Krach um den Lärm

Gräfelfinger sind vom Lärm genervt

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Der Lärm der vielen Autos an der Kreuzung Würmtal-/Pasinger und Planegger Straße ist den Anwohnern zu viel.

Neue Bürgerinitiative macht sich für Emissionsschutz stark und fordert eine Umgehungsstraße für Gräfelfing.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative fordern Tempo 30, die Reparatur schadhafter Straßen und eine neue Umgehungsstraße. Das soll die Anwohner vor dem Verkehrslärm in Gräfelfing schützen.

Viel Spaß hat Familie Ascherl aus Gräfelfing nicht, wenn sie auf der Terrasse sitzt. Grund ist der Verkehrslärm in der Würmtalgemeinde. „Das stört einfach, wenn man draußen sitzt“, sagt Claudia Ascherl (Foto rechts, 5. v. re.). Sie ist nicht einzige, die sich an der Dauerbeschallung stört. Eine neue Bürger­initiative setzt sich nun für mehr Lärmschutz ein. 

Leserbriefe in den Tageszeitungen haben die Familien Ascherl und Saller zusammengeführt. Unabhängig voneinander beschwerten sich die Frauen beider Familien über den Lärm und die Untätigkeit der Gemeinde. „Ich fand es beruhigend zu wissen, dass wir mit unserem Anliegen nicht alleine sind“, erzählt Claudia Ascherl. Sie kontaktierte Ingrid Ascherl (4. v. li.). Gemeinsam mit Ursula Locherer (li.) und Konrad Oberhofer (7. v. li.) riefen sie die „Bürgerinitiative (BI) Staatsstraßen in Gräfelfing“ ins Leben. Und schnell stellten sie fest, dass sie mit ihrem Problem nicht alleine sind.

„Wir waren vom großen Echo überrascht“, erzählt Ingrid Saller. Doch genau das braucht die BI auch. „Wir haben festgestellt, dass wir die Gemeinde nur von der Wichtigkeit unserer Anliegen überzeugen können, wenn nicht jeder einzeln bei der Bürgermeisterin anfragt.“ Der Rathaus-Chefin Uta Wüst werfen BI-Mitglieder Untätigkeit vor. Ihr Vorgänger Christoph Göbel, heute Landrat, habe noch nach Lösungen gesucht – wenn auch erfolglos. „Aber jetzt herrscht völliger Stillstand im Rathaus, obwohl der Verkehr ständig zunimmt“, sagt Ingrid Saller.

Ihr Mann Klaus (re.) kennt auch die Gründe für die Mehrbelastung: die Erweiterung der Gewerbegebiete im Würmtal, der Anschluss der A99 an die A96 und die Lastwagen, die der Autobahnmaut über die Staatsstraßen in Gräfelfing ausweichen. Um die Situation zu verbessern, stellt die BI konkrete Forderungen. Kurzfristig soll die Reparatur der schadhaften Straßen Besserung bringen. „Die Geräusche der Lkw werden durch Unebenheiten noch schlimmer“, sagt Ingrid Saller. Weitere Forderungen: Tempo 30 in der Pasinger Straße, mehr Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei und vor allem eine Umgehungsstraße. „Wir brauchen eine Staatsstraße, damit die Pasinger Straße zur Gemeindestraße umgewidmet werden kann“, sagt Klaus Saller. Dann könnte die Gemeinde mit baulichen Maßnahmen den Verkehr beruhigen. Das Problem: Eine Umgehungsstraße wurde 2013 schon einmal in einem Bürgerentscheid abgelehnt. Ein Ziel hat die BI, die sich auch bei der Bürgerversammlung zu Wort gemeldet hatte, bereits erreicht: Wüst hat einen runden Tisch zugesagt, bei dem sie sich die Probleme der Anwohner anhören will. Andreas Daschner

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