Diese Würmtal-Klage sorgt für einen Straßenumbau in Freiham

Spielt die Stadt München jetzt auf Zeit?

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Noch ist der Kreisverkehr in Freiham zweispurig. Das muss sich ändern, damit Radfahrer wieder sicher nach Lochham kommen.

Gräfelfing – Seitdem Freiham an die A 96 angebunden wurde, klagt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) über miese Verbindungen ins Würmtal – eine Klage könnte das jetzt ändern

Lang hatte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) es gefordert, jetzt brachte die Klage eines Gräfelfinger Clubmitglieds vor dem Verwaltungsgericht den Erfolg: Die Stadt München muss den Kreisverkehr in Freiham zeitnah umbauen.

Der Grund: Durch den Anschluss des Gewerbegebiets an die A 96 vor rund zehn Jahren seien Radwege nach Lochham zerstört worden. Der verbliebene Weg führt über den Kreisverkehr Freiham, dessen Ausfahrt in die Hans-Steinkohl-Straße zwei­spurig angelegt ist. Eine solche Verkehrsanlagen sei „für Radler weder legal noch sicher zu benutzen“, erklärt Andreas Groh vom Münchner ADFC. Andere Feldwege seien durch Zäune versperrt worden, Beschilderungen fehlten. Das alles habe man seit 2010 bei der Stadt moniert, aber nichts sei geschehen.

Andreas Groh vom Münchner ADFC argumentiert, dass der zweispurige Kreisverkehr für Radler nicht gefahrlos zu benutzen sei.

„Der Straßenbau wurde bereits auf die volle Bebauung von Freiham ausgelegt“, rechtfertigt Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) die zwei­spurige Kreisel-Ausfahrt. Außerdem gebe es kaum Nachfrage nach einem Radweg zwischen Freiham und Lochham. „Diese Wege wählen nur vereinzelte Radfahrer.“

Der ADFC sieht dies anders. Vor Ausbau der Autobahn seien die Verbindungen rege genutzt worden. Nach der Klage des Gräfelfinger ADFC-Mitglieds – das anonym bleiben möchte, – sagte die Stadt laut KVR nun zu, die Zu- und Ausfahrten des Kreisels auf eine Spur zurückzubauen. Bereits entfernt wurden die Zäune, die den Weg nach Lochham versperrten. Die Radverbindung werde künftig geduldet.

Der Umbau des Kreisels muss bis Juni 2019 abgeschlossen sein, das ist Teil der gerichtlichen Abmachung. Allerdings ist er bisher nicht im Bezirksausschuss Aubing vorgestellt worden, der dem zustimmen muss. Im ADFC macht sich darum die Sorge breit, dass die Stadt auf Zeit spielt. Dann könnte der Club Zwangsgelder einfordern. Zudem ist unklar, ob der Umbau überhaupt dauerhaft ist. Wie das KVR mitteilt, ist eine Rücknahme der Maßnahme nicht ausgeschlossen – sollte sich nach dem Bezug Freihams herausstellen, dass eine einstreifige Zufahrt nicht ausreicht.

Andreas Schwarzbauer

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