin und endete mit einem Vergleich. © dpa

Den Umgang der Hochschule mit der Situation kritisierte Goppel scharf: “Dass die Universität Bayreuth sich selbst reinwäscht, halte ich nicht für gut.“ Guttenbergs Doktorvater trage eine Mitverantwortung. “Ein Doktorvater, der summa cum laude vergibt, und die eigenen Textstellen nicht einmal sieht, die da angeblich auch dabei sind, ist jemand, der im Betreuen des Doktoranden nicht genau genug und konkret genug gewesen ist.“

Die Uni Bayreuth veröffentlicht am heutigen Mittwoch den Abschlussbericht zur Plagiatsaffäre. In dem mehr als 40-seitigen Bericht kommt die Kommission “Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ zu dem Schluss, dass Guttenberg bei seiner Doktorarbeit die Standards guter wissenschaftlicher Praxis grob verletzt und die Prüfungskommission vorsätzlich getäuscht hat. Mit Spannung wird der Inhalt der dreiseitigen Erklärung erwartet, die Guttenberg Ende April zu den Vorwürfen abgegeben hat.

dpa

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