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Donald Trump redet Kapitolsturm klein: „Ein einfacher Protest, der außer Kontrolle geraten ist“

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Von: Daniel Dillmann

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Er kann es nicht lassen: Donald Trump redet den Aufstand am 6. Januar erneut klein und attackiert zum wiederholten Mal seinen eigenen, ehemaligen Vizepräsidenten Mike Pence.

Washington DC - Der Sonderausschuss zum Sturm aufs Kapitol am 6. Januar in den USA pausiert übers Wochenende. Nicht aber Donald Trump. Der ehemalige US-Präsident attackierte die Untersuchungen in Washington DC zum wiederholten Mal, diesmal während einer Rede auf der „Faith and Freedom Conference“, eine ultra-konservativ und fundamental-christliche Veranstaltung in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee.

Laut Donald Trump sei es „kein Zufall, dass die selben Leute, die die Falschmeldungen zur Russland, Russland, Russland verbreiteten“ nun diejenigen seien, die nun die Untersuchung zum angeblichen Aufruhr in Washington DC vorantreiben. Bei dem „angeblichen Aufruhr“ verschaffte sich ein Mob Zugang zu den Gebäuden im Kapitol, randalierte in den Hallen des Senats und des Repräsentantenhauses, ehe er von der überforderten Kapitolpolizei schließlich doch zurückgedrängt wurde. Bei dem Sturm aufs Kapitol am 6. Januar starben mindestens fünf Menschen.

Donald Trump attackiert Mike Pence auf einer Rede in Tennessee (USA)
Donald Trump attackiert Mike Pence auf einer Rede in Tennessee (USA). © Seth Herald/afp

Donald Trump wettert wieder gegen Mike Pence

Ziel des Mobs war unter anderem Mike Pence. Der Vizepräsident hatte an diesem Tag die Aufgabe, den Wahlsieg von Joe Biden zu ratifizieren und diesen damit zum Präsidenten zu erklären. Das wollten die Aufständischen verhindern und skandierten deshalb „Hängt Mike Pence“ auf den Stufen des Kapitols.

Donald Trump, selbst nie wirklich ein Mann des Glaubens, nutzt die Gelegenheit vor der ultra-religiösen Fan-Schar, den sehr gläubigen Mike Pence erneut zu attackieren: „Mike hatte nicht den Mut, zu handeln. Er hätte historisches leisten können, aber er hatte Angst, wovor auch immer.“

Donald Trump vergleicht sich mit Martin Luther King

Den Sturm aufs Kapitol selbst redete Donald Trump ein weiters Mal klein. „Es war ein einfacher Protest, der außer Kontrolle geraten ist“, so Trump über die Ereignisse am 6. Januar. Ganz und gar nicht klein redete der abgewählte US-Präsident dagegen sein Publikum an jenem Tag. „Ich glaube, es war die größte Menge an Leuten, zu der ich jemals geredet habe“, so Donald Trump. Immer wieder sagte er, wie groß doch das Publikum gewesen sei. Im Anschluss zog Donald Trump dann noch Parallelen zwischen sich und Martin Luther King und verglich die Größe seines Publikums mit der des berühmten Bürgerrechtlers. „Es waren mehr“, so Trump über seine Leute: „Identisch, aber mehr.“

Am Donnerstag waren bei einer öffentlichen Sitzung des Untersuchungsausschusses zur Attacke auf das US-Kapitol neue Details zu den chaotischen Stunden an jenem Tag offengelegt worden. Donald Trump aber verunglimpfte den Ausschuss und nannte seine Mitglieder „Hochstapler“. „Jeder von ihnen ist ein linksradikaler Hasser, der euch alle hasst“, sagte Trump zu seinem Publikum. (dil/dpa)

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