Heiße Zeiten bei Würmtal-Wehren?

Würmtal-Feuerwehren schlagen Alarm: Kommt es jetzt zu noch mehr Einsätzen?

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Schon jetzt rückt die Feuerwehr Neuried ab und an nach München aus, weiß Kommandant Thorsten Rehkämper. In Zukunft könnte es aufgrund neuer Regelungen häufiger werden.

Würmtal – Neue Alarm-Standards könnten für mehr Einsätze der Feuerwehren in der Stadt München sorgen

Wie viele Liter Wasser braucht es, um ein Haus zu löschen? Wie viele Feuerwehrler, um eine eingeklemmte Person aus einem Auto zu retten? Fragen wie diese beantwortet die sogenannte Alarmierungsbekanntmachung (ABek) für ganz Bayern einheitlich. Die Vorgaben sind 2016 aktualisiert worden, im Landkreis München werden sie so seit dem Spätherbst 2018 umgesetzt. Doch dabei sehen gleich mehrere Würmtal-Feuerwehren Nachbesserungsbedarf.

Eine Steigerung der Einsatzzahlen droht Kreisbrandrat Josef Vielhuber zufolge auch Feuerwehren in den Gemeinden, die direkt an München grenzen.

Etwa in Planegg: Circa 40 Mal ist die örtliche Feuerwehr im letzten Jahr nach Krailling ausgerückt. „In den letzten zehn Jahren waren wir im Schnitt etwa sechs Mal im Jahr in der Nachbargemeinde“, sagt der stellvertretende Kommandant Bernd Budau. Grund für die Änderung: Durch die Aktualisierung der ABek ist eine Drehleiter jetzt in mehr Fällen notwendig als zuvor. „Wird in einer Firma durch eine Brandmeldeanlage Alarm ausgelöst, muss jetzt immer eine Drehleiter mit. Aber wir haben keine“, sagt Kraillings Kommandant Marco Zickler. Also müssen die Planegger Kollegen mitausrücken.

Eine Steigerung der Einsatzzahlen droht Kreisbrandrat Josef Vielhuber zufolge auch Feuerwehren in den Gemeinden, die direkt an München grenzen. „Früher waren Einsätze im Stadtgebiet die absolute Ausnahme“, so Vielhuber. Jetzt arbeiten Stadt und Landkreis aber an einer zusätzlichen, einheitlichen Regelung, wann neben – oder anstatt – der städtischen Berufsfeuerwehr auch freiwillige Kräfte alarmiert werden. Diese soll „zeitkritische“ Einsätze am Stadtrand betreffen, bei denen Personen in Gefahr sind. „Wir können überhaupt nicht abschätzen, wie sich das für uns auswirkt“, sagt Neurieds Feuerwehrkommandant Thorsten Rehkämper.

Bereits jetzt ist es für manche Feuerwehr schwer, genug aktive Mitglieder zu finden. Eine Steigerung der Einsätze würde das sicher ­nicht erleichtern. „Wenn wir ständig in die Stadt fahren, macht uns das kaputt. Das machen die Arbeitgeber der Einsätzkräfte gar nicht mit“, schlägt ein Feuerwehrinsider, der nicht genannt werden will, Alarm. Dass das eintreten wird, glaubt der Kreisbrandrat zwar nicht. Sollte es aber tatsächlich zu einer Überforderung kommen, „müssten wir beispielsweise prüfen, ob es im Landkreis hauptamtliches Personal braucht, um die Ehrenamtlichen zu entlasten“, so Vielhuber. Romy Ebert-Adeikis

Ärger auch mit Zonen

Bei der Aktualisierung der Alarmierungsbekanntmachung wurde auch die Unterteilung in Alarmzonen verändert. Nicht immer logisch, wie ein Beispiel aus Neuried zeigt: Passiert auf der Staatsstraße 2344 kurz vor dem Neurieder Ortseingang ein Unfall, wird Planegg als zuständige Feuerwehr alarmiert. Braucht es mehr Kräfte, wird nicht zwingend die Wehr gerufen, die am nächsten zum Unfallort ist. Stattdessen zählt die Nähe zu einem Zonen-Schwerpunkt, der vorab festgelegt ist. Im Beispiel würde etwa Gräfelfing eher alarmiert als Neuried.

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