Iran-Konflikt

Feindbild Barack Obama: Donald Trump fallen alte Iran-Tweets auf die Füße

Donald Trump hat Barack Obama immer vorgeworfen, einen Krieg gegen den Iran zu planen.
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Donald Trump hat Barack Obama immer vorgeworfen, einen Krieg gegen den Iran zu planen.

Donald Trump holen seine alten Tweets ein. Er hatte Barack Obama vorgeworfen, zur Wiederwahl einen Angriff auf den Iran starten zu wollen.

  • Donald Trump holen seine alten Iran-Tweets ein
  • Vorwürfe gegen Barack Obama
  • Angriff auf Iran wegen Wahl?

Washington - Donald Trump weiß alles besser. Zumindest denkt er, dass er alles besser weiß. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, warum der US-Präsident mit seiner Meinung nie hinter dem Berg hält. So zum Beispiel auch in jenen Jahren, als noch Barack Obama im Weißen Haus saß. Spannend sind dabei derzeit vor allem jene Aussagen, die die Iran-Politik seines Amtsvorgängers betreffen.

Immerhin hat Trump erst vor kurzem einen Militärschlag angeordnet, bei dem der iranische Top-General Ghassem Soleimani getötet wurde. Für Trump das Normalste von der Welt, für viele andere dagegen eine Kriegshandlung, die den Konflikt dramatisch eskalieren ließ. Und das ausgerechnet auch noch kurz vor Beginn eines Präsidentschaftswahlkampfs. Ob da ein Zusammenhang bestehen mag?

Donald Trump sagte Obama-Attacke voraus

Trump will davon nichts wissen, der Schlag sei einzig aus dem Grund geführt worden*, weil Soleimani viele Amerikaner töten wollte. Doch wie anders hat er das früher gesehen. Denn da sagte er wiederholt voraus, dass Obama einen Krieg mit dem Iran beginnen würde, um seine politische Position in den USA zu stärken. Der Tweet aus dem November 2011 lässt jedenfalls keine Fragen offen: „Um gewählt zu werden, wird @BarackObama einen Krieg mit dem Iran beginnen.“ Verständlich, dass Trump nun vorgehalten wird, genau das zu provozieren, was er Obama damals vorgeworfen habe.

Donald Trump: Videobotschaft über Obamas Iran-Angriffspläne

Einige Tage vorher hatte Trump bereits ein Video veröffentlicht, in welchem er behauptete, dass Obama einen Krieg mit dem Iran beginnen werde, weil er absolut keine Verhandlungsfähigkeit besitze. „Er ist schwach und ineffektiv. Der einzige Weg, wie er glaubt, wiedergewählt zu werden, ist, einen Krieg mit dem Iran zu beginnen. Ist das nicht erbärmlich?“

Erbärmlich war wohl eher, dass Trump wenige Wochen vor der Wahl im Oktober 2012 auf Twitter noch einmal nachlegte: „Lasst Obama nicht die Iran-Karte spielen, indem er einen Krieg beginnt, um wiedergewählt zu werden – seid vorsichtig, Republikaner!“

Und er hielt auch dann noch an seiner Meinung fest, nachdem Obama die Wahl 2012 gewonnen hatte.

Donald Trump: Hass auf Obama 

Hm, das erwies sich alles als falsch. Obamas Politik führte nicht zu einem Krieg, sondern zu einem multilateralen Atomabkommen. Jetzt aber ist Trump selbst am Ruder und macht nun also ganz genau das, was er Obama vorgeworfen hatte. 

Aber warum? Vielleicht einfach nur deshalb, weil er von Obama geradezu besessen ist. Denn normalerweise ist Trump ja für seine Sprunghaftigkeit bekannt. Was an einem Tag noch falsch erschien, ist am nächsten Tag schon die geniale Lösung. 

Konstant ist bei ihm jedenfalls so gut wie nichts, nur der Hass auf seinen Amtsvorgänger bleibt immer gleich. Was auch immer Barack Obama getan hat, Trump hält es für falsch. Und das, was Obama nicht getan hat, muss nach dieser Logik wohl richtig sein. 

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Eine Umfrage von der Washington Post zeigt, dass die meisten US-Amerikaner an eine Wiederwahl von Donald Trump glauben. Wählen würden sie trotzdem jemand anders.

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