Neurieder Bürgermeister will Mehrzweckhalle von Gemeinde sanieren lassen

Reißt dem Bürgermeister der Geduldsfaden?

Wegen der Sperrung der Mehrzweckhalle müssen Schul- und Vereinsport sowie Veranstaltungen anderweitig unterkommen – oder ausfallen. Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) will das nicht länger so hinnehmen.
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Wegen der Sperrung der Mehrzweckhalle müssen Schul- und Vereinsport sowie Veranstaltungen anderweitig unterkommen – oder ausfallen. Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) will das nicht länger so hinnehmen.

Neuried – Die Mehrzweckshalle der Gemeinde ist Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) seit langem ein Dorn im Auge – jetzt droht er mit einem Alleingang – trotz Gerichtsverfahren

Seit Monaten ist der Geduldsfaden bei Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) aufs Äußerste strapaziert, was die seit Frühjahr 2017 gesperrte Mehrzweckhalle betrifft. Jetzt will das Gemeindeoberhaupt endlich Gewissheit, wie es damit weitergeht – und drängt auf einen Alleingang bei der Sanierung der einsturzgefährdeten Zwischendecke. Das würde ein noch laufendes Gerichtsverfahren wegen Baumängeln allerdings obsolet machen.

„Wir können nicht noch ein Jahr warten, das ist ja uferlos. Wir brauchen jetzt eine praktische Lösung“, erklärt Zipfel seinen Vorstoß, den er jetzt im Gemeinderat zur Diskussion stellte. Dieser befürwortete das Vorgehen.

Seit die Gemeinde im Mai 2017 Klage gegen die zuständige Baufirma erhoben hat, sind zig Stellungnahmen und Gutachten ausgetauscht worden. Im Herbst 2018 führte die Firma schließlich Ausbesserungsarbeiten durch. Ob damit alle Probleme gelöst sind, sollte ein Prüfstatiker untersuchen. „Aber es sieht so aus, als dass die Firma nicht mal alle nötigen Unterlagen eingereicht hat“, zeigt sich Zipfel enttäuscht. Durch die Sperrung der Halle sind sowohl Schul- und Vereinssport nur im TSV-Sportpark möglich, die Kapazitäten dort sind begrenzt. Auch Veranstaltungen der Volkshochschule und des Vereins Kunst & Kultur Neuried mussten ausweichen – oder ausfallen.

Die Mehrzweckhalle Neuried ist seit März 2017 wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Mit Unterstützung des Gemeinderats kann sich die Situation zeitnah bessern. „Wir haben uns bereits Gedanken über den Ausschreibungstext für die Arbeiten gemacht“, bestätigt Zipfel gegenüber Hallo. Demnach soll die Decke nicht mehr so aufwendig gestaltet sein wie bisher, allerdings weiterhin Sport und eine gute Akustik ermöglichen. Der Abbau der Decke sei in fünf Tagen machbar, so der Bürgermeister. „Die Decke wieder einbauen würden wir wahrscheinlich in den großen Ferien.“ Zipfel rechnet mit Kosten von bis zu 200 000 Euro, die die Gemeinde allein tragen müsste, sollte sie das Gerichtsverfahren jetzt einstellen.

„Wir sollten ruhig tiefer in die Tasche greifen, damit die Halle endlich ordentlich wird“, findet Gemeinderat Bernd Quintenz (W-BIN). Er unterstützt einen Alleingang der Gemeinde. „Das ist der einzige Weg. Anders kommt man nicht mehr vorwärts.“ Ähnlich positionierte sich im Voraus die Neurieder SPD-Fraktion: „Auf einen Ausgang des gesamten Verfahrens kann keinesfalls gewartet werden“, so Fraktionssprecherin Mechthild von der Mülbe. Wichtig sei jedoch, dass zumindest die Beweissicherung abgeschlossen sei, der Gemeinde vom Alleingang also keine rechtlichen Nachteile entstünden. Die anderen Fraktionen gaben vorab keine Stellungnahme zu der Maßnahme ab.

Romy Ebert-Adeikis

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