Kies gibt Umweltverband Aufwind

Bund Naturschutz im Würmtal – Seit 2018 boomen die Mitgliedszahlen

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(v.li.): Beisitzerin Hildburg Kraemer, Beisitzer Florian Stoewer, erste Vorsitzende Astrid Pfeiffer, Beisitzerin Barbara Gutmann, zweite Vorsitzende Caroline Geisler, Beisitzer Peter von Schall-Riaucour, Beisitzerin Malvina Andrassy und Schriftführerin Nicole Neubauer

Lange Jahre war der Bund Naturschutz im Würmtal eine Ein-Mann-Show. An große Aktionen war nicht zu denken. Eine Situation, die sich jetzt ändern dürfte.

Würmtal –  Brauchte es Stellungnahmen zu Bauprojekten oder Biotopen, war der Gräfelfinger Dieter Kubisch zur Stelle – der letzte Aktive der Ortsgruppe Planegg-Gräfelfing, die sich Mitte der 90er-Jahre aufgelöst hatte. 

Jetzt hat die Lokalvertretung des Umweltverbandes sich neu gegründet, der Vorstand mit neun Mitgliedern breit aufgestellt. Neben Planegg und Gräfelfing sind auch die Neurieder diesmal mit an Bord. Insgesamt 752 Mitglieder hat der Verband derzeit in den drei Gemeinden, deutlich mehr als noch 2018

Mitglieder beim Verband.

In Stadt und Kreis München hat der BN derzeit etwa 25 000 Mitglieder. Anfang 2019 waren es noch circa 20 000. In Neuried ist die Mitgliedszahl laut Landesgeschäftsstellle von Anfang 2018 bis Anfang 2019 um 60 Prozent gestiegen, in Planegg um 54 und in Gräfelfing um 41 Prozent.

Grund für das wiederentfachte Interesse: „Das Thema Walderhalt im Zusammenhang mit dem drohenden Kiesabbau war der Anstoß, die Ortsgruppe zu gründen“, sagt Astrid Pfeiffer. 

Der Erhalt des Würmtal-Waldes werde im Fokus ihrer Arbeit stehen, betonen die Vorsitzenden Astrid Pfeiffer und Caroline Geisler.

Die Planeggerin ist zur ersten Vorsitzenden der neuen Ortsgruppe gewählt worden. Wie ihre Stellvertreterin Caroline Geisler ist sie eine der aktivsten Vertreter von Bürger­initiativen, die sich im Zuge der Kiesproteste gegründet haben.

Nur ein verlängerter Arm der Kies-Gegner soll die neue Gruppe aber nicht sein. „Natürlich wird die Verteidigung unseres Waldes gegen den Kahlschlag für den kurzfristigen Profit durch Kiesabbau eine wichtige Rolle spielen“, sagt Pfeiffer.

Aber auch andere Themen werde man angehen, welche, werde der Vorstand jetzt besprechen. „Wir können die Politik kritisch und zugleich konstruktiv begleiten, wenn es zum Beispiel um Bauprojekte geht, um Flächenversiegelung, Verkehr, den Schutz von Bäumen und vieles mehr“, so Pfeiffer, die auch eine Aktion gegen Silvesterraketen und -böller plant.

„Die Themen werden euch jedenfalls nicht ausgehen“, sagte Dieter Kubisch bei der Gründung zum Gruß. Er selbst hat diesmal aber auf einen Vorstandsposten verzichtet. 

Romy Ebert-Adeikis

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