Brigitte Schmid-Breining über ihre Zeit am Planegger Gymnasium

"Das letzte Abitur war das verrückteste": FEO-Schulleiterin im Abschiedsinterview

17 Jahre lang war der Direktorats-Schreibtisch am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium ihrer: Jetzt geht Brigitte Schmid-Breining in Rente.
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17 Jahre lang war der Direktorats-Schreibtisch am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium ihrer: Jetzt geht Brigitte Schmid-Breining in Rente.

Nach 17 Jahren übergibt Brigitte Schmid-Breining die Leitung des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums. Woran sie sich am liebsten erinnert, wer ihr Nachfolger wird...

Planegg - Wenn am Freitag die Schulglocken die Sommerferien einläuten, endet am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium eine Ära: Nach 17 Jahren als Direktorin verlässt Brigitte Schmid-Breining ihre Schule. 

Kennen- und lieben gelernt hat sie das Planegger Gymnasium aber schon 1988 – damals noch als Vertreterin des Kultusministeriums bei einer Schulgarten-Prämierung. Seit Jahren kämpft die Direktorin deswegen auch dafür, wieder an die glänzenden Schulgarten-Zeiten in Planegg anzuknüpfen.

An welche Momente die 65-jährige Münchnerin besonders gern zurückdenkt, wie sich die Schule seit ihrer Übernahme 2003 verändert hat und wer auf sie folgt, verrät die Biologie- und Chemielehrerin im Interview mit Hallo.

Zeugnisübergabe wegen Corona in der Turnhalle und ohne Eltern

Frau Schmid-Breining, das Coronavirus hat alle Schulen in den vergangenen Monaten an ihre Grenzen gebracht. War ihr letztes Schuljahr ihr herausforderndstes?
Ich bin in der Tat eine Katastrophentante(lacht). Mit 9/11 habe ich in Planegg angefangen, mit der Corona-Krise gehe ich. Durch die Pandemie war dieses Jahr natürlich alles anders, ständig mussten wir umplanen. Das Jahr war mit viel Unsicherheit belastet und natürlich auch mit der Angst, dass sich Schüler infizieren.

Auch am Feodor-Lynen-Gymnasium hat die Corona-Krise den Schulbetrieb und die Abiturfeiern heuer stark verändert.

Wie werden heuer die Abiturienten verabschiedet?
Abistreich, Abifeier, Essen – das entfällt alles. Immerhin muss ich die Zeugnisse nicht per Post verschicken, wie es zwischendurch mal hieß. Stattdessen kommen zur Zeugnisverleihung alle Schüler in der Turnhalle zusammen. Aber ohne Eltern – damit genug Platz ist. Das letzte Abitur ist definitiv mein verrücktestes.

Und wie sieht Ihr Abschied aus?

Wir werden nach der Lehrerkonferenz mit Abstand zusammensitzen. So weit ich weiß, planen die Lehrer und die Schüler etwas, aber eben reduziert. Wegen Corona gibt es weltweit eine halbe Million Tote – um in solchen Zeiten zu feiern, bin ich viel zu schwermütig.

Schmid-Breining: Besseres Miteinander am Planegger Gymnasium

Wenn Sie an Ihre Zeit als Direktorin zurückdenken: Wie hat sich das FEO seit 2003 verändert?
Wir haben heute eine Musik- und eine Naturwissenschaftsklasse, 2009 wurde der wirtschaftswissenschaftliche Zweig eingeführt. Und wir haben viele Partnerschaften und Kontakte nach außen geknüpft: zu den Naturfreunden, dem Max-Planck-Institut oder dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft. Da geht es um das Ausschöpfen aller Ressourcen, um ein bestmögliches Angebot für die Schüler zu erreichen. Besonders wichtig war mir auch ein besseres soziales Miteinander an der Schule.

Wie haben Sie das erreicht?
So wie ein Biologe das macht: indem man Vorbild ist und auf Nachahmung hofft (lacht).

An welche Momente denken Sie besonders gern zurück?
Alle meine Geburtstage! Meinen 60. haben wir groß gefeiert, die Schüler hatten ein Transparent gebastelt. Oder die Abiturfeier 2004 mit meinem letzten Leistungskurs, als mir ein eigenes Zeugnis ausgestellt wurde. Solche Momente sinddas Schönste an meinem Beruf, Schüler geben einem so viel zurück!

Lehrer vom Gymnasium Fürstenried wird Nachfolger fürs FEO

Das klingt etwas wehmütig...
Noch bereite ich alles für meinen Nachfolger vor, die Arbeit ist wie ein Brett vorm Kopf. Aber die Wehmut wird am ersten Ferientag dann sicher groß zuschlagen.

Noch öffnet Brigitte Schmid-Breining die Tür zum Planegger Gymnasium. Ab September wird Matthias Spohrer hier Schulleiter sein.

Apropos Nachfolger: Können Sie dazu schon etwas sagen?
Inzwischen ja: Die Schulleitung wird jetztMatthias Spohrer vom Gymnasium Fürstenried übernehmen.

Und wie geht es für Sie persönlich weiter?
Meine Mutter braucht ein bisschen Zuwendung. Außerdem haben mein Mann und ich viel nachzuholen: endlich mal ausschlafen, lesen, zeichnen und so weiter. Das wird wie bei allen Rentnern: Ich werde erstmal gar keine Zeit mehr haben (lacht).

Das ist der Neue am Planegger Gymnasium

Mit dem neuen Schuljahr übernimmt Matthias Spohrer die Führung des Feodor-Lynen-Gymnasiums. Bisher war er ständiger Stellvertreter des Schulleiters am Gymnasium Fürstenried.

Dr. Matthias Spohrer wird im neuen Schuljahr Direktor am FEO.

Spohrer bleibt der naturwissenschaftlichen Ausrichtung in Planegg treu: Er unterrichtet die Fächer Informatik, Mathematik und Physik.

                                                              Romy Ebert-Adeikis.

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