Nachrichten aus der Gräfelfinger Bürgerversammlung

Von Schmuddelecken und Rasern

+
Jürgen Lenhart ärgert sich: Für die zerstörte Glasscheibe könnte zwar weder Gemeinde noch Bahn etwas. Aber das diese seit Wochen nicht repariert wurde, ist ihm nicht verständlich.

Gräfelfing – Was die Bürger in der Region bewegt? Die Bürgerversammlung gab die Antwort: vor allem der S-Bahnhof und dessen Umgebung machen vielen Gräfelfingern Sorgen

Steigende Einwohnerzahlen, Rücklagen von rund 56 Millionen Euro, weniger Einbrüche und Körperverletzungen: Den Vorträgen von Verwaltung und Polizei bei der Bürgerversammlung zufolge erlebt Gräfelfing glänzende Zeiten. Doch nicht alle Bürger teilen diese Ansicht. Allen voran der S-Bahnhof Gräfelfing macht einigen Sorgen, wie bei den anschließenden Bürgeranfragen deutlich wurde.

Einer dieser Bürger ist Jürgen Lenhart. „Was nützt uns ein neu gebauter aber schandfleckähnlicher Bahnhof?“, fragte er Bürgermeisterin Uta Wüst (IGG) bei der eher mäßig besuchten Versammlung. Im Gegensatz zur gepflegten Gemeinde falle der S-Bahnhof – insbesondere zur Wienszeit – besonders negativ auf. „Da gibt es zerbrochene Flaschen, der Müll quillt über und im Winter liegt wochenlang das Streu auf den Treppen“, ärgert er sich.

Seine Idee: die Pflege der Gemeinde übertragen. „Wenn dann was nicht passt, hat man einen direkten Kontakt und nicht nur eine Telefonnummer.“ Die Service-Nummer der Bahn hatte die Bürgermeisterin Lenhart ans Herz gelegt. „Maximal zwei Tage später kommt der Reinigungstrupp“, so Wüst, die der Dreck ebenso störe. Gräfelfing würde ihr zufolge gern dabei helfen, den Bahnhof sauberer zu halten. Bislang sei das aber an der Kooperation der Bahn gescheitert. „Wir werden das als Region über das Regionalmanagement nochmal angehen“, versprach Wüst.

„Um eine zufriedenstellende Sauberkeit am Bahnhof gewährleisten zu können, sind wir auf die Mithilfe der Fahrgäste angewiesen“, erklärte ein Sprecher der Bahn auf Hallo-Anfrage. Die Stationen der S6 würden zudem je nach Auslastung in regelmäßigen Abständen gereinigt. „Das Bahnhofsmanagement schaut sich die Stationen der S6 und deren Reinigungsintervalle noch einmal an und steuert bei Bedarf nach".

Selbst tätig werden will die Gemeinde stattdessen bei einem Problem direkt vor dem Bahnhof: der „gemischten“ Zone, die Autos, Fahrräder und Fußgänger gleichberechtigt nutzen dürften. „Das Konzept ist zu den Leuten überhaupt nicht durchgedrungen“, sagt Friederike Lehndorfer. „Eine sichere Querung für Fußgänger existiert jedenfalls nicht.“ Auch, weil eine entsprechende Markierung längst abgeblättert ist und nur wenige Autos das Tempolimit von 20 Stundenkilometern einhalten würden, wie Lehndorfer in der Bürgerversammlung deutlich machte. Sie fordert: mehr Kontrollen und eine optische Umgestaltung der Kreuzung. „Etwa, indem man die ganze Fahrbahn rot färbt oder 3-D-Zebrastreifen anlegt.“

Die alte Markierung werde von einer professionellen Firma demnächst abgefräst, teilte Wüst den Bürgern mit. Dann werde auch die Tempo-20-Zone deutlich gemacht. „Wie ein richtiges Tor“, soll die Einfahrt gestaltet werden. „Und mit mehr Hinweisen, was in der Zone erlaubt ist“, so Wüst.

Weniger Temposünder wünschten sich Bürger auch in der Finkenstraße. Diese werde gern als Abkürzung genutzt. „Wenn man es eilig hat, werden die 30 Stundenkilometer selten eingehalten“, bemerkte ein Anwohner. Uta Wüst sagte zu, die Straße im Rahmen des geplanten Mobilitätskonzepts zu behandeln.

Romy Ebert-Adeikis

Weitere Anliegen

Gräfelfing als Modellregion für kostenlosen Nahverkehr wünschte sich Heiner Hasford. „Solange wir Teil eines Verbunds sind, ist das schwierig“, machte Bürgermeisterin Wüst ihm wenig Hoffnung. Nach dem Radweg am Ende der Lochhamer Straße erkundigte sich Martin Feldner. Gerade zähle man Rechtsabbieger am Kleinhaderner Weg, um eine Bedarfsampel möglich zu machen, so Wüst.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Stillstand beim Kreuzungsumbau
Stillstand beim Kreuzungsumbau
Sie haben den Dreh raus
Sie haben den Dreh raus
Ein Bushäuschen gegen Vandalismus
Ein Bushäuschen gegen Vandalismus

Kommentare