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Ausgleichsmaßnahmen für U6-Verlängerung beendet – Comic soll über weiteren Baufortschritt informieren

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Schutzzäune halten Amphibien und Mäuse von Baugelände fern, erläuterte Luisa Russ von der Umweltbegleitung. Guiliano Grandis stellte den U-Bahn-Comic „Licht in den Untergrund“ vor.
Schutzzäune halten Amphibien und Mäuse von Baugelände fern, erläuterte Luisa Russ von der Umweltbegleitung. Guiliano Grandis stellte den U-Bahn-Comic „Licht in den Untergrund“ vor. © Romy Ebert-Adeikis

Die Erweiterung der U6 kann nun in die nächste Phase gehen, denn die nötigen Naturschutzmaßnahmen wurden ergriffen. Welche das sind und wie es weitergeht...

MARTINSRIED Die Verlängerung der U6 nach Martinsried geht in die nächste Phase. Alle Ausgleichsmaßnahmen für die Natur wurden abgeschlossen, sowohl die Haselmaus als auch der Laubfrosch, die Fledermaus und die Zauneidechse sind erfolgreich umgesiedelt. Darum können nun die Bodenflächen dokumentiert und nach Kampfmitteln abgesucht werden. Ab Montag, 10. Oktober, wird dann der erste Oberboden abgetragen.

U6-Erweiterung nach Martinsried: Tierarten wurden umgesiedelt

Anfang 2021 begannen die Umweltbegleitmaßnahmen zur U6-Erweiterung: Zwei Teiche für Laubfrösche wurden angelegt. Einer befindet sich südlich der Baustelle hinter dem Gebäude des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie (IZB). Der nördliche ist in der Nähe des U-Bahn-Parkdecks. In beiden leben bereits Frösche, die auch schon gelaicht haben. „Ein Problem ist aber, dass dort schon zweimal Goldfische ausgesetzt wurden, die eine Gefahr für den Laubfrosch darstellen“, berichtet Luisa Russ vom Büro Dr. Schober, das für die Umweltbaubegleitung zuständig ist. „Die Teiche sind nur für die ausgesiedelten Frösche“, appelliert sie.

Seit Beginn 2022 wurden zudem auf der Baufläche Bäume gefällt und ein spezieller Schutzzaun aufgestellt, damit auch die Haselmaus und die Zauneidechse das Areal ohne Schäden verlassen können. „Beim Fällen sind wir ganz vorsichtig vorgegangen, um die Haselmaus nicht aus ihrem Winterschlaf zu wecken. Daher wurden die Stämme mit einer Seilwinde aus dem Baufeld herausgezogen. Bagger lösen zu große Erschütterungen aus“, sagt Russ.

Nach ihrem Winterschlaf wurden die Mäuse zum Schutzzaun gelockt, hinter dem Beerensträucher und Nistkästen angelegt worden waren. So sei die Haselmaus selbstständig aus der Gefahrenzone gewandert. Sollte sich trotzdem mal während der Arbeiten ein Tier verlaufen, sind die Bauarbeiter angewiesen, sich sofort bei Russ zu melden.

U6-Erweiterung nach Martinsried: Bürger sollen mit Comics informiert werden

Aber nicht nur die verschiedenen Tierarten sollen die U-Bahn-Verlängerung gut überstehen, sondern auch die Bürger. „Deswegen haben wir uns eine spezielle Art der projektbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit überlegt: einen Comic samt eigenem Logo“, sagt Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU). Der stammt aus der Feder des Planegger Künstlers Mike Maurus.

„Wir haben uns für diese Art von Information entschieden, weil auch schon viele Kinder nach den Baumaßnahmen gefragt haben. Mit dem Comic wollen wir sowohl für die kleineren aber auch für größere Bürger verständlich erklären, was gerade Sache ist“, erläuterte Giuliano Grandis vom Gewerbeverband beim Vorstellungstermin stellvertretend für den Künstler.

Die U-Bahn-Comics sollen immer erscheinen, wenn der nächste große Schritt beim Bau ansteht. Sie werden auf der Internetseite der Gemeinde sowie deren Social-Media-Kanälen zu sehen sein und könnten auch plakatiert werden.

Mithilfe solcher Comics sollen nicht nur Erwachsene über den Bau informiert werden, sondern auch Kinder.
Mithilfe solcher Comics sollen nicht nur Erwachsene über den Bau informiert werden, sondern auch Kinder. © Gemeinde Planegg

Patricia Stücher

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