Es wird nicht leicht

Spagat zwischen Heimat und Berlin – Streit um Gemeinderats-Kandidatur

Wird ab dem 7. Januar eine von 152 SPD-Abgeordneten im Bundestag sein: die 29-jährige Bela Bach aus Planegg.
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Wird ab dem 7. Januar eine von 152 SPD-Abgeordneten im Bundestag sein: die 29-jährige Bela Bach aus Planegg.

Ab 2020 sitzt die  Planeggerin Bela Bach (SPD)  im Bundestag. Allerdings möchte sie trotzdem im Gemeinderat bleiben . Wie sie das schaffen will und was ihre Beweggründe sind...

Planegg – Wenn in den letzten fünf Jahren der Planegger Gemeinderat getagt hat, war ein Platz häufig leer: der von Bela Bach (SPD). „Das hatte berufliche Gründe“, sagt die 29-Jährige gegenüber Hallo. 

Im Sommer hatte sie sogar den Vorsitz der Landkreis-SPD abgegeben, um sich voll auf ihre Dissertation zu konzentrieren. Bei den Parteikollegen in Planegg hat ihr Fehlen jetzt trotzdem zu heftigen Diskussionen geführt. 

Spagat zwischen Berlin und dem Würmtal 

Denn: Im März will Bach wieder für einen Sitz im Gemeinderat kandidieren – auf Platz fünf der SPD-Liste. Ab dem 7. Januar rückt sie aber auch für Martin Burkert in den Bundestag nach, muss dann einen Spagat zwischen Berlin und dem Würmtal meistern. 

„Das wird auf jeden Fall eine Herausforderung, der ich mich aber stellen möchte, weil mir die Verbundenheit zu Planegg wichtig ist“, begründet Bach ihre Kandidatur. Politikern werde immer wieder vorgeworfen, keinen Bezug mehr zur Basis zu haben – dem wolle sie etwas entgegensetzen. 

„Zumal ich mit der Herausforderung nicht allein bin. Im Kreistag gibt es mehrere Abgeordnete, die auch im Landtag oder Bundestag sitzen.“ 

„Das wird auf jeden Fall eine Herausforderung, der ich mich aber stellen möchte, weil mir die Verbundenheit zu Planegg wichtig ist“, begründet Bach ihre Kandidatur.

Bei der Aufstellungsversammlung der SPD bat Bürgermeister Heinrich Hofmann um eine nichtöffentliche Aussprache, weil ihn heuer sogar Bürger auf die häufige Abwesenheit der Gemeinderätin angesprochen hatten. 

Im Zuge derer habe Bach laut Fraktionssprecher Felix Kempf „auch von sich aus angeboten, bei der Gemeinderatswahl den letzten Listenplatz einzunehmen“. Die vorgeschlagene Liste sei dann aber mit großer Mehrheit gebilligt worden. 

Es könne zwar sein, dass Bach nicht mehr „zu jedem Stammtisch kommen kann, aber in erster Linie ergeben sich dafür andere Chancen und Synergieeffekte, die wir unbedingt nutzen wollen“, so Kempf. Natürlich müsse ein kommunales Mandat trotzdem ernsthaft ausgefüllt werden. 

Leicht wird das für Bach nicht:

Bereits jetzt nimmt die Bundestag-Arbeit sie ein. „Es gibt sehr viel zu organisieren. Ich muss eine Wohnung in Berlin finden und führe Gespräche mit möglichen Mitarbeitern.“ 

Zudem plant sie, ein Abgeordnetenbüro im Würmtal zu eröffnen. „Ich will möglichst transparent arbeiten, deswegen wird es ein Büro und eine Website geben“, sagt sie. Für was sie sich in Berlin konkret einsetzen wird, kann Bach noch nicht sagen. Gut vorstellen könnte sie sich aber eine Mitarbeit im Verkehrsausschuss. 

rea

Sitzungsgeld

Gemeinderatsmitglieder erhalten in Planegg pauschal je 50 Euro für Sitzungen, Ausschusstreffen und andere dafür relevante Termine. Eine Anwesenheitsquote muss nicht erfüllt werden.

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