Mieter drohen mit Klagen

Vonovia: Werden die Mieter ausgenutzt?

Die Vonovia-Wohnanlagen in Neuried: Mieter sprechen von undurchsichtigen und teuren Abrechnungen, feuchten Fassaden, bröckelndem Putz und vermüllten Bereichen.
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Die Vonovia-Wohnanlagen in Neuried: Mieter sprechen von undurchsichtigen und teuren Abrechnungen, feuchten Fassaden, bröckelndem Putz und vermüllten Bereichen.

Neuried - Wohnen in den Vonovia-Wohnanlagen: Ein undurchsichtiges Unterfangen - zum Leidwesen der Mieter - lange wollen sie sich das nicht mehr gefallen lassen.

Undurchsichtige Abrechnungen, überteuerte Nebenkosten oder marode Gebäude: Zahllose Probleme treiben die Bewohner der Neurieder Vonovia-Anlagen seit Monaten um. Doch lange gefallen lassen werden sie sich das nicht mehr. „Wir gehen davon aus, dass wir bald klagen müssen“, sagt Mieter-Sprecherin Monika Kohut. Der Grund: Trotz direkter Gespräche mit Deutschlands größtem Wohnungskonzern habe sich für die Mieter bislang nichts verbessert. Stattdessen seien gegebene Versprechen erneut gebrochen worden.

Doch von Beginn: Im März hatte das Team um Kohut eine große Mieterversammlung einberufen (Hallo berichtete). Kurz darauf lud das Unternehmen einige Mieter zum klärenden Gespräch mit dem Regionalleiter, der Abteilungsleiterin Abrechnung und dem Nebenkostenmanager. 

Andreas Kreipe ist Mieter im Lerchenweg. Er ärgert sich über die Intransparenz der Vermieter.

Mit dabei: Andreas Kreipe, Mieter im Lerchenweg. „Die Stimmung war freundlich, aber das Treffen ohne greifbares Ergebnis“, urteilt der Unternehmer. Zwar hätte die Vonovia schnell einen Buchungsfehler von 9000 Euro bei der Strom­abrechnung eingeräumt. Andere Fehler seien vom vorherigen Vermieter übernommen worden, hieß es. „Gleichzeitig hat man uns durch die Blume wissen lassen, dass nur falsche Buchungen von Vonovia berichtigt werden“, so Kreipe. Nicht geprüft werde hingegen, dass Dienstleistungsfirmen orbitant hohe Kosten in Rechnung gestellt haben. Manches sei „Vorstandssache“, habe die Vonovia den Mietern mündlich mitgeteilt, erzählt Kohut.

Doch selbst die versprochene Berichtigung lässt auf sich warten: Angekündigt hatte der Vermieter diese für Ende Mai. Eingetroffen sei bislang – trotz Mahnungen – noch nichts. Auf Anfrage erklärt die Vonovia, dass man die Verzögerungen bedauere. Man sei auf Stellungnahmen von Dienstleistern angewiesen gewesen. „Das finale Schreiben wird in Kalenderwoche 26 an die Interessensgemeinschaft versandt“, so Sprecherin Bettina Benner.

Sollte sich die Berichtigung dennoch weiter verzögern, will Andreas Kreipe spätestens nach den Sommerferien klagen. Monika Kohut will die neuen Abrechnungen abwarten – gegen eine nur teilweise Berichtigung wolle aber auch sie vorgehen. Mit mindestens acht Mietern will sie dann gemeinsam klagen.

Bis dahin geht Kohut den Weg über die Presse. Im Kontakt steht Kohut etwa mit dem Investigativteam des Magazins „Der Spiegel“, das erst vor Tagen einen Report: „Bereichert sich Vonovia an seinen Mietern?“, veröffentlicht hat. Darin geht es um Vorfälle im Raum Köln. „Aber das ist eins zu eins das, was wir hier auch erleben“, findet Kohut.

Romy Ebert-Adeikis

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