Warum eine Gemeinde über Andreas Sauerles Wunsch-Welle streitet

Wellenreiten auf der Würm?

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Andreas Saurle hat den passenden Ort entdeckt: Am südlichen Anger begrenzen Betonwände die Strömung und lassen bei hohem Pegelstand ohnehin eine kleine Welle entstehen.

Gräfelfing – Ist das der perfekte Standort für eine Surferwelle an der Würm? Eine kontroverse Debatte um das „Alte Wehr“ am Anger scheidet die Geister

Das sieht man selten: Über 30 Kinder und Jugendliche waren bei der jüngsten Sitzung des Gräfelfinger Umweltausschusses unter den Zuschauern. Denn das Gremium debattierte den Einbau einer Surferwelle in der Würm – ein Projekt, dass unter anderem in der Jungbürgerversammlung gefordert wurde. Ihre Hoffnungen wurden vorerst enttäuscht: Mit vier zu drei Stimmen lehnten die Gemeinderäte den Antrag ab.

Eine Chance für die Welle gibt es allerdings noch, wenn die Vollversammlung des Gemeinderats nicht dem Votum des Unterausschusses folgt. Doch selbst wenn die Welle auch dort durchfällt, will Andreas Saurle (44) weiterkämpfen. Der Gräfelfinger surft seit rund drei Jahren und trommelt jetzt eine Bürgergruppe für das Projekt zusammen. Mit der Vernetzung hat er direkt nach der Ausschusssitzung begonnen. „Fluss-Surfen liegt im Trend. Wassersport wird endlich wieder Breitensport“, erklärt Saurle sein Engagement. Allein in seinem Bekanntenkreis gebe es rund 20 Interessierte. „Wir haben hier in Gräfelfing eine Surfer-Szene und an der Würm ideale Bedingungen für eine Welle“, wirbt er.

Den passenden Ort dafür hat der 44-Jährige am Anger entdeckt – und ihn der Gemeinde vorgeschlagen: das „Alte Wehr“. „Es gibt hier eine Strömungsbegrenzung aus Beton und eine natürliche Rampe, so dass bei entsprechend hohem Pegelstand sowieso eine kleine Welle steht“, sagt er. Für das Wehr hat die Gemeinde daraufhin eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, die jetzt im Ausschuss vorgestellt wurde.

Ingenieur Robert Meier-Staude erläuterte, dass der Eingriff in die Umwelt durch die Einbauten minimal wäre. Außerdem sei keine Extremsport-Attraktion wie am Eisbach geplant, sondern vor allem ein Angebot für Kinder und Jugendliche. Im unteren Flussteil wäre laut Meier-Staude auch die Errichtung einer Kneipp-Anlage möglich.

Gemeinderäte kritisch wegen Haftungsfragen und Lärm

Trotz der guten Aussichten: Ein Großteil die Gemeinderäte blieb skeptisch. Marion Appelmann (CSU) befürchtete eine zu große Lärmbelastung für die Anwohner. Man könne die Welle abschalten und nur zu bestimmten Zeiten betreiben, entgegnete Meier-Staude. Günter Roll (BVGL) kritisierte: „Es gibt keine Parkplätze oder Toiletten.“ Für Florian Brenner (CSU) wiederum war die Haftung bei Unfällen ein Problem. Vom Vorschlag von Bürgermeisterin Uta Wüst (IGG), dass sich der TSV Gräfelfing um die Welle kümmern könnte, hielt er nichts: „Der TSV kann aus Versicherungsgründen nicht dafür verantwortlich sein.“

Einige Argumente kann Saurle nicht nachvollziehen: „Surfer sind keine Partygesellschaft per se.“ Und auch das Problem mit der Infrastruktur sieht er nicht, schließlich gebe es an der Pasinger Straße einen großen Parkplatz. „Das sind keine 200 Meter zu Fuß.“

rea/andy

Befürworter der Surferwelle können sich bei Andreas Saurle, Telefon 95 48 97 63 oder andreas@saurle.de melden.

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