„Missbrauch kommunaler Macht“

„Is des mei neie Hoamat?“ - Bund Naturschutz rügt das Gautinger Gewerbegebiet

Mit einem bunten Protest machen die Naturschützer gegen ein geplantes Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz mobil. „Is des mei neie Hoamat?“, fragen sie provokativ.
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Mit einem bunten Protest machen die Naturschützer gegen ein geplantes Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz mobil. „Is des mei neie Hoamat?“, fragen sie provokativ.

Gauting - „Klagen ist teuer und die Chance, zu gewinnen, ist gering“ - Es müssen andere Alternativen her, wenn die Hoffnung bestehen soll, den Bau des Gewerbegebiets noch zu verhindern

Schon der Name will Nachhaltigkeit versprühen: „Ecopark“ soll das geplante Gautinger Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz heißen. Naturschützer bezweifeln aber die Umweltfreundlichkeit des Projekts. Seit Monaten macht ein Bündnis aus acht Gruppierungen unter dem Namen „Pro Bannwald“ gegen das Gewerbegebiet (Hallo berichtete) mobil. Jetzt protestiert auch der Bund Naturschutz (BN) im Landkreis Starnberg gegen die Pläne. „An ein ökologisches Gewerbegebiet glaube ich nicht“, sagt Kreisvorsitzender Günter Schorn. Wie so etwas aussehe, könne man auf der anderen Straßenseite beobachten – vis a vis zum geplanten Gelände liegt der Gewerbepark Gilching Süd.

Von einem „Missbrauch kommunaler Macht“ spricht der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner angesichts der Entwicklung im Unterbrunner Holz. Wie Schorn fordert er, Gilching Süd zum interkommunalen Gewerbegebiet zu ernennen, statt Gauting auch noch bauen zu lassen. „Landrat Karl Roth hat hier Steuerungsmöglichkeiten versäumt.“

Konkret plant Gauting, rund 60 Hektar im Unterbrunner Holz zum Ecopark umzuwandeln. Auf einem Drittel der Fläche soll sich Gewerbe ansiedeln, um die klamme Gemeindekasse zu stärken. Auf dem Rest sollen Erholungsflächen, aber auch Gebäude, etwa für Kinderbetreuung, entstehen. Für den gerodeten Wald gebe es Ausgleichsflächen. Ohnehin handele es sich dabei aber um „einen durch Sturmschäden belasteten Nadelholzwald mit monokultureller Prägung“, so die Gemeinde auf ihrer Website.

Vehement widersprechen die Naturschützer dieser Darstellung: Der Wald werde bereits mit Mischlaubbäumen umgebaut. Bis auf den Ausgleichsflächen ein ähnlicher Baumbestand erreicht werde, dauere es Jahre. Eine Klage gegen das Projekt sei für den BN laut Mergner aber nur ein absolute Notfallinstrument. „Klagen ist teuer und die Chance, zu gewinnen, ist gering.“

Der Bündnis „Pro Bannwald“ trifft sich unterdessen monatlich, um Aktionen gegen das Gewerbegebiet zu planen, sobald die Baupläne offiziell ausliegen. Dann sollen auch über 1000 gesammelte Unterschriften übergeben werden, erklärt Sprecher Christian Winklmeier. „Sobald die Auslegung beginnt, werden wir uns zudem anwaltlich beraten lassen“, teilte der Gilchinger mit.

Beim BN liegt die Hoffnung hingegen auf dem Volksbegehren „Betonflut eindämmen“, das Flächenfraß in Bayern begrenzen soll. Im Juli wird das Bayerische Verfassungsgericht die Zulässigkeit prüfen. rea

Zu einer kostenlosen Führung im Stiftungswald Forst Kasten mit Revierleiter Josef Wöhrle lädt der BN Gauting am Freitag, 15. Juni, um 14 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz der Gaststätte „Forsthaus Kasten“

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