Das Bürgerbegehren ist da

Bürgerbegehren für den Lochhamer Schulwald startet

So könnte der Neubau im Lochhamer Schulwald nach der aktuellen Planung aussehen.
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So könnte der Neubau im Lochhamer Schulwald nach der aktuellen Planung aussehen.

Gräfelfings Bauausschuss hat mehrheitlich grünes Licht für die neue Sportstätte im Schulwald Lochham gegeben. Nun gibt es ein Bürgerbegehren für den Erhalt des Schulwaldes...

  • Das Bürgerbegehren für den Lochhamer Schulwald startet heute.
  • Viele Bürger sind gegen die Rodung des Waldes.
  • Alle Einzelheiten und Hintergründe dazu hier.

Update: 6. August, 12.30 Uhr: Das Bürgerbegehren startet heute

Der Bund Naturschutz, die GRÜNEN Gräfelfing, die Gräfelfinger FDP, aktive Mitglieder der Gräfelfinger SPD und viele Bürgerinnen und Bürger Gräfelfings starten diese Woche das Bürgerbegehren „Rettet den Schulwald, neue Schwimm-/Dreifachsporthalle auf den Schulcampus“ mit der Verteilung der Unterschriftenlisten. 

Der Gemeinderat der Gartenstadt zeigte sich nicht bereit, den Standort für den Neubau der Schwimm-/Dreifachsporthalle auf bereits versiegelter Flächen des Schulcampus zu errichten. 

Viele Bürger und Bürgerinnen wollen in Zeiten des Klima -und Umweltschutzes den Lochhamer Schulwald aber erhalten. 

Die NachbargemeindePlanegg plant bewusst den Neubau für das Feodor-Lynen-Gymnasium auf bereits versiegelter Fläche unter Schonung des Grünzugs am Lichtweg und der großen Bäume. Viele Menschen wünschen sich dieses Vorgehen auch für Gräfelfing

Nachdem das Bürgerbegehren Artenvielfalt gerade in Gräfelfing sehr viele Befürworter hatte, halten viele Menschen die Rodung des artenreichen Schulwaldes für falsch. Für solche Fälle gibt es in Bayern - Gott sei Dank - die demokratische Möglichkeit eines Bürgerbegehrens. 

Die Initiative „Rettet den Schulwald, neue Schwimm-/Dreifachsporthalle auf den Schulcampus“ benötigt ca. 1000 Unterschriften Gräfelfinger Bürgerinnen und Bürger, damit es zu einem Bürgerentscheid kommt, bei dem alle Wahlberechtigten über die Frage abstimmen, wo die neue Schwimm-/Sporthalle gebaut werden soll. 

Die Unterschriftenlisten werden ab heute an alle Haushalte verteilt.

„Retten oder Roden“ darüber kann sich nun jeder Bürger informieren ( www.rettet-den-schulwald.de ) und mit seiner Unterschrift Stellung beziehen.

Erstmeldung vom 18. Juli:

Lochham - Aufatmen bei der Gemeinde Gräfelfing: Trotz massiver Proteste geht die Planung der neuen Schwimm- und Dreifeldsporthalle im Ortsteil Lochham vorerst weiter. 

Dem geplanten Neubau gegenüber dem Schulcampus stimmte der Bauausschuss mehrheitlich zu – dagegen votierten nur die zwei Vertreter der Grünen und CSU-Gemeinderätin Petra Schmid. Eine endgültige Entscheidung trifft am Dienstag, 21. Juli, aber der Gräfelfinger Gemeinderat

Anderes Bauverfahren verringert Rodungsfläche im Schulwald Lochham

Im Vorfeld hatten Bund Naturschutz und Bürger das Vorhaben stark kritisiert, weil dafür knapp ein Hektar des Schulwalds gefällt werden muss, in dem auch schützenswerte Tiere leben. Sie wünschen sich den Neubau auf der Fläche der bestehenden Schwimmhalle.

Mit Plakaten haben Kritiker bisher gegen das Projekt gekämpft. Jetzt soll ein Bürgerbegehren gestartet werden.

In der Bauausschusssitzung wurde jetzt aber klar, dass das geplante Vorhaben den Wald weniger schlimm treffen wird als befürchtet: Dank einerÄnderung bei der Bauorganisation kann das zu rodende Gebiet auf 0,86 Hektar reduziert werden. „Durch die Verkleinerung der Rodungsfläche wird der Bau aufwändiger“, so die Gemeinde. Es kommen dann Verfahren für beengte Baufelder – wie etwa in der Stadt – zum Einsatz.

Gemeinde: Für Neubau direkt am Schulcampus ist zu wenig Platz

 „Natürlich wäre es uns lieber, wenn kein Baum für den Neubau gefällt werden müsste“, erklärt Markus Ramsauer, Leiter der Bauabteilung im Rathaus Gräfelfing. „Aber für eine ansprechende und praktikable Realisierung auf dem bestehenden Campus fehlt uns schlicht der Platz.“

So könne am Campus-Standort nur ein Gebäude errichtet werden, auf dem Schwimm- und Sporthalle gestapelt aufeinander liegen. Diese Variante hatte der Gräfelfinger Gemeinderat nach langen Debatten aber bereits mehrheitlich ausgeschlossen. 

Haselmäuse sollen 20 Nistkästen und neue Sträucher bekommen

„Von Nachteil wäre ebenfalls, dass Schwimm- und Sportunterricht mindestens zwei Jahre lang nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden könnten“, so die Gemeinde weiter.

Zudem werde es Schutzmaßnahmen für die Waldbewohner, allen voran für Haselmäuse, geben. Neben 20 Nistkästen und neuen Sträuchern sollen Rodungen nur dann stattfinden, wenn die Mäuse auf ein anderes Revier ausweichen können.

Naturschützer bereiten jetzt ein Bürgerbegehren vor

Den Kritikern reichen diese Verbesserungen bei weitem nicht: „Das ist Augenwischerei“, erklärt Protest-Initiator Dieter Kubisch. Auch wenn die Planung noch vom Gemeinderat abgesegnet werden muss: „Es ist kaum zu erwarten, dass sich noch etwas ändert – der Gemeinderat ist nicht kompromissfähig.“ 

Aufgeben wollen er und seine Mitstreiter den Schulwald trotzdem nicht: „Wir werden jetzt mit den Vorbereitungen für ein Bürgerbegehren anfangen.“ 

Romy Ebert-Adeikis

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