Wegen fehlender Unterstützung des MVV und Corona

Pilotprojekt auf Eis: Doch kein kostenloses Busfahren in Planegg

Mehrere Busse stehen am Busbahnhof Planegg.
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Innerhalb von Planegg gratis mit dem Bus fahren - diese Idee ist erstmal wieder vom Tisch.
  • Romy Ebert-Adeikis
    vonRomy Ebert-Adeikis
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Kostenloser Nahverkehr innerhalb der Gemeinde: Das hatte Planegg eigentlich schon im April 2020 beschlossen. Jetzt liegt das geplante Pilotprojekt aber auf Eis.

Planegg - Es sollte ein Projekt mit Strahlkraft für den ganzen Großraum München sein: Im April 2020 hatte die Gemeinde Planegg beschlossen, den öffentlichen Personennahverkehr innerhalb der Gemeinde zum Teil kostenlos zu gestalten. Dabei wollte die Kommune selbst Fahrkarten erwerben und an Projektteilnehmer aushändigen. Dafür waren 50.000 Euro im Haushalt vorgesehen.

Planegg: Pilotprojekt zu kostenlosem Busfahren nicht im Haushalt 2021 berücksichtigt

Jetzt ist diese Idee erstmal wieder vom Tisch: Der Haushaltsausschuss der Gemeinde hat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich abgelehnt, die Kosten von 50.000 Euro erneut einzustellen. Für das Festhalten an dem Projekt hatten nur die Vertreter von SPD, grüner Gruppe 21 und Liste FDP gestimmt.

„Aus unserer Sicht wurde eine gute Chance vertan, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken und einen Beitrag zur Mobilitätswende in Planegg zu leisten“, sagt Felix Kempf von der SPD-Fraktion, welche die Bereitstellung der Haushaltsmittel für 2021 beantragt hatte.

Ähnlich sieht das der parteifreie Gemeinderat Peter von Schall-Riaucour, dessen FDP-Fraktion 2017 gemeinsam mit der SPD den Anstoß zu dem Pilotprojekt gegeben hatte. „Es ist sehr schade, dass dieses wichtige Thema für unsere Bürger nicht weiter verfolgt wird - vor allem, weil es nicht an den Kosten gescheitert ist“, so von Schall-Riaucour.

Gemeinde Planegg: „Fehlende Unterstützung des MVV macht Umsetzung kaum möglich“

Tatsächlich ist nach Auskunft der Gemeinde vor allem der Verwaltungsaufwand das Problem: „Seitens des MVV gibt es kein Entgegenkommen, das kostenlose Busfahren in einer Gemeinde organisatorisch zu unterstützen. Ohne diesen Partner ist die nutzerfreundliche Umsetzung eines kostenlosen Tickets für Fahrten innerhalb Planeggs kaum möglich“, erklärt Sprecherin Bärbel Zeller.

Ganz nachvollziehen kann von Schall-Riaucour diese Argumentation nicht: „Wir haben vergangenes Jahr extra eine Mobilitätsreferentin eingestellt.“ Er wundere sich, dass diese bisher kein Konzept zur Umsetzung des Projekts erarbeitet habe. „Wegen der Pandemie ist die Personalsituation im Rathaus auch schwierig, viele sind im Home office, da lässt sich so ein Projekt kaum umsetzen“, hatte allerdings Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) bereits im Dezember Hallo geschildert.

Pilotprojekt zu kostenlosen Nahverkehr könnte aber wieder aufgegriffen werden

Die Pandemie spielt auch in der Hinsicht eine Rolle, dass der öffentliche Nahverkehr gerade weniger genutzt werde, so Sprecherin Bärbel Zeller. Die aktuelle Lage eigne sich daher nicht, für ein zeitlich begrenztes Pilotprojekt. „Deshalb wurde das Projekt momentan hinten angestellt was nicht heißt, dass dies bei veränderten Parametern in Zukunft wieder aufgegriffen werden kann.“ 

Das würde auch die SPD-Fraktion begrüßen: „Es wäre auch angesichts der investierten Arbeit sehr schade, an dem Projekt nicht festzuhalten“, so Kempf.

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