Auch fehlende Transparenz der Lokalpolitik und schroffe Bordsteine bemängelt

„Lebensgefahr“ in Neuried: Bürger fordern Kreuzungsumbau in Ortsmitte

Ein Auto biegt an der Kreuzung in der Ortsmitte Neuried rechts ab. Fahrradfahrer müssen warten.
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Rechtsabbieger haben an der Kreuzung in der Ortsmitte Neuried immer freie Fahrt - für Passanten und Radler eine „absolute Lebensgefahr“ finden Bürger.

Neurieds Bürgerversammlung musste heuer wegen Corona abgesagt werden. Bürgeranträge gab es trotzdem. Was die Neurieder fordern und wie die Chancen dafür stehen

  • Bürgerversammlung in Neuried wegen Corona ausgefallen
  • Bürger aus Neuried haben trotzdem Anträge eingereicht - etwa für mehr Sicherheit an der Kreuzung in der Ortsmitte
  • Straßenbauamt winkt ab: „Unfalltechnisch nicht auffällig“

Neuried Eine Bürgerversammlung in Zeiten von Corona – auch in Neuried ging das nicht zusammen. Die Gemeinde hat dennoch das Beste daraus gemacht: Auf Youtube erklärt Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) wie es um die größten Projekte im Ort steht, eine Präsentation gibt es auf der Gemeinde-­Homepage.

Neuried: Bürger fordern sicherere Kreuzung in der Ortsmitte

Aber auch die Neurieder selbst waren tätig. Insgesamt drei Anträge aus der Bürgerschaft wurden an die Gemeinde herangetragen. Um mehr Transparenz in der Lokalpolitik geht es der ehemaligen Gemeinderätin Ulrike Faulhaber­-Hobelsberger. Sie beantragte, den Bürgern Auskunft über eine zweitägige Gemeinderats-­Klausurtagung zu geben, die Mitte September nichtöffentlich stattgefunden hatte. Solche Sitzungen stünden dem „gemeindlichen Anspruch auf Transparenz diametral entgegen“, so Faulhaber­Hobelsberger.

„Ich sehe nicht die Notwendigkeit einer öffentlichen Klausur“, entgegnete Zipfel der Anfrage. Man habe vor allem die neuen Gemeinderatsmitglieder auf den aktuellen Kenntnisstand bringen wollen – zu ohnehin öffentlich bekannten Themen. „Sollten Anträge aus der Klausur resultieren, werden diese natürlich öffentlich im Gemeinderat behandelt“, so der Rathauschef.

Schroffe Steine am Parkplatz der Mehrzweckhalle Neuried moniert

Bernd Hönig monierte die scharfkantigen Randsteine am Parkplatz an der Mehrzweckhalle. Gerade in der engen Kurve würden viele Autoreifen dort beschädigt. Ihm versprach Zipfel, dass das Bauamt überlegen werde, wie schroffe Stellen ausgebessert werden könnten. Geld, um den Parkplatz umzugestalten, habe man aber nicht.

Ein Ärgernis der Bürger: schroffe Bordsteine am Mehrzweckhallen-Parkplatz in Neuried.

Zuspruch vom Bürgermeister für ihr Anliegen bekamen Edith und Jörg Stahl. Sie forderten einen Umbau der Kreuzung Planegger Straße/Gautinger Straße für Fußgänger. Das Problem: Im Gegensatz zu allen anderen Fahrstreifen werde die Rechtsabbiegespur in die Gautinger Straße nicht durch eine Ampel geregelt. Die Verkehrsinsel vor der Spur sei „viel zu klein“ und vor allem für Fahrräder ungeeignet. Die Kreuzung stelle für Kinder und Ältere „absolute Lebensgefahr“ dar, so die Antragsteller.

Neuried: Straßenbauamt sieht keinen Grund für Umbau der Kreuzung

Kritik an der Kreuzung in der Ortsmitte Neuried ist schon mehrfach geäußert worden - etwa vom Behindertenbeauftragten Robert Efinger. Weil die Planegger Straße Teil der Staatsstraße 2344 ist, könne die Gemeinde aber nicht selbst eingreifen, so Zipfel. „Wir haben dem Staatlichen Straßenbauamt Freising zu der Kreuzung schon viele Vorschläge unterbreitet.“ Er würde sich freuen, wenn durch den Antrag mehr Druck aufgebaut würde.

Doch das Straßenbauamt winkt auf Hallo-­Anfrage ab. „Da die Kreuzung nicht unfallauffällig war, wird dort derzeit kein Umbau geplant“, so Baurätin Tanja Schiebel. Sollte die Gemeinde im Sinne der Schulwegsicherheit an die Behörde herantreten und einen Umbau planen, sei man aber zu Gesprächen bereit. rea

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