Wintermarkt in Neuried findet nicht statt

Veranstalter geben Absage von Neurieder Wintermarkt bekannt - Corona-Lage zu dramatisch

2019 fand erstmals ein „Wintermarkt“ in Neuried statt.
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2019 fand erstmals ein „Wintermarkt“ in Neuried statt.
  • Romy Ebert-Adeikis
    VonRomy Ebert-Adeikis
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Der Neurieder Wintermarkt mitsamt Hüttengaudi hat für viel Kritik gesorgt - jetzt wird er aufgrund der ernsten Corona-Lage doch nicht stattfinden können.

Update vom 24. November:

Neuried - Wie alle Weihnachtsmärkte, müssen auch der Wintermarkt und die „Hüttengaudi in der Neurieder Winterhütt‘n“ beim alten Rathaus, leider ausfallen. Das wurde jetzt bekannt gegeben.

Ganz aufgeben wolle man aber noch nicht, heißt es von Seiten der Veranstalter. Aktuell seien die in enger Absprache mit den verschiedenen Ausstellern, um ein Alternativkonzept auszuarbeiten. Denkbar wäre beispielsweise ein ähnliches Vorgehen, wie beim „Online-Kultur-Winter“ im vergangenen Jahr.

Originalartikel vom 17. November:

Neuried - Eigentlich feiert Neuried traditionsgemäß die Adventszeit mit einem Weihnachtsmarkt vor dem Pfarrzentrum. Wegen der Corona-Pandemie wurde dieser aber bereits vor Monaten abgesagt. Stattdessen hat die Firma SLPN in Zusammenspiel mit der Gemeinde einen Wintermarkt angekündigt. Dieser soll am zweiten, dritten und vierten Adventswochenende jeweils von 13 bis 19 Uhr zwischen altem Rathaus und Maibaum stattfinden.

Neuried: Veranstaltungsfirma und Gemeinde ernten Kritik für „Wintermarkt“-Pläne

Vereine und Firmen sollen sich dort mit Ständen präsentieren sowie Kulturschaffende auftreten können. Getränke werden in einer „Winterhüttn“ ausgeschenkt, die außerhalb der Marktzeiten für Weihnachtsfeiern gebucht werden kann. In dieser sind bis Jahresende auch fünf Partys angedacht. Vor zwei Jahren gab es die Hütte bereits am Sportpark Neuried.

Vor zwei Jahren stand die weihnachtliche Partyhütte bereits im Sportpark Neuried.

Bei der örtlichen Senioren-Union sorgen die neuen Pläne für völliges Unverständnis: „Bei Corona-Rekordzahlen und verstärkten Anstrengungen zur konsequenten Vermeidung von Infektionsrisiken ist das nicht nur geschmacklos, sondern schlicht unverantwortlich“, betont der Vorsitzende Peter Kellner.

Insbesondere die Rolle der Gemeinde verärgert die Senioren: Laut Veranstalter organisiert diese das kulturelle Programm. Mehrere Gemeinde-Veranstaltungen sind aber zuletzt Corona-bedingt abgesagt worden – etwa die Bürgerversammlung.

Auch die CSU-Fraktion im Gemeinderat ist über die Idee verärgert - zumal das Gremium bisher nicht über die Veranstaltung informiert worden sei. Sie will vor allem wissen, welche finanziellen Folgen die Mitorganisation durch die Gemeinde hätten.

Gemeinde Neuried: Bürgermeister verteidigt Pläne für „Wintermarkt“

„Ich verstehe die Kritik der Senioren-Union nicht“, teilt Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) auf Anfrage mit. Im Gegensatz zur Bürgerversammlung werde der Wintermarkt im Freien stattfinden, zudem könnte dort Nicht-Geimpften oder -Genesenen der Zutritt verwehrt werden. „Eine Bürgerversammlung muss öffentlich sein, gegen eine 2- oder 3G-Regel könnte dort wegen Ausschluss der Öffentlichkeit geklagt werden“, erläutert Zipfel den Unterschied.

Allerdings: Bisher soll der Markt jedem offenstehen, der nicht infiziert ist oder Symptome hat. Der Einlass würde aber tagesaktuell angepasst, verspricht Veranstalter Felix Lechner. „Selbstverständlich sind wir bereits heute darauf vorbereitet, den Markt auch mit Kontaktdatenerfassung und 2G-/3G-Kontrolle durchzuführen, sollte dies vorgeschrieben oder aus unserer Sicht nötig sein.“

Felix Lechner, Veranstalter des Neurieder „Wintermarktes“.

„Wintermarkt“ Neuried: aktuelles Konzept noch nicht endgültig

Bei der Hüttengaudi müsse man bereits jetzt das Konzept nachbessern: Aktuell könnten dort nur Geimpfte oder Genesene feiern, die zusätzlich getestet wurden. „In enger Absprache mit den Behörden prüfen wir das derzeit und geben baldmöglichst bekannt, wie weiter verfahren wird“, sagt der Organisator.

Auch eine Absage des gesamten Markts ist noch nicht auszuschließen. „Eine abschließende Bewertung halten wir uns aber für wenige Tage vor der Veranstaltung offen.“

Christkindlmärkte: Das ist in anderen Gemeinden geplant

Planegg/Martinsried: Ursprünglich wollte die Gemeinde Planegg mit 3G-Regeln – und einem Sicherheitsteam, das diese kontrolliert – die Christkindlmärkte in Planegg und Martinsried stattfinden lassen. Letzte Woche folgte aber doch die Absage. Allerdings: Wie schon im Vorjahr will der Verein „Martinsrieder Christkindlmarkt“ ab dem ersten Adventswochenende donnerstags bis samstags am Martinsplatz präsent sein. In zwei Hütten soll Selbstgemachtes, von Marmeladen bis zu Gestricktem, für einen guten Zweck verkauft werden. „Natürlich kann bei weiterer Verschärfung der Lage die Gesamtsituation nochmal anders bewertet werden“, teilt der Verein mit. Derzeit ist geplant, die Hütten donnerstags und freitags von 11 bis 15 Uhr und samstags von 12 bis 15 Uhr zu öffnen.

Gräfelfing: Noch ist der Christkindlmarkt am Bahnhofplatz Gräfelfing geplant – allerdings unter Vorbehalt. Zwar habe man Pläne vorbereitet, wie dieser an den ersten beiden Adventswochenenden auch unter 2G oder 3G stattfinden könnte. Eine endgültige Entscheidung gibt es aber nicht.

Krailling und Gauting: Vollständig abgesagt wurden die Christkindlmärkte für Krailling und Gauting. Davon betroffenen sind auch die Veranstaltungen in den Ortsteilen – etwa der Markt der Feuerwehr Stockdorf oder in Pentenried.

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