Der Bau einer Ampel ist auch ein Jahr nach Beschluss noch nicht in Aussicht

Stillstand beim Kreuzungsumbau

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Seit 2016 fordert Walter Fleck (links) den Umbau der Kreisstraßen-Kreuzung. Mobilitätsreferent Roman Brugger (rechts) will jetzt über die Gemeinde erneut Druck machen.

Planegg – Die Kreuzung Germeringer Straße/Kettelerstraße ist zwar statistisch gesehen kein Unfallschwerpunkt – Anwohner sind beim Überqueren der Straße aber trotzdem um ihre Sicherheit besorgt

Schon seit Jahren kämpft Walter Fleck (78) dafür: Die Kreuzung Germeringer Straße/Kettelerstraße in Planegg soll eine Ampel bekommen. Bisher gibt es dort eine Unterführung. „Die ist für Menschen mit Gehhilfe aber nicht passierbar“, erklärte Fleck bereits 2016 in einer Bürgerversammlung. Mobilitätseingeschränkte Personen oder Frauen mit Kinderwagen nutzen stattdessen vielfach den direkten Weg über die vielbefahrene Straße. „Und langsam fährt hier keiner“, so Fleck.

Die Gemeinde Planegg schloss sich seiner Forderung nach einer Umgestaltung an, im September 2017 stimmte auch der Kreistag – in dessen Verantwortung die Germeringer Straße als Kreisstraße liegt – zu. Geplant war, die Kreuzung an allen vier Zufahrten mit Ampeln auszustatten und die bestehende Unterführung zurückzubauen. Aber passiert ist seitdem: nichts.

Unfallschwerpunkte im Landkreis wurden vorgezogen

Beim zuständigen Landratsamt ist der aktuelle Stand der Maßnahme nicht mal bekannt – obwohl dieses laut Beschluss als ersten Schritt eine Verkehrssimulation durchführen sollte. Stattdessen verweist die Pressestelle an das Staatliche Bauamt Freising.

„Wir wurden von Seiten des Landkreises München darüber informiert, dass dieses Projekt zu beplanen ist. Eine Verkehrssimulation zu diesem Vorhaben ist uns aber nicht bekannt“, teilt Bauoberrat Stefan Rinderer mit. Da derzeit zwei andere Maßnahmen an Unfallschwerpunkten im Kreis vorangetrieben würden, „musste das gegenständliche Projekt zurückgestellt werden“. Demnächst soll laut Rinderer immerhin eine Verkehrssimulation beauftragt werden – das hänge aber von den Kapazitäten entsprechender Büros ab. Wann es zur Umsetzung der Maßnahme kommt, sei daher völlig unklar.

„Das ist bedauerlich und heißt für mich, man will sich nicht kümmern“, empört sich Walter Fleck. „Bei uns in Bayern passiert immer erst was, wenn etwas passiert ist.“ Tatsächlich kracht es an der Kreuzung immer wieder (siehe Kasten).

Planeggs Mobilitätsreferent Roman Brugger (SPD) teilt Flecks Meinung so zwar nicht. Kritisch sieht er die Unterführung dennoch. „Als sie 1970 gebaut wurde, war der Verkehr noch viel weniger“, sagt er. Und: „Auch für Radfahrer ist die Kreuzung nicht leicht zu bewältigen und damit ein Hindernis hin zu einer fahrradfreundlichen Gemeinde.“ Er möchte jetzt anregen, dass die Gemeinde selbst nochmal beim Landratsamt den Status der Umbaumaßnahme anfragt. „Vielleicht geht es dann etwas schneller.“

Das sagt die Polizei dazu

Thomas Sorgalla kann die Aufgregung der Anwohner durchaus nachvollziehen.

Den Unmut kann Thomas Sorgalla, Chef der Polizeiinspektion Planegg, durchaus verstehen. „Die Kreuzung ist zwar statistisch kein Unfallschwerpunkt – aber nur knapp“, so Sorgalla gegenüber Hallo. Gibt es in einem Jahr vier Unfälle gleichen Typs, ist ein Schwerpunkt gegeben. 2017 krachte es an dem Eck insgesamt vier Mal – aber nur drei Mal beim Einbiegen oder Kreuzen. Heuer gab es dort bereits zwei Unfälle.

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