Busrouten-Streit erneut entfacht

Neuer Ärger um die Buslinie 259: Geplante Wendeschleife für Martinsried zu teuer

„Keine Wendemöglichkeit“: Das könnte auch weiterhin in der Lena-Christ-Straße der Fall sein, fürchten (v.li.) Dr. Klaus Volk, Friedrich Müller und Jörg Schmitt.
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„Keine Wendemöglichkeit“: Das könnte auch weiterhin in der Lena-Christ-Straße der Fall sein, fürchten (v.li.) Dr. Klaus Volk, Friedrich Müller und Jörg Schmitt.

Martinsried - Bereits 2017 war der Ärger über die Buslinie groß: „Mit großer Bestürzung, Enttäuschung und Ärger", werden die Diskussionen jetzt wieder neu aufgenommen

Neuer Ärger um die Buslinie 259 von Martinsried nach Pasing: Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember soll der Bus bis zur Lena-Christ-Straße fahren. Die dafür geplante Wendeschleife steht aber seit kurzem wieder auf der Kippe. Statt vorgesehenen 50 000 Euro kostet sie inklusive Baunebenkosten nun 130 000 Euro – wegen zusätzlicher Anforderungen und allgemeiner Preissteigerungen, wie Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) erklärt. Das sei „ökonomisch nicht mehr tragbar“, hatte jüngst der Bauausschuss befunden, zumal die Alternative nur 7500 Euro kosten würde: eine „normale“ Endhaltestelle an der Lena-Christ-Straße, von der aus der Bus durch die Käthe-Kollwitz-Straße zur Lochhamer Straße geleitet wird – und damit mitten durchs Wohngebiet.

Bereits 2017 hatte Anwohner 200 Unterschriften gegen den Vorschlag gesammelt (Hallo berichtete). „Mit großer Bestürzung, Enttäuschung und Ärger“ habe man nun aus der Presse erfahren, dass die Idee erneut zur Debatte stehe, schreiben Friedrich Müller, Klaus Volk, Jörg Schmitt und Andreas Schmalhorn in einem Brief an Bürgermeister und Gemeinderäte.

„Der Eingriff in den Verkehr sollte so minimal wie möglich sein“, plädiert Müller weiter für den Wendehammer. Andernfalls würden rund 500 Anwohner alle 20 Minuten Lärm und Abgase direkt vor der Haustür zu spüren bekommen. Zudem führe die Route entlang eines Spielplatzes und werde in den schmalen Straßen Stellplätze kosten. „Dabei ist bereits jetzt die Parkplatznot zu Semesterzeiten groß“, sagt Volk. Weil der LMU-Campus nicht weit ist, würden tagsüber Autos in zweiter Reihe, in Kurven oder Ausfahrten parken.

Die Sparsamkeit bezüglich der Wendeschleife verwundert die Anwohner. „Das sind Peanuts gegenüber anderen Bauprojekten in Martinsried“, sagt Jörg Schmitt und denkt dabei etwa an die Umgestaltung der Ortmitte. „Im Rahmen des U-Bahnhof-Baus soll die für den Wendepunkt vorgesehene Fläche ohnehin asphaltiert werden“, argumentiert Schmitt weiter.

Dem widerspricht der Bürgermeister: Zwar seien die Planungen für das Umfeld des U-Bahnhofs noch nicht endgültig abgeschlossen. Die Wendeschleife werde aber auf keinen Fall weiter existieren, so Hofmann. Er präferiere ohnehin die Alternativ-Variante: Damit werde die Belastung durch den Busverkehr auf mehrere Straßen aufgeteilt.

Romy Ebert-Adeikis

Barrierefreie Haltestelle

Änderungen für die Busse wird es in Martinsried auch an der Kreuzung Großhaderner Straße/Am Klopferspitz geben. Ab Mitte August bis Mitte September sollen dem Münchner Merkur zufolge die Bushaltestellen am Uni-Campus erneuert und barrierefrei gestaltet werden.

Die Maßnahme ist Teil der Sanierung der Kreuzung, die ursprünglich schon 2017 angedacht war. Nun sei die Erneuerung laut Bauamt nicht mehr aufzuschieben. Gut zwei Drittel der veranschlagten Kosten von rund 346 000 Euro übernehme die Universität.

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