Mehr Unfälle und Kfz-Diebstähle

Keine Panik vor Randale-Jugendlichen – Planegger Polizeichef zieht Bilanz für 2019 

„Wir haben im Würmtal keine lokalen Brennpunkte“, sagt Polizeichef Thomas Sorgalla. 
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„Wir haben im Würmtal keine lokalen Brennpunkte“, sagt Polizeichef Thomas Sorgalla. 

2019 hat es einige aufsehenerregende Fälle im Würmtal gegeben. Polizeichef Sorgalla zog jetzt Bilanz und warnte vor übertriebenen Reaktionen gegen randalierende Jugendliche.

Würmtal – Banküberfall und Fliegerbombenfund in Neuried, Großeinsatz in der Kraillinger Flüchtlingsunterkunft: Im Einzugsbereich der Polizeiinspektion Planegg hat es 2019 einige aufsehenerregende Fälle gegeben. 

Insgesamt sei es im Würmtal dennoch ruhig zugegangen, betont PI-Chef Thomas Sorgalla. Zwar dürfen konkrete Deliktzahlen erst nach der Veröffentlichung des Sicherheitsberichts durch das Innenministerium bekannt gegeben werden. Eine erste Bilanz zieht der 54-Jährige trotzdem: „Wir hatten etwas mehr Unfälle, auch mit mehr Verletzten, aber weniger Straftaten als 2018.“ 

Betrugsanrufe kommen nicht mehr in Serie

Damals waren 1492 Delikte im Bereich der PI 46 vermerkt worden, darunter über 250 Betrugsfälle. Im Gegensatz dazu wurde das Würmtal 2019 von keiner Serie betrügerischer Anrufe heimgesucht. Einen Rückgang gab es auch bei Sexualstraftaten, die Zahl der Einbrüche ist dem PI-Chef zufolge auf relativ niedrigem Niveau stabil geblieben. 

„Auffällig gestiegen sind nur Diebstähle hochwertiger Fahrzeugteile, vor allem aus Modellen von BMW oder Mercedes. Das reicht vom Schaltknüppel übers Navigationsgerät bis hin zum Sport­lenkrad.“ Allerdings sei das ein Problem, das den ganzen Raum München beschäftige. 

Für Aufregung hatten 2019 zudem randalierende Jugendliche in Planegg gesorgt

Im Zuge dessen hatte die Gemeinde entschieden, den Rundgang eines privaten Sicherheitsdienstes auszuweiten. Dass dabei auch Maßnahmen wie Videoüberwachung am Markt gefordert wurden, darüber kann Sorgalla nur den Kopf schütteln: „So etwas ist für schwere Straftaten gedacht, nicht für Ruhestörungen und Ordnungswidrigkeiten.“ Schließlich gehe es nicht um „marodierende Banden, die Leute anpöbeln und gefährden“. 

Stattdessen will der 54-Jährige mit einem Arbeitskreis, bestehend aus Gemeindeverwaltung und Vertretern des Gemeinderats, ein Sicherheitskonzept entwickeln. Das soll unter anderem festhalten, „wie auf neue Entwicklungen reagiert werden kann“. Alternativ könnte ein regelmäßiger Austausch von Polizei und Arbeitskreis etabliert werden. 

Ein erstes Treffen fand nach Redaktionsschluss am Dienstagabend statt. Sorgalla selbst will den Würm­talgemeinden den Aufbau einer Sicherheitswacht aus Ehrenamtlichen ans Herz legen „Im Gegensatz zum privaten Sicherheitsdienst darf diese auch Platzverbote erteilen.“ 

Romy Ebert-Adeikis

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