Helfende Hand seit 25 Jahren

Malteser Hospizdienste setzen zum Jubiläum auf einen Ausbau von Trauer- und Bildungsarbeit

Dasein für und Beratung von Menschen auf dem letzten Lebensweg und deren Angehörigen: Das macht die Hospizdienste der Malteser in Gräfelfing.
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Dasein für und Beratung von Menschen auf dem letzten Lebensweg und deren Angehörigen: Das macht die Hospizdienste der Malteser in Gräfelfing.
  • Romy Ebert-Adeikis
    VonRomy Ebert-Adeikis
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Seit 25 Jahren sind die Malteser Hospizdienste aus Gräfelfing schon für das Würmtal da. Deshalb blicken die Ehrenamtlichen auf das Erreichte zurück und verraten Zukunftspläne.

GRÄFELFING Der letzte Abschnitt des Lebenswegs ist kein leichter: 1600 Mal seit ihrer Gründung haben ihn die Malteser Hospizdienste mit Sitz in Gräfelfing für Sterbende aus dem Würmtal, dem nördlichen Landkreis Starnberg und dem Münchner Südwesten ein klein wenig erträglicher gemacht. Das Erreichte feiern die Dienste nun mit einem Festabend zum 25. Geburtstag am Freitag, 24. Juni, im Gräfelfinger Bürgerhaus mit geladenen Gästen.

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„Ohne das gute Netzwerk, das in den vergangenen 25 Jahren entstand und gepflegt wird, wäre die Arbeit unseres Hospizdienstes nicht möglich“, sagt Leiterin Yvonne Bär. Und: „Das Rückgrat bilden dabei unsere Ehrenamtlichen.“ So arbeitete auch die erste Hospizdienst-Koordinatorin, Ursula Rinderer, zunächst rein ehrenamtlich. Heute begleiten 125 freiwillige Hospizhelfer sterbende Erwachsene und Kinder sowie deren Familien – insgesamt betreuen sie derzeit 116 Klienten sowie sieben Alten- und Pflegeeinrichtungen.

25. Geburtstag der Malteser Hospizdienste: Schulung von Ehrenamtlichen im Fokus

Dabei befindet sich bei der Hospizarbeit vieles gerade erst wieder im Aufbau: „Wegen der Vorsichtsmaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie sind einige Kontakte, etwa zu Heimen, etwas eingeschlafen“, weiß Bär. Neu angestoßen werden müssen auch Projekte mit Schulen, Firm- und Konfirmandengruppen. „Wir wollen den Bereich der Bildungsarbeit noch stärken und dafür 2023 weitere Ehrenamtliche gezielt schulen“, sagt die Dienste-Koordinatorin.

Sie glaubt: Je mehr Impulse – natürlich altersgerecht – schon Heranwachsende zum Sterben bekommen, desto weniger werde der Tod zum Tabuthema. Bereits bei der Inklusionswoche des Landkreises München im Herbst wird es dafür zwei passende Workshops für Pädagogen geben.

Verstärkt in den Fokus nehmen wollen die Malteser auch das Thema Trauer. Sie haben dafür jüngst den Kurs „Erste Hilfe für Trauernde“ entwickelt. „In etwa drei Stunden geht es darum, wie man mit trauernden Menschen umgehen sollte. Viele sprechen Betroffene aus Unsicherheit ja gar nicht erst an“, erklärt Bär.

Die Koordinatorinnen (v.li.) Beate Peters- Dürrschmidt, Yvonne Bär und Marie-Luise Schneider.

25. Geburtstag der Malteser Hospizdienste: Suche nach Spenden geht immer weiter

Das neue Format sei im ersten Anlauf gut angekommen. „Wir möchten den Kurs in Zukunft gern ein- bis zweimal im Jahr anbieten.“ Zumal das Thema Trauer durch den Ukraine-Krieg gerade besonders aktuell sei. Für die Helferkreise vor Ort hat der Hospizdienst den Kurs darum auch mit kulturellen Aspekten angereichert.

Wie für die Bildungsarbeit gelte aber auch für Trauer-Trainings: Sie werden kaum gefördert. „Wir müssen deswegen schauen, ob wir Spenden akquieren können, denn der Bedarf in der Bevölkerung ist wirklich groß“, sagt die Hospizdienste-Leiterin. Dazu kommt auch die Sorge um Zuschüsse aus den Gemeinden: „Ein paar Kommunen sind noch nicht sicher, ob sie nächstes Jahr wieder gleich viel geben können.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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