Der CDU-Mann im Talk

Laschet bei Brigitte-Live: „Als Mann kann ich besser für Gleichberechtigung sorgen als eine Frau“

Armin Laschet, Mimik, auf Bühne
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Armin Laschet stellt sich Fragen bei Brigitte-Live: Es geht um Frauen- und Familienthemen.

Armin Laschet (CDU) über persönliche Werte und Erfahrungen: Vor der Bundestagswahl stellen sich Baerbock, Scholz und Laschet den Fragen der Frauenzeitschrift „Brigitte“.

Update vom 07. Juni, 19.15 Uhr: Laschet würde Söder als Minister freie Hand lassen, sagt der NRW-Ministerpräsident. Die hypothetische Frage dazu: Was passiert, wenn Söder Teil des Laschet-Kabinetts wird?

„Jeder Minister muss für sich glänzen können“, sagt Laschet klar. Er würde lieber kooperativ führen als ein starker Leader zu sein. „Aber Söder ist ja nun mal Ministerpräsident in Bayern und hat nur eine starke Rolle bei der Kabinettsbildung als CSU-Vorsitzender“, bleibt er aber doch eher ausweichend.

Update vom 07. Juni, 19.09 Uhr: Wie soll es mit den Schulen im Herbst weiter gehen? Kommt wieder Distanzunterricht? „Der soziale Kontakt ist für Kinder extrem wichtig. Wir müssen jetzt alles tun, dass nach der Pandemie mit den Regeln, die wir haben, Kinder geschützt werden.“ Demnach will er zunächst an der Maskenpflicht festhalten, besser werden was Lüften und Luftfilter angeht sowie leichtere Tests. „All diese Mittel sind besser als Schulschließungen.“

Was Impfungen für Kinder angeht, gibt sich Laschet bedeckt, was seine persönliche Meinung angeht. „Politik muss sich an wissenschaftliche Empfehlungen halten“,, ist seine Aussage dazu. Kinderärzte und die Stiko sollten hier Experten bleiben. Damit stellt er sich auch gegen Jens Spahn, der jüngst Impfungen für Kinder dringend empfohlen hatte.

Laschet vermeidet klare Aussage zu Maaßen und ARD-Ausspruch

Update vom 07. Juni, 19.01 Uhr: „Ich habe nicht vor, zu jeder der Aussagen von Herrn Maaßen ein Statement abzugeben“, sagt Armin Laschet (CDU). Die beiden Brigitte-Interviewerinnen hatten ihn darauf angesprochen, dass er sich nicht eindeutig zu Hans-Georg Maaßens Aussagen gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk positioniert hatte. „Die Linie der Partei ist klar, und darüberhinaus kann jeder Interviews geben. Die müssen dann aber nicht immer von mir kommentiert werden“, sagt Laschet - und unterlässt es damit einmal mehr, kritische Worte gegen Maaßen auszusprechen.

Armin Laschet (CDU) zu umstrittener Rolle seines Sohnes Joe Laschet beim Schutzkittel-Kauf in NRW

Update vom 07. Juni, 18.46 Uhr: „Ich würde sagen, dass ich ein Vater war, der da war, wenn es wichtig war“, sagt Laschet auf die Frage, ob er für sich Familie und Beruf gut vereinbart habe. „Sich den Kindern widmen, Freude daran haben, das ist Qualität, darum geht es“, so Laschet.

Sein Sohn Joe Laschet hatte den Kontakt einer Textilfirma an die NRW-Regierung vermittelt, die dann für das Land Schutzkittel produzierte. „Ich würde das jederzeit wieder so machen, auch als Vater“, sagte Laschet, schränkt dann aber doch im weiteren Verlauf ein: „Der junge Mensch wollte helfen, er hatte keinen Cent Vorteil davon, aber er ist sehr erschrocken. Klar, ich habe ihm da viel zugemutet. Wenn ich gewusst hätte, was daraus wird, hätte ich gesagt, ich besorge mir den Kontakt anders. Allerdings war das ein Ostersonntag.“

Armin Laschet (CDU) über Gleichberechtigung von Mann und Frau: „Als Mann kann ich das besser.“

Update vom 07. Juni, 18.35 Uhr: „Mein Ziel wäre es, dass wir in der Gesellschaft auch ohne gesetzliche Vorgaben die Gleichstellung zwischen Mann und Frau besser machen. Und ich glaube, dass kann man als Mann sogar besser als als Frau“, sagt Armin Laschet (CDU) relativ zum Anfang des Live-Talks bei Brigitte. Als Mann könne er als Vorbild für andere Männer wirken. Außerdem strebe er danach, ein Kabinett aufzustellen, in dem gleich viele Männer und Frauen Minister beziehungsweise Ministerin werden. Dass das im NRW-Kabinett aktuell nicht der Fall sei, sei ein Fehler.

Erstmeldung vom 07. Juni, 17.22 Uhr:

München - Armin Laschet bei Brigitte Live: Sonntag oder Montag, worüber wollen Sie lieber sprechen? Was können Sie heute besser als vor 20 Jahren? Und wer sind Sie in Ihrer Beziehung - eher Ernie oder eher Bert? Das waren die Fragen, denen sich Annalena Baerbock, die Kanzlerkandidatin der Grünen, im Brigitte-Talk stellen musste. Am Mittwochabend, 7. Juli, soll es auch im Gespräch mit Armin Laschet (CDU)* um persönliche Werte und Erfahrungen gehen. Chefredakteurin Brigitte Huber interviewt den Kanzlerkandidaten der Union in Berlin.

Aktuell würden laut einer Forsa-Umfrage 25 Prozent der Menschen Laschet wählen, wenn sie ihn direkt wählen könnten. Auf die CDU würden 30 Prozent der Stimmen gehen - auf die Grünen nur noch 19 Prozent. Doch immer noch würden 40 Prozent der Deutschen für keinen der drei abstimmen - gerade an unentschlossene Frauen richtet sich das Talkformat.

Der Bergmannssohn Armin Laschet (CDU) auf dem Weg zur Kanzlerschaft?

Viel zu erzählen gibt es aus Armin Laschets Leben mit Sicherheit. „Mama, heute habe ich den ekelhaftesten Jungen der Welt kennengelernt“ - mit diesen Worten soll Laschets Ehefrau Susanne ihrer Mutter von der ersten Begegnung mit Armin erzählt haben, als sich die beiden im Kindesalter kennen lernten.

Schon vor der Wahl zum CDU-Parteichef hatte Laschet sich das Image des einfachen Mannes gegeben. Damals hielt er eine Blechmarke, die sein Vater als Bergmann bekommen hatte, in die Kameras. Und er zitierte seinen Vater mit den Worten:

„Sag‘ den Leuten, sie können dir vertrauen.“

Armin Laschet über eine Aussage seines Vaters zu seiner Kanzlerkandidatur.

Dieses Bild von sich hat allerdings längst Risse bekommen: Laschet gilt zwar anders als sein (ehemaliger) Konkurrent Markus Söder (CSU) nicht so sehr als Wendehals. Doch auch Laschet hat bereits Kehrtwenden in seinen politischen Aussagen hingelegt. Und auch das Bild vom einfachen, vertrauenswürdigen Bergmannssohn hat gelitten: Laschets Sohn hatte ganz zu Beginn der Pandemie schon seine eigene Maskenaffäre. Da die Brigitte-Interviewerin auch Persönliches über die Kanzlerkanditaten und -kandidatinnen herausfinden wollten, könnte auch das zum Thema werden.

Brigitte Live mit Armin Laschet (CDU): So lief das Talk-Format für Annalena Baerbock

Nicht besonders rund lief es im Wahlkampf für Annalena Baerbock (Grüne)* zuletzt. Auch im Brigitte-Livestream musste sie zu den Plagiatsvorwürfen gegen ihr Buch Stellung beziehen. Im Talk hatte sie erstmals eine Begründung für die fehlenden Quellenangaben abgegeben. Außerdem plauderte die Kanzlerkandidatin über die Beziehung zu ihrem Mann und ihren Alltag. Doch auch der Brigitte-Talk verlief nicht ohne Pannen: Zeitweise fiel der Ton im Livestream aus.

Aber auch der CDU-Bundestagswahlkampf läuft alles andere als reibungslos. Nicht nur ist die Maskenaffäre* noch längst nicht vergessen. Auch wegen der Wahlplakate der Union gab es Ärger - und das ausgerechnet von der Polizei. (kat)

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