Es bleibt bei einem Markt

40 Jahre Wochenmarkt: Planeggs Standler zwischen Glück und Leid

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Der Wochenmarkt in Planegg wird 40 Jahre alt.

Während der Wochenmarkt im Hauptort 40-Jähriges feiert, ist der von der Gemeinde geplante Wochenmarkt in der neuen Ortsmitte Martinsried ist vorerst gescheitert.

Planegg/Martinsried – Aus den Anfangszeiten sind sie noch zu zweit: Im Herbst 1979 begannen Käse Abt und Feinkost Mitterer ihre Produkte auf dem Planegger Wochenmarkt zu verkaufen. 

Wie dieser feiern die beiden Standler am Freitag, 11. Oktober, 40-jähriges Jubiläum in Planegg. „Wir haben viele treue Kunden, auch deswegen hat sich der Markt in Planegg gut entwickelt“, sagt Marktsprecher und Käsehändler Günther Abt.

Der 52-Jährige steht seit 17 Jahren regelmäßig freitags auf dem Planegger Marktplatz. Aber seine Eltern waren schon Beschicker der ersten Stunde. „Zu dem Zeitpunkt war der Wochenmarkt noch bei der Heide Volm“, erzählt Abt. Dort habe es aus Platzgründen nur wenige Stände gegeben. 

Inzwischen ist der Marktplatz mit 13 Händlern fast komplett ausgelastet

„Theoretisch hätten wir Platz für 15 Stände“, sagt Ilse Amberger, Marktbeauftragte der Gemeinde Planegg. Ausreichend Nachfrage gibt es: „Wir haben viel junges Publikum, zumal die Leute sich auch wieder viel bewusster ernähren“, so Abt. 

Gleichwohl: Für einen zweiten Markt scheint das Interesse nicht groß genug zu sein – zumindest auf Seiten der Händler. Der von der Gemeinde geplante Wochenmarkt in der neuen Ortsmitte Martinsried ist vorerst gescheitert: Nach einem Jahr Suche hat sich nur ein Interessent gefunden. 

„Es gibt in Martinsried ein großes Angebot an Supermärkten, die von Biogemüse bis hin zu frischen Fisch alles anbieten“, erklärt sich Wirtschaftsförderin Bärbel Zeller die Pleite. Ilse Amberger ergänzt: „Die, die schon Stände betreiben, haben oft keine Zeit mehr für neue Märkte.“ So die Antwort vieler Händler des Planegger Markts, die Amberger für das Martinsrieder Pendant werben wollte.

Einzige Ausnahme

Manfred Dorner, der seit fünf Jahren in Planegg Liköre, Aufstriche und selbstgemachtes Müsli verkauft.

Am Planegger Markt steht Manfred Dorner (re.) schon seit fünf Jahren.

 „Mein Lager platzt aus allen Nähten, darum habe ich nach neuen Verkaufsmöglichkeiten gesucht“, sagt er. Ab sofort steht Dorner jeden Donnerstag am Martinsrieder Martinsplatz – als Einzelkämpfer. „Ich habe mein Sortiment extra erweitert, zum Beispiel um Kartoffeln.“

Dass ihm weitere Verkäufer folgen werden, dafür hat man in der Gemeinde Planegg nur wenig Hoffnung. „Martinsried ist ein Platz zum Arbeiten. Die meisten Leute kaufen aber da ein, wo sie wohnen“, sagt Marktbeauftragte Amberger. 

Ab Donnerstag wird Manfred Dorner der erste Standler am neuen Martinsplatz sein – neben Foodtrucks.

Aus dem Grund hat man aber ein anderes Angebot in die Orstmitte gelotst: Von Montag bis Freitag steht ab sofort jeweils ein anderer Foodtruck am Martinsplatz – immer mittags von 11.30 Uhr bis 14 Uhr. „Vor zwei Jahren haben wir an der Fraunhoferstraße damit angefangen“, sagt Sprecher Andreas Weidner, der schwäbisches Essen anbietet. An anderen Tagen gibt es Burger, japanische oder tibetanische Küche. „Wir sehen uns als Ersatz für nicht vorhandene Betriebskantinen – nicht für einen Wochenmarkt.“ rea

Das ist los beim Fest

Mit einer großen Jubiläumstombola wird der 40. Geburtstag des Planegger Wochenmarkts am Freitag, 11. Oktober, von 9 bis 12 Uhr gefeiert. 

Dabei können Teilnehmer Gutscheine für ihren nächsten Markt-Einkauf gewinnen. Die Standler bieten außerdem besondere Schmankerl von Käseküchle und Prosecco bis Honigmet an. 

Um 11 Uhr wird Zweiter Bürgermeister Peter Heizer (FWD) ein Grußwort sprechen. Die Kinder des Kindergartens „Die Würmeulen“ zeigen eine Tanzaufführung.

rea

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