Grünen messen auf eigene Faust

Feinstaub-Messstation für Planegg? – Teils höhere Belastung als in Innenstadt

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Mit diesem mobilen Messgerät überprüfen Judith Grimme und Jürgen Peters seit dem Sommer die Feinstaubbelastung in Planegg. Eine Auswertung der Daten gibt es unter www.hallo­-muenchen.de.

Seit August messen die Grünen in Planegg auf eigene Faust . Es ist erschreckend, dass sie eine teils höhere Belastung als in München fanden. Nun ordern die Planegger eine Feinstaub-Messstation...

Planegg – Mit der Münchner Innenstadt habern Planegg und Martinsried wenig Ähnlichkeit. Und doch herrschen dort ähnliche Zustände wie am Stachus – zumindest was die Belastung mit Feinstaub betrifft. (Hallo berichtete)

Das zeigen Daten der Grünen Ortsgruppe, die seit August etwa 400 Einzelmessungen vorgenommen und mit amtlichen Werten der Münchner Messstation verglichen haben. 

„Ich habe immer geglaubt, dass die Luft in der Stadt schlechter ist als bei uns“, sagt Grünen-Sprecherin Judith Grimme. „Deswegen habe ich nie damit gerechnet, dass wir die Feinstaubwerte vom Stachus sogar teilweise übertreffen.“ 

Grafik zu den Feinstaubwerten: Vergleich Planegg/Stachus

Letzteres sei vor allem bei einer Inversionswetterlage der Fall, wenn kein Wind weht und die Luft am Boden kälter ist als in der Höhe. Dann hänge eine Feinstaubglocke über dem Ort. 

„Wenn frische Luft zuströmt sind die Werte hingegen sehr gut“, sagt Grimmes Mitstreiter Jürgen Peters, der die Messung mit seinem mobilen Gerät durchführt. Im Gegensatz zur Stadt München steht im Landkreis keine einzige amtliche Messstation. 

Stattdessen wurde 2017 eine Berechnung der Luftschadstoffsituation an 57 Punkten im Landkreis in Auftrag gegeben. „Grenz­wertüberschreitungen konnten für keinen der untersuchten Luftschadstoffe festgestellt werden“, teilt das Landrats­amt mit. 

Forderung einer stationären Messstation

Auf dieser Grundlage sehe das Landesamt für Umwelt daher auch keinen Bedarf für die Einrichtung von Messstellen. 

Das sehen die Planegger Grünen ganz anders: Im Zeitraum seit Ende Oktober, in dem Peters beinahe täglich die Luft an der Martinsrieder Röntgenstraße geprüft hat, sei der Schwebstaub-Grenzwert vier Mal, der von Kleinstpartikeln elf Mal überschritten worden (siehe unten). „Es ist fraglich, warum man sich weiter nur mit errechneten Werten zufriedengibt“, sagt Grimme. 

Sie und Peters fordern eine stationäre Messstation, etwa an der vielbefahrenen Germeringer Straße in Planegg. Dann könnte man auch untersuchen, welche Rolle der Kiesabbau in der Region für die Schadstoffbelastung spielt. „Aus München kommt der Feinstaub jedenfalls nicht, das ist zu weit weg“, so Peters.

rea

Grenzwerte für Feinstaub

Im Bundes-Immissionsschutzgesetz sind derzeit Grenz­werte von 50 Mikrogramm je Kubikmeter für Schwebstaub beziehungsweise 25 Mikrogramm für Kleinstpartikel festgelegt. 

Für die Weltgesundheitsorganisation ist das zu viel. Sie empfiehlt, den Höchstwert für Kleinstpartikel auf zehn Mikrogramm und für Schwebstaub auf 20 Mikrogramm zu setzen.

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