Verwunderung bis Bedauern

Wegfall der Stelle der Klimaschutzmanagerin schmeckt nicht allen Gräfelfingern

Die bisherige Klimaschutzmanagerin Sabrina Schröpfer (2.v.li.) – hier mit Bürgermeisterin Uta Wüst (re.) und Bürgerinnen – hat unter anderem das Lastenrad in Gräfelfing etabliert.
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Die bisherige Klimaschutzmanagerin Sabrina Schröpfer (2.v.li.) – hier mit Bürgermeisterin Uta Wüst (re.) und Bürgerinnen – hat unter anderem das Lastenrad in Gräfelfing etabliert.

Gräfelfing - Die Stelle als Klimaschutzmanager wird von Vollzeit auf Teilzeit gekürzt - Grund genug für die jetzige Klimaschutzmanagerin Sabrina Schöpf zu kündigen

Das hat auch einige Gemeinderäte überrascht: Seit einigen Tagen ist die Gräfelfinger Klimaschutzmanagerin Geschichte. Sabrina Schröpfer, die das Amt seit 2013 ausübte, hatte gekündigt, nachdem die Gemeinde ihre Stelle von Vollzeit auf Teilzeit kürzen wollte. Der Grund: Die für den Posten in Anspruch genommene Förderung vom Bund hätte zwar bis 2020 verlängert werden können, allerdings wären die Zuschüsse nur noch halb so groß gewesen.

Statt einen neuen – halbtags arbeitenden – Klimamanger zu suchen, hat sich die Gemeinde dazu entschieden, die Stelle zu streichen. „Es würde sich nicht lohnen. Bis ein neuer Manager gefunden und eingearbeitet wäre, würde vielleicht noch ein Jahr bleiben“, erläutert Gemeinde-Geschäftsleiter Ulrich Seyfferth den Grund.

Eine Entscheidung, die Gemeinderäte verschiedener Parteien zumindest verwundert. „Ich bin fest davon ausgegangen, dass wir die Stelle halbtags wieder besetzen“, sagt Benno Stübner (IGG). So sei das im Gremium auch besprochen worden. „Die Stelle sollte auch nachbesetzt werden. Klimaschutz ist ein aktuelles Thema“, so Stübner, der sich jetzt für eine Neu-Ausschreibung einsetzen will.

SPD-Gemeinderat Ralf Brandtner bedauert, dass die Gemeinde keine Vollzeitstelle anbietet. Denn auch Gräfelfing betreibe „Flächenfraß“ – etwa bei den Erweiterungsplänen für die Heitmeiersiedlung –, was Auswirkungen auf das Klima habe. Bürgerwerkstätten, Lastenräder oder der Ausbau von Radwege würden nur „nach außen hin diese eklatanten Widersprüche“ der Klimapolitik vertuschen, findet Brandtner.

Ob es solche Projekte, die häufig von Schröpfer angestoßen wurden, künftig überhaupt noch geben wird, ist fraglich. Zwar soll Lydia Brooks von der Umweltabteilung der Verwaltung die Aufgaben übernehmen. „Aber Frau Brooks hat jetzt schon alle Hände voll zu tun“, so Gemeinderat Günter Roll (BVGL). Auch er würde sich einen echten Klimaschutzmanager wünschen. „Aber für eine halbe Stelle wird sich keiner finden, der das macht.“ rea

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