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Lauterbach und RKI-Chef Wieler zur Omikron-Welle: „Kontrolle nicht verloren“

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Von: Max Schäfer, Christian Stör

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Lothar Wieler und Karl Lauterbach äußern sich auf dem Podium der Bundespressekonferenz zur derzeitigen Corona-Lage in Deutschland.
Karl Lauterbach (r.) und Lothar Wieler informieren über die Lage in der Omikron-Welle. © Wolfgang Kumm/dpa

Die Corona-Zahlen schnellen in die Höhe, das RKI meldet jeden Tag Rekorde. Die Omikron-Welle ist laut Karl Lauterbach jedoch unter Kontrolle.

Trotz der hohen Corona-Fallzahlen habe Deutschland die Kontrolle über die Omikron-Welle nicht verloren, erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in der Bundespressekonferenz am Freitag (28.01.2022). Das Gegenteil sei der Fall. Es sei bisher gut gelungen, die älteren Menschen zu schützen. In der Gruppe der über 60-Jährigen liege die Inzidenz bei 200 bis 300, also deutlich unter dem bundesweiten Durchschnittswert.

Die Bundesregierung verfolge das Ziel, mit möglichst wenigen schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen durch die Omikron-Welle zu kommen. Ein Erfolg wäre, bei den hohen Fallzahlen möglichst wenig Sterbefälle zu haben. Besonders Risikogruppen müssten geschützt werden. Lauterbach betonte dabei die Bedeutung der Corona-Impfung und rief besonders Ältere auf, sich boostern zu lassen.

Intensivmediziner Christian Karagiannidis berichtete dennoch von einem „Omikron-Effekt“ auf den Intensivstationen. Die Hospitalisierungsrate sei jedoch noch „akzeptabel“. Die wichtigste Frage, die sich stellte, sei nun die nach der Krankheitslast mit der Omikron-Variante.

Corona-Krise: Lauterbach, Wieler und Karagiannidis informieren zur Omikron-Welle

Die Pressekonferenz zur Corona-Lage vom Freitag, 28.01.2022, zum Nachlesen:

+++ 11.18 Uhr: Die Bundespressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, RKI-Chef Lothar Wieler und Christian Karagiannidis ist beendet.

+++ 11.15 Uhr: Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson* erstmals geimpft worden sind, und eine zweite weitere Impfung erhalten haben, gelten nicht als geboostert. Der Impfstoff sei nicht so stark, wie er damals in der wissenschaftlichen Literatur eingeschätzt wurde, begründet Lauterbach die Entscheidung. Das sei ein normaler wissenschaftlicher Prozess.

+++ 11.09 Uhr: Zu möglichen Lockerungen der Corona-Maßnahmen erklärt Lauterbach, der Plan sei es, eine weitere Omikron-Welle zu verhindern. Mitte Februar erreiche man den Zenit der Welle. In der zweiten Februarhälfte oder Anfang März könne man die Maßnahmen lockern.

+++ 11.05 Uhr: Er finde es schade, dass wir uns mit dem Kommunikationsproblem so viel auseinandersetzen, erklärt Karl Lauterbach auf eine Nachfrage zum Streit um den Genesenenstatus. Er sei über jede inhaltliche Frage dankbar.

+++ 11.02 Uhr: „Die Omikron-Welle findet jetzt statt, also sollte ich mich jetzt impfen lassen“, erklärt Karl Lauterbach zu den Booster-Impfungen. Deshalb solle man nicht auf einen Omikron-Impfstoff warten, der noch auf sich warten lasse. Medizinisch gebe es keinen Grund zu warten. „Nur ein Prozent der Intensivpatienten in Frankreich waren geboosterte Patienten“, ergänzt Christian Karagiannidis.

+++ 10.59 Uhr: „Die Immunität schwankt je nach Verlauf der Infektion stark“, erklärt RKI-Chef Wieler. Deshalb sei der Genesenenstatus verkürzt wurden. Die Immunität nach der Infektion sei im Gegensatz zur Corona-Impfung nicht garantiert.

+++ 10.55 Uhr: Über die Verkürzung des Genesenenstatus auf drei Monate erklärt Lauterbach, dass sie sinnvoll sei. Ein Genesener müsse sich darauf verlassen können, dass er niemanden anstecken könne. Das sei bei der Omikron-Variante nicht der Fall. Der inhaltliche Punkt der Entscheidung sei richtig, erklärt Lauterbach. Auch auf europäischer Ebene setze er sich dafür ein. Lauterbach selbst sei am Entscheidungsprozess beteiligt gewesen, er habe jedoch nicht gewusst, wann die Änderung in Kraft tritt. Es habe ein Kommunikationsproblem gegeben.

+++ 10.49 Uhr: „Wir arbeiten bereits an einer schnellen Ausleitung der Haupt- und Nebendiagnosen an eine zentrale Stelle“, erklärt Lauterbach. Diese könne im RKI oder im Bundesgesundheitsministerium einlaufen. Derzeit sei die Meldung noch verzögert. Das werde sich bald ändern.

+++ 10.44 Uhr: Eine Journalistin fragt, wie die Bundestagsdebatte über die allgemeine Impfpflicht auf die Bevölkerung wirke. „Ich fand die Debatte inhaltlich hochwertig“, erklärt Lauterbach.

+++ 10.42 Uhr: Haben Gesundheitsämter einen Ermessensspielraum bei der Durchsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht, fragt ein Journalist den Gesundheitsminister. Es gehe darum, vulnerable Gruppen zu schützen. Bei der partiellen Impfpflicht gebe es „keinen Verhandlungsspielraum“. Bei der Umsetzung arbeite man mit den Ländern zusammen, erklärt jedoch der SPD-Politiker.

+++ 10.35 Uhr: Angesichts der Corona-Lage in Schulen erklärt Lauterbach, dass es die Sache der Länder sei. Der Bund helfe dabei, die Pandemie als Ganzes einzuschränken.

+++ 10.33 Uhr: Ein Journalist spricht die widersprüchliche Kommunikation bei der derzeitigen Corona-Politik an und was man dagegen machen könne. Am besten bleibe man bei der Wahrheit. „Man muss immer wieder das Objektive in den Vordergrund stellen“, sagt Karl Lauterbach. Man müsse die Zahlen anschauen, ob den derzeitigen Kurs zu beurteilen. Auf Nachfrage zu Lockerungen der Maßnahmen in einzelnen Bundesländern und Nachbarstaaten erklärt Lauterbach: „Ich begrüße diese Lockerungen nicht.“ Der Zenit der Omikron-Welle sei noch nicht überstanden.

+++ 10.29 Uhr: Karl Lauterbach benennt zwei Gruppen, die bei der PCR-Teststrategie priorisiert werden sollen. Derzeit sei die Bundesregierung in Gesprächen mit den Ländern. In den kommenden Wochen werde man einen Vorschlag vorbringen. Einerseits sollen Beschäftigte im Gesundheitssystem regelmäßig getestet werden, um Schutzbefohlene zu schützen. Auch Risikogruppen sollen getestet werden, um Corona-Erkrankungen möglichst früh zu erkennen und sie rechtzeitig behandeln zu können. Lauterbach betont allerdings auch die Bedeutung der Antigentests.

Lauterbach und Wieler informieren zur Corona-Krise: Omikron-Welle vor Höhepunkt

+++ 10.24 Uhr: „Auf den kommenden Winter müssen wir uns wirklich gut vorbereitem“, sagt Christian Karagiannidis. Er habe mehr Angst vor dem kommenden Winter als aktuell. Man könne vor den Mitarbeitenden im Gesundheitssystem nur den Hut ziehen, erklärt Karagiannidis

+++ 10.21 Uhr: Christian Karagiannidis erklärt die Corona-Lage in den Krankenhäusern. Derzeit seien noch über 2000 Covid-Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen. Der Anteil der Delta-Variante* in den Kliniken nehme ab.

+++ 10.17 Uhr: Wieler erinnert an die Corona-Maßnahmen. Auch er appelliert erneut, sich impfen zu lassen.

+++ 10.15 Uhr: In den Kliniken mache sich bemerkbar, dass die Älteren noch nicht von der Omikron-Welle betroffen seien. Wieler führt das auf den höheren Anteil der Auffrischungsimpfungen zurück. In den kommenden Wochen rechnet er jedoch mit mehr Krankenhauseinweisungen und mehr älteren Personen, die betroffen seien. Derzeit sei das jedoch schwer einzuschätzen. Angesichts der hohen Fallzahlen müssen die Risikogruppen besonders geschützt werden.

+++ 10.12 Uhr: Wir steuern in der Omikron-Welle auf einen Höhepunkt, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Wir kommen jedoch in eine neue Phase der Pandemie. Dabei müsse jedoch nicht auf die Fallzahlen, sondern auf die Krankheitslast geschaut werden.

+++ 10.10 Uhr: Karl Lauterbach wünscht sich, dass man auf die Omikron-Welle zurückblicken könne, und wenige Todesfälle beklagen müsse. Um einen erneuten Anstieg im kommenden Herbst zu vermeiden, ist jedoch laut Lauterbach eine allgemeine Impfpflicht nötig.

Corona-Krise: Lauterbach wirbt in Pressekonferenz für Booster-Impfungen

+++ 10.07 Uhr: „Die Booster-Impfung hilft den Älteren unbedingt. Ich rufe jeden auf, die Booster-Impfung zu erhalten“, erklärt Karl Lauterbach. Das Risiko zu sterben, sinke um 99 Prozent, erklärt Lauterbach und appelliert, nicht auf neue Impfstoffe zu warten, sondern sich jetzt boostern zu lassen.

+++ 10.05 Uhr: Karl Lauterbach erklärt, die Omikron-Welle sei gut unter Kontrolle. Das Ziel sei es, möglichst wenig schwere Verläufe und Todesfälle zu haben. In Deutschland gebe es die Besonderheit, dass es relativ viele ältere Menschen gebe und der Anteil der Ungeimpften in dieser Gruppe relativ hoch sei. Angesichts dessen sei die Zwischenbilanz. Es sei gelungen, durch die Maßnahmen die Älteren zu schützen.

+++ 10.02 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt.

+++ 09.56 Uhr: In wenigen Minuten startet die Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. Neben Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler wird auch Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung, auf dem Podium der Bundespressekonferenz sitzen.

Corona-Pressekonferenz mit Karl Lauterbach und Lothar Wieler

Erstmeldung: Berlin – Die Corona-Krise macht Deutschland weiter schwer zu schaffen. Immerhin erreichte die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz jetzt den neuen Rekordwert von 1073,0.* Die Omikron-Variante* dominiert dabei längst, wie aus dem neuen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. In den Meldedaten aus den Bundesländern betrug ihr Anteil in der vergangenen Woche 96 Prozent. Um 10 Uhr wollen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Präsident Lothar Wieler auf einer Pressekonferenz in Berlin über die aktuelle Lage informieren.

Angesichts der in die Höhe schnellenden Zahlen von Omikron-Neuinfektionen sieht das RKI nicht die Messung jeder Infektion, sondern immer mehr die Krankheitslast im Fokus. Für die aktuelle Lagebewertung stehe „nicht die Erfassung aller Infektionen durch Sars-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund“, heißt es im RKI-Wochenbericht vom Donnerstagabend (27.01.2022). Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst werde, ermöglichten ergänzend zurate gezogene Schätzwerte „eine zuverlässige Einschätzung der Gesamtentwicklung der epidemiologischen Situation“ in Deutschland, hieß es.

Corona-Krise: Lauterbach und Wieler informieren über Lage

Konkret werden darum inzwischen im Wochenbericht Schätzungen zu Infizierten mit Covid-19-Krankheitssymptomen verschiedener Schwere ausgewiesen. Spezifisch liegen damit auch Schätzwerte zu Fällen unterhalb der Schwelle von Krankenhausaufnahmen vor, etwa die Häufigkeit von Arztbesuchen: In der Woche bis 23. Januar waren dies demnach 280 pro 100.000 Personen, in der Vorwoche waren es laut RKI noch 178 gewesen.

Für die dritte Woche des Jahres wurde zudem geschätzt, „dass in etwa 1,3 bis 2,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 0,6 bis 1,3 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankte“. Diese Angaben speisen sich aus verschiedenen Quellen, etwa aus Angaben aus der Bevölkerung.

Corona-Krise: Lauterbach und Wieler geben Pressekonferenz

Hintergrund für die vorübergehend unvollständiger werdende Erfassung von Infizierten sind unter anderem zunehmend an und über ihre Grenzen kommende Test- und Erfassungskapazitäten.

Verfolgen Sie heute von 10 Uhr an die Pressekonferenz mit Karl Lauterbach und Lothar Wieler hier im Live-Ticker. (cs/ms/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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