G7-Gipfel: Trump hetzt gegen Medien und schwärmt von „Mittagessen mit Emanuel“  

G7-Gipfel: Trump hetzt gegen Medien und schwärmt von „Mittagessen mit Emanuel“  

G7-Gipfel: Trump hetzt gegen Medien und schwärmt von „Mittagessen mit Emanuel“  
Kabinett beschließt Soli-Abbau für 2021 - Ehepaar aus Bayern klagt und hat prominente Unterstützung

Kabinett beschließt Soli-Abbau für 2021 - Ehepaar aus Bayern klagt und hat prominente Unterstützung

Kabinett beschließt Soli-Abbau für 2021 - Ehepaar aus Bayern klagt und hat prominente Unterstützung

SPD-Rentenkonzept wird teuer

Berlin - Eine Umsetzung des SPD-Rentenkonzepts würde nach verschiedenen Berechnungen von Experten mindestens 30 Millarden Euro kosten.

Das Bundessozialministerium hat sogar Kosten von etwa 35 Milliarden Euro berechnet, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. In diesem Rechenmodell ist die Mindestrente von 850 Euro im Monat der größte Posten und würde mehr als zehn Milliarden Euro ausmachen.

Der Tageszeitung „Die Welt“ liegen Berechnungen von Experten vor, die mit etwa 30 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten kalkulieren. Auch hier entfielen allein bis zu zehn Milliarden Euro auf die geplante Mindestrente. 7,7 Milliarden Euro würde demnach die Ausweitung der Erwerbsminderungsrente kosten, sechs Milliarden Euro der Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge.

Die Eckpunkte des SPD-Rentenkonzepts

Zur Bekämpfung von Altersarmut setzt die SPD auf ein breit angelegtes Konzept. Dazu gehören die Mindestrente, eine Teilrente und der Ausbau der betriebliche Altersvorsorge. Die Kernpunkte im Überblick: © dpa
SOLIDARRENTE: Sie soll nach 30 Beitragsjahren auch nach längerer Arbeitslosigkeit oder Tätigkeit in einem Billigjob einen Mindestanspruch von 850 Euro im Monat garantieren. Für alle, die trotz 30 Beitrags- und 40 Versicherungsjahren nicht auf diesen Betrag kommen, soll im Sozialrecht eine zweite Stufe der Grundsicherung eingeführt werden. © dpa
RENTENZUGANG (gegenüber erstem Entwurf neu): Wer 45 Versicherungsjahre - nicht Beitragsjahre - aufweist, soll auch schon vor dem 65. Lebensjahr ohne Einbußen in Rente gehen können. Bislang erhalten Beschäftigte nur dann die volle Rente, wenn sie 45 Jahre in die Versicherung eingezahlt haben und 65 Jahre alt sind. © dpa
ERWERBSMINDERUNGSRENTE: Bezieher sollen keine Abschläge mehr hinnehmen. Bislang wird der Betroffene dabei so gestellt, als habe er bis zum 60. Lebensjahr weiter Beiträge zur Rente gezahlt. Die Zeit zwischen Eintritt der Erwerbsminderung und dem 60. Lebensjahr wird „Zurechnungszeit“ genannt. Diese Zeit will die SPD in einem Schritt bis zum 62. Lebensjahr verlängern. Zudem soll die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren für den Eintritt in die Erwerbsminderung besser bewertet werden. © dpa
TEILRENTE: Beschäftigte in körperlich und psychisch belastenden Berufen (etwa Schichtarbeiter) sollen ab dem 60. Lebensjahr auf das neue Modell zurückgreifen können. In Zehn-Prozent-Schritten kann danach die Arbeit bis zu 70 Prozent reduziert werden. © dpa
KINDERERZIEHUNGSZEITEN: Ihre Anerkennung will die SPD für alle Neurentner vereinheitlichen. Bislang sind Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, bei der Rentenberechnung schlechter gestellt. © dpa
SOLO-SELBSTSTÄNDIGE: Für Freiberufler, die ohne Rentenvorsorge sind und deshalb häufig in Altersarmut landen, soll es ein eigenes Beitragssystem geben. In den ersten Jahren nach Gründung eines Unternehmens könnte für sie Beitragsfreiheit gelten. © dpa
BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG: Sie soll als Ausgleich für die Absenkung des Rentenniveaus - von jetzt gut 50 auf 43 Prozent bis 2030 - massiv ausgebaut werden. Als „zweite Stufe“ neben der Rentenversicherung soll sie weitgehend die Riester-Rente ersetzen. Geplant ist eine „Betriebsrente Plus“, in der jeder Arbeitnehmer, falls er nicht ausdrücklich widerspricht, zwei Prozent seines Bruttolohns einzahlt. Der Staat soll diesen Sockelbetrag mit 400 Euro im Jahr fördern. Auch die Unternehmen sollen sich beteiligen. © dpa
FINANZIERUNG: Die Mehrkosten für die Betriebsrenten gegenüber heutigen Fördermodellen werden auf sechs Milliarden Euro im Jahr geschätzt. Sie sollten nach SPD-Ansicht aus Steuermitteln aufgebracht werden. Für die Solidarrente werden jährlich ansteigend etwa eine Milliarde veranschlagt, für die Kindererziehungszeiten 150 Millionen im Jahr. Beides soll durch Haushaltsmittel finanziert werden. © dpa
Teuer käme auch die Ausweitung der Erwerbsminderungsrente. Die Kosten dafür stiegen nach SPD-Berechnungen von 500 Millionen 2014 auf 7,7 Milliarden 2030. Finanziert werden soll dies aus den Beiträgen der Versicherten. © dpa
BEITRÄGE: Ihren Anstieg will die SPD in kleinen Schritten verstetigen. Die Sätze sollen von 2014 bis 2029 um durchschnittlich 0,4 Prozent höher steigen als bislang geplant. Damit würde aber das von der Rentenversicherung angepeilte Beitragsniveau von 22 Prozent bis 2029 nicht übersprungen. © dpa

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant:

Meistgelesen

Grünen-Fraktionschef Hofreiter fordert Rücktritt von Verkehrsminister Scheuer - „untragbar“
Grünen-Fraktionschef Hofreiter fordert Rücktritt von Verkehrsminister Scheuer - „untragbar“
„Zweiter Toni Hofreiter“: Söder erntet Spott - und muss heikle Frage beantworten
„Zweiter Toni Hofreiter“: Söder erntet Spott - und muss heikle Frage beantworten
Thüringen-Umfrage liefert Tiefschlag für Höcke - und eine linke Mehrheit
Thüringen-Umfrage liefert Tiefschlag für Höcke - und eine linke Mehrheit
Markus Lanz bombardiert Schwan mit Fragen zur SPD-Kandidatur - ihre Antwort überrascht
Markus Lanz bombardiert Schwan mit Fragen zur SPD-Kandidatur - ihre Antwort überrascht

Kommentare