So viele wie nie

Planegg als Hochburg demokratischer Beteiligung?

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Ganze acht Kandidaten wollen heuer den Sprung ins Planegger Rathaus schaffen.

Gleich acht Kandidaten stehen in Planegg für den OB-Posten zur Auswahl. Die Motivation ist groß, denn die Gemeinde boomt und verspricht deshalb vielseitige gestalterische Möglichkeiten. 

Planegg: 41 Jahre lang hat Martin Götz in der Gemeinde gearbeitet, als Ordnungsamtschef unzählige Wahlen begleitet. Doch dieses Mal stehen mehr Kandidaten auf dem Wahlzettel als jemals zuvor: Gleich acht Personen wollen in der 11 500-Seelen-Gemeinde Planegg Bürgermeister werden (siehe Seite 4). „Das gab es noch nie. Sonst waren es immer um die fünf“, sagt Götz. 

Besondere Auswirkungen auf die Organisation habe das nicht, so der Wahlleiter. Einzig: Mit einer Wahl wird es für Götz heuer voraussichtlich nicht getan sein. „Bei acht Kandidaten muss man kein Prophet sein, um zu wissen, dass es zu einer Stichwahl kommen wird. Es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass ein Kandidat über 50 Prozent aller Stimmen bekommt und damit direkt gewählt werden würde.“ Darum bekommen Planeggs Stimmberechtigte – nachdem sie am 15. März gewählt haben – ihre Wahlbenachrichtigung wieder zurück. So muss die Gemeinde diese für die voraussichtliche Stichwahl am 29. März nicht nochmal verschicken. 

Ordnungsamtschef Martin Götz

Ist Planegg also die Hochburg demokratischer Beteiligung? „Dass so viele Kandidaten antreten, ist meiner Einschätzung nach schon sehr ungewöhnlich“, sagt auch der Münchner Kommunalwahl-Experte Martin Gross. Seine Vermutung: Weil die Gemeinde prosperiert, ist der Reiz, Verantwortung zu übernehmen, größer. „Die finanziellen Möglichkeiten geben den Kandidaten in Planegg die Chance, selbst gestalterisch tätig zu werden und nicht nur die Pflichtaufgaben zu erfüllen.“ 

Kandidaten auf dem Podium

Wer will in Planegg Gemeindeoberhaupt werden und welche Ideen und Forderungen haben die Anwärter auf das Amt? Der Münchner Merkur veranstaltet am Freitag, 20. Februar, eine Podiumsdiskussion, bei der sich alle acht Bürgermeisterkandidaten vorstellen und debattieren können. Beginn der Veranstaltung im Kupferhaus, Feodor-Lynen-Straße 5, ist um 19 Uhr. Moderiert wird die Diskussion von den Merkur­-Redakteuren Andreas Deny und Nicole Kalenda. Der Eintritt ist frei.

Ausführliche Steckbriefe aller Kandidaten und noch mehr Wahl-Infos finden Sie hier.

rea

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