Dauer-Booster aus Martinsried

Firma entwickelt Corona-Vakzin, das immer wieder verimpft werden soll – Zulassung 2023 geplant

Etwa 175 Mitarbeiter hat das dänisch-deutsche Unternehmen Bavarian Nordic in Martinsried.
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Etwa 175 Mitarbeiter hat das dänisch-deutsche Unternehmen Bavarian Nordic in Martinsried.
  • Romy Ebert-Adeikis
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Neben den bekannten Impfstoffen von Biontech und Moderna, soll im Jahr 2023 ein weiterer Booster-Impfstoff auf den Markt kommen. Das Spannende daran: Er kommt aus dem Würmtal.

MARTINSRIED Für Ältere und andere Risikopatienten ist es alljährlich dasselbe Spiel: Irgendwann im frühen Herbst statten sie ihrem Hausarzt einen Besuch ab und lassen sich die an die anstehende Grippesaison angepasste Influenza-Impfung geben. Genau das hat das Unternehmen Bavarian Nordic auch im Sinn – allerdings gegen das Coronavirus. Dafür entwickelt die dänisch-deutsche Firma unter anderem in ihren Labors in Martinsried einen passenden Impfstoff.

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Corona-Impfstoff aus Martinsried: Bavarian Nordic entwickelt neuen Booster

ABNCov2 heißt das Vakzin, an dem im Würmtal gewerkelt wird – ein Totimpfstoff, dessen Entwicklung von der dänischen Regierung mit 100 Millionen Euro gefördert wird. „Im Erfolgsfall müssen wir das Geld natürlich zurückzahlen“, erklärt Heinz Weidenthaler, der bei Bavarian Nordic in Martinsried für die medizinische Begleitung der Impfstoffentwicklung zuständig ist.

„Ursprünglich war das Vakzin das Projekt der kleineren dänischen Firma Adaptvac, von der wir 2020 die Rechte erworben haben“, sagt Weidenthaler. In der Entwicklungsabteilung von Bavarian Nordic an der Martinsrieder Fraunhoferstraße 13 wurde seitdem eine große Studie zur richtigen Dosierung und Anwendung als Booster-Impfung aufgelegt.

Erste Ergebnisse gab es im Dezember. „Sehr vielversprechend, der Impfstoff hat eine ordentliche Booster-Antwort gezeigt“, freut sich Weidenthaler. Das Besondere: „Die Vervielfältigung der Antikörper war umso stärker, je geringer der Ausgangswert war“, beschreibt der Entwickler.

Corona-Impfstoff aus dem Würmtal: Zulassung auch nur als Booster geplant

Ohnehin soll ABNCov2 nur als Booster eine Zulassung bekommen – im Idealfall bis 2023. „Die Leute, die sich gegen Corona impfen lassen wollten, sind inzwischen geimpft. Da hat es keinen Sinn, unseren Impfstoff dafür auch noch auf den Markt zu bringen“, erklärt Weidenthaler.

„Aber die Chancen stehen gut, dass man sich in Zukunft, wie bei der Grippe, jedes Jahr vor der Saison impfen muss. Der Bedarf ist also da.“ Nächster Schritt zum Ziel: der Übergang zur klinischen Phase 3 mit einer weiteren Wirksamkeitsstudie mit tausenden Probanden. „Diese soll noch in der ersten Jahreshälfte 2022 starten.“

Bavarian Nordic ist auf die Entwicklung von Vakzinen spezialisiert, hat bereits Vektorimpfstoffe gegen Pocken und Ebola auf den Markt gebracht. Gearbeitet wird auch an einem Impfstoff gegen das RSV-Virus.

Corona-Forschung: Würmtal profitiert

Bavarian Nordic, Formycon, Eisbach Bio: Mehrere Firmen in Martinsried forschen an Impfstoffen oder Medikamenten gegen das Coronavirus. Zwar könne er noch nicht beziffern, inwieweit Planegg vom Boom der Biotech-Branche profitiere, sagt Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU). Aber: „Es zeichnet sich ab, dass wir ein gutes Jahr haben werden.“

Auch in Neuried, wo unter anderem Biontech einen Standort hat, spürt man den Einfluss. Eine 2021 diskutierte Gewerbesteuererhöhung sei deswegen „quasi vom Tisch“, so Bürgermeister Harald Zipfel (SPD).

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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