Nach TV-Talk bei Illner

Corona in Deutschland: Experten aus Mallorca wehren sich gegen Vorwürfe von Karl Lauterbach

Gesundheitsexperten aus Mallorca widersprechen dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Dieser hatte im TV-Talk mit Maybrit Illner (ZDF) bezweifelt, dass die offiziellen Fallzahlen für Mallorca so stimmen.

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel* nimmt die Entscheidung zur Osterruhe zurück.
  • Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus* in Deutschland steigen weiterhin deutlich an.
  • Karl Lauterbach warnt im TV-Talk mit Maybrit Illner (ZDF) vor der Virusmutante P1 in Mallorca.

Update vom Freitag, 26.03.2021, 16.25 Uhr: Gesundheitsexperten aus Mallorca haben empört auf Aussagen Karl Lauterbachs reagiert, auf der Insel kursiere die P1-Mutante des Coronavirus. Der SPD-Gesundheitsexperte hatte dies in der Talkshow von Maybrit Illner im ZDF gesagt. Antoni Oliver, Chefbiologe des Landeskrankenhauses Son Espases, in dem die Virusproben der Balearen analysiert werden, sagte der Mallorca Zeitung: „Fakten sind Fakten, das ist schon empörend, wenn sie anders dargestellt werden.“

Wie die Zeitung weiter berichtet, werden im Labor von Antoni Oliver rund zehn Prozent der Corona-Proben genetisch untersucht. Dabei sei zwar zweimal die erstmals im Amazonas aufgetretene Variante B.1.1.28 festgestellt worden, jedoch nicht die vermutlich gefährlichere P1-Mutante. Die P1-Mutante wird teilweise auch mit B.1.1.28.1 abgekürzt.

Karl Lauterbach hatte auch angezweifelt, dass Mallorcas Corona-Inzidenz wirklich so niedrig ist wie angegeben. Auch hier kommt Widerspruch von der Insel. „Wir sind hier schließlich nicht in einer Bananenrepublik, sondern in einem ernsthaft und professionell geführten Land“, sagte Gesundheitsexperte Joan Carles March der Mallorca Zeitung.  

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dämpft die Hoffnungen auf eine Corona-Trendumkehr durch den Oster-Lockdown. (Archivbild)

Update vom Freitag, 26.03.2021, 10.45 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezweifelt die Aussagen einer Klinik auf Mallorca, nach der auf der Insel nicht die Virusmutante P1, sondern die ursprüngliche brasilianische Mutante gefunden wurde. „Mallorca hat jetzt bestritten, dass sie P1 haben. Ich glaube das denen nicht“, sagte er in der ZDF-Talkshow von Maybrit Illner.

„Früher war es klar, das ist P1, jetzt ist es plötzlich die Ursprungsvariante in Brasilien, aus der P1 entstanden ist. Das heißt, da wird auch noch getrickst, ich glaube da kein Wort“, sagte er. „Ich glaube, dass die mittlerweile längst P1 haben.“ Außerdem glaube er auch die offiziellen Fallzahlen nicht.

Corona in Deutschland: Karl Lauterbach warnt im TV-Talk mit Maybrit Illner (ZDF) vor Mallorca-Reisen

In der Ministerpräsidentenkonferenz habe man nach Hilfskonstruktionen gesucht, Reisen nach Mallorca zu verbieten, sagte Karl Lauterbach und Berlin-Bürgermeister Müller stimmte zu. „Denn das kann ich niemandem erklären, dass auf Mallorca gefeiert wird mit einer möglicherweise nicht zutreffenden Inzidenz und dort gelten die Regeln nicht und hier können die Leute nicht weg.“

Währenddessen sind die offiziellen Zahlen der Corona-Infektionen auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln weiterhin relativ niedrig. Nach den aktuellen Zahlen des regionalen Gesundheitsministeriums vom Donnerstag wurden binnen eines Tages 36 Menschen auf den Inseln im Mittelmeer positiv auf das Virus getestet. Davon entfielen 33 auf Mallorca, wo zurzeit viele Deutsche trotz der Warnungen der Bundesregierung ihren Urlaub verbringen, und 3 je auf Ibiza und Menorca.

Corona in Deutschland: Mallorca-Urlaub boomt

Nachdem Mallorca am 14. März von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen worden war, boomten Urlaubsbuchungen für die Balearen-Insel. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts war aufgehoben worden, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war. Damit wurde Urlaub auf Mallorca wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich.

Update vom Freitag, 26.03.2021, 09.34 Uhr: Mit der Zunahme der Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen sind nach Einschätzung eines pädiatrischen Infektiologen auch mehr Spätfolgen in diesen Gruppen zu erwarten. „Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen“, sagte Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. „Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet.“

Corona in Deutschland: Angst vor Long Covid geht um

In der Fachsprache ist bei dem Phänomen von Long Covid (Langes Covid-19) oder Post Covid (Nach Covid-19) die Rede. Da für Kinder und Jugendliche noch keine Covid-19-Impfstoffe zugelassen sind, zählen sie zu den Gruppen, die noch einige Monate empfänglich für das Virus sein werden. Seit Wochen steigt die Zahl der erfassten Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) an.

Update vom Freitag, 26.03.2021, 07.43 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund hat den vom Saarland geplanten Modellversuch mit Lockerungen der Corona-Restriktionen kritisiert. „Versuche in Modellregionen können in dieser Situation keine Alternative zum Lockdown sein“, sagte die Vorsitzende des Ärzteverbands, Susanne Johna, der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

„Die dritte Welle ist bereits im vollen Gange“, hob Johna hervor. Sie sehe es „kritisch, wenn mit dem Saarland ein zwar kleines, aber doch ganzes Bundesland einen Modellversuch durchführen“ wolle. Auch wenn die Inzidenz im Saarland noch relativ niedrig sei, bleibe völlig unklar, wie verhindert werden solle, dass viele Menschen aus anderen Bundesländern wegen der Öffnungen einreisen, sagte die Verbandschefin.

Noch sind die Biergärten im Saarland geschlossen. Nach Ostern sollen viele Betriebe, Geschäfte und Außengastronomien im Saarland aber wieder öffnen dürfen.

Corona in Deutschland: „Die dritte Welle ist bereits im vollen Gange“

„Wo immer es Modellversuche geben wird, brauchen wir eine enge Überprüfung der Ergebnisse“, mahnte Johna. Es müsse „vorher eindeutig geklärt sein, was positiv getestete Menschen tun müssen“. Und die Kommunen, die sich als Modellregion beteiligen, müssten „die Einhaltung der Quarantäne von positiv Getesteten auch überprüfen“. Johna fügte hinzu, dass nach ihrer Einschätzung in Deutschland schon rund 80 Prozent der Corona-Neuinfektionen auf die ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 zurückzuführen seien.

Die saarländische Regierung will ab dem 6. April 2021 mit einer entsprechenden Rechtsverordnung die Corona-Restriktionen für Gastronomie, Sport und Kultur sowie private Treffen lockern. Mit einem negativen Corona-Test soll auch der Besuch von Theatern, Kinos, Konzerthäusern und Fitnessstudios wieder möglich sein. Wenn sich das Vorgehen als erfolgreich erweist, sollen ab dem 18. April weitere Öffnungsschritte folgen.

Karl Lauterbach: „Ausgangssperre ab 20 Uhr“

+++ 20.31 Uhr: Der Epidemiologe und SPD-Politiker Karl Lauterbach hat sich für einen härteren Lockdown ausgesprochen. Im „ARD-Mittagsmagazin“ forderte er angesichts geplanter Lockerungen im Saarland und anhaltend steigender Neuinfektionszahlen strengere Corona-Regeln. „Ich sehe keinen anderen Weg, als hier mit einer Ausgangssperre ab 20 Uhr zu arbeiten, zumindest für eine befristete Zeit für zwei Wochen“, sagte er im ARD-Interview. Bevor weitere Lockerungen beschlossen werden, könne eine Ausgangssperre Lauterbach zufolge verhindern, dass die Zahlen weiter steigen und die „nötige Stabilität“ in das Infektionsgeschehen bringen. Für Stabilität sollte auch die sogenannte „Osterruhe“ sorgen, die beim Bund-Länder-Gipfel zunächst beschlossen und dann wegen vielfacher Kritik gekippt wurde.

Neben nächtlichen Ausgangsbeschränkungen forderte Lauterbach, dass Betriebe dazu verpflichtet werden, ihre Mitarbeiter regelmäßig zu testen. „Sonst verlieren wir weitere zwei Wochen und haben dann Fallzahlen Mitte oder Ende April um 200 oder 300 pro Tag, und das ist sehr schwer zu stoppen“, warnt der SPD-Gesundheitsexperte.

Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD). (Archivfoto)

Saarland will als Modellregion nach Ostern den Lockdown beenden

Update vom Donnerstag, 25.03.2021, 10.36 Uhr: Das Saarland steigt nach Ostern aus dem Lockdown aus und will als gesamtes Bundesland zur Modellregion für die Bekämpfung der Corona-Pandemie werden. Ab dem 6. April sollen unter anderem Kinos, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussetzung sei ein tagesaktueller negativer Schnelltest, sagte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag (25.03.2021). Bislang habe das Bundesland es geschafft, sich von den bundesweit exponentiell steigenden Infektionszahlen abzukoppeln. Seit einem längeren Zeitraum liege die Sieben-Tages-Inzidenz bereits bei rund 70, weswegen die Öffnungen möglich seien. Das Saarland habe wie ganz wenige Regionen in Deutschland „beste Voraussetzungen“ dafür, solch einen „nach wie vor sehr vorsichtigen und sehr umsichtigen Weg zu gehen“, betonte Hans.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz im Frühjahr 2020 über Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Karl Lauterbach nennt Ausgangssperre Notlösung – und schlägt Alternative vor

+++ 06.55 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt, dass eine nächtliche Ausgangssperre bei weiterhin steigenden Fallzahlen nicht zu vermeiden sei. Die sich ausbreitende Corona-Mutation B.1.1.7 ist auf einen Monat betrachtet „vier- bis achtmal so ansteckend“ wie das bisherige Virus, begründete er seine Forderung. Derzeit hält er Maßnahmen wie Ausgangssperren aber noch nicht für zwingend notwendig: „Ausgangsbeschränkungen sind die Ultima Ratio, man muss versuchen, das zu verhindern.“ Die einzige Chance dazu biete ein „sehr strenges Testkonzept“ mit zwei Tests pro Woche in allen Schulen und Betrieben. Die Kapazitäten hierfür würden „gerade fieberhaft aufgebaut“.

Corona-Gipfel – Karl Lauterbach sieht Ausgangssperre als Notlösung

FDP-Chef Christian Lindner lehnt Ausgangssperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie hingegen grundsätzlich ab. Er sagte bei „Bild live“: „Ich halte Ausgangsbeschränkungen immer für unverhältnismäßig, für eine zu scharfe Freiheitseinschränkung.“ Außerdem würden sie nicht unbedingt zum Infektionsschutz beitragen: „Wenn sich Angehörige eines Haushalts draußen an der frischen Luft bewegen, sehe ich keinen Grund, ihnen das zu untersagen.“

Seit 15.30 Uhr beraten Bund und Länder auf dem Corona-Gipfel: Das sind die Streitpunkte des Treffens.*

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, auf der Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.

Vor Corona-Gipfel: Infektionszahlen steigen - Lockdown bis nach Ostern?

Update vom Montag, 22.03.2021, 05.00 Uhr: Unter dem Eindruck rasch steigender Infektionszahlen beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder am Montag (14.00 Uhr) über die nächsten Schritte in der Corona-Politik. Schon vorab zeichnete sich eine abermalige Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen bis über Ostern ab. In der Runde dürfte auch darüber beraten werden, ob die erst vor zwei Wochen erfolgten leichten Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden müssen.

Mit Blick auf die nahenden Osterferien wollen es mehrere Bundesländer den Bürgern allerdings ermöglichen, unter strengen Schutzvorkehrungen zumindest im eigenen Land Urlaub zu machen. Als offen gilt die Frage, wie es mit dem Präsenzunterricht in Schulen und mit den Kitas weitergeht. Die letzte Bund-Länder-Runde hatte Anfang März die Öffnungsbeschlüsse mit einer Notbremse versehen - sie soll greifen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 steigt. Diese Marke überschritt der Inzidenzwert an Wochenende bundesweit.

Vor Corona-Gipfel: SPD-Politiker warnt vor „Frustration in den Kommunen“

Update vom Sonntag, 21.03.2021, 08.30 Uhr: Vor der Bund-Länder-Konferenz am Montag (22.03.2021) hat Städtetagspräsident Burkhard Jung vor einer schwindenden Akzeptanz der Corona-Maßnahmen in den Kommunen gewarnt. „Ich mache mir Sorgen, dass die Corona-Politik von Bund und Ländern die Unterstützung vor Ort verliert - auch bei den Oberbürgermeistern“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Geschlossenheit unter den Oberbürgermeister:innen werde brüchig, stellte Jung fest. „Wenn es Bund und Ländern nicht gelingt, die Menschen mit klaren Regeln und guter Kommunikation von der Corona-Politik zu überzeugen, bekommen wir eine schwierige Situation“, sagte er. Besonders nach der zurückliegenden Bund-Länder-Runde habe es große Frustration in den Kommunen gegeben.

Corona-„Notbremse“: Die Meinungen gehen auseinander (Symbolbild)

Vor Corona-Gipfel: Politik muss „Notbremse“ ziehen, fordern Mediziner:innen

Erstmeldung: Berlin – Am Montag (22.03.2021) findet die nächste Bund-Länder-Konferenz statt. Es geht um das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Eigentlich waren zu diesem Zeitpunkt weitere Lockerungen der bestehenden Maßnahmen vorgesehen. Doch angesichts der steigenden Fallzahlen* schlagen Mediziner:innen Alarm – und fordern, dass die Bundesregierung und die Ministerpräsident:innen der Länder schärfere Einschränkungen beschließen.

Bund-Länder-Beratungen: Mediziner:innen wollen Corona-Notbremse ziehen

Am Freitagabend wies Angela Merkel (CDU) auf die „Notbremse“ hin, die Bund und Länder gemeinsam beschlossen hatten und ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100 gilt. Von dieser „werden wir leider auch Gebrauch machen müssen“, teilte die Bundeskanzlerin im Anschluss an den Corona-Impfgipfel* mit. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir ohne diese Notbremse auskommen, aber das wird nicht möglich sein, wenn ich mir die Entwicklung der letzten Tage anschaue.“ Die jüngsten Lockerungen müsse man aufgrund exponentiell steigender Infektionszahlen zurücknehmen.

Am folgenden Morgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 16.033 Corona-Neuinfektionen und 2017 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Am vergangenen Samstag waren es noch 12.674 neue Fälle gewesen. Innerhalb von einer Woche ist die Inzidenz für Deutschland von 76,1 auf 99,9 gestiegen. Die Tendenz geht also deutlich nach oben. Experten wie SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) oder der Virologe Christian Drosten warnen vor der dritten Welle*, die insbesondere durch die Corona-Mutanten* beschleunigt werde.

Corona-Gipfel: Intensivmediziner:innen wollen „Rückkehr zum Lockdown vom Februar“

Auch Susanne Johna, die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, fordert, dass die Corona-Notbremse gezogen wird: „Da darf es keine Ausnahmen geben“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Ich rechne ab Ostern mit einer noch kritischeren Lage als zum Jahreswechsel.“ Der Kapazitätspuffer auf den Intensivstationen „wird rasant wegschmelzen“, warnte sie. „Es war unverantwortlich, in die dritte Welle und die Ausbreitung der Mutanten hinein auf diese Art zu lockern.“ Den Kliniken drohe nun die „dritte Extremsituation binnen eines Jahres“.

Auch Intensivmediziner:innen fordern ein Eingreifen. Denn sonst könne der bundesweite Inzidenzwert auf 200 steigen. Mehr Patient:innen auf den Intensivstationen wären die Folge. „Aus unserer Sicht kann es daher nur eine Rückkehr zum Lockdown vom Februar geben“, sagte Gernot Marx, der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), der „Augsburger Allgemeinen“.

Corona-Gipfel: Bund und Länder beraten über „Notbremse“ und Lockerungen

In Hinsicht auf die Frage, ob es weitere Lockerungen oder Einschränkungen geben soll, ist die Politik gespalten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) sehe derzeit keine Möglichkeit für Lockerungen. Die Notbremse müsse „konsequent“ und „für alle“ gelten, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, will am bei der Bund-Länder-Konferenz für regionale Lösungen werben. In Modellkommunen oder Landkreisen mit einer Inzidenz unter 100, die ein lückenloses Test- und Kontakterfassungssystem vorweisen können, sollten Außengastronomie, Kultur und Einzelhandel für Kunden mit einem tagesaktuellen Corona-Test öffnen können, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Sie wolle am Corona-Stufenplan festhalten, den Bund und Länder am 3. März beschlossen hatten. Die Einhaltung der vereinbarten „Notbremse“ ab einer Inzidenz von 100 bleibe aber die Bedingung. Sie sei „zwingendes Element des Plans genauso wie das Testen und Impfen“.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), betont, dass man damit rechnen müsse, dass bestimmte Lockerungen „zurückgenommen und verschärft werden“. Auch Thüringens Landeschef Bodo Ramelow (Linke) sagte der „dpa“: „Ohne Kontaktnachverfolgung und ohne Testen bin ich nicht fürs Öffnen, da bin ich für gar nichts.“ In der Corona-Pandemie hat Thüringen bundesweit die höchste Inzidenz. (Lukas Rogalla mit Agenturen) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jürgen Heinrich/imago-images

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