Zusammenfassung der wichtigsten Themen

Bürgerversammlung 2019: Diese Themen bewegen Planegg

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Auch der Kiesabbau bleibt ein Heißes Thema in Planegg.

Bei der jährliche Bürgerversammlung in Planegg  wurde einiges besprochen. Hallo hat die wichtigsten Themen für Sie zusammengestellt...

Ende für Kiesabbau in zehn Jahren?

Den Kiesabbau in der Region komplett einzustellen, hält Landrat Christoph Göbel  für nicht sinnvoll. 

Landrat Christoph Göbel, CSU.

Das machte er bei der Bürgerversammlung im Planegger Kupferhaus vor knapp 90 Bürgern deutlich. Allerdings gelte das nur für die nächsten zehn Jahre. Danach kann sich der Landkreis-Chef durchaus ein Ende vorstellen. Die Dickwiese lehnt Göbel als Abbaufläche für die Gräfelfinger Firma Glück ab. Die Dickwiese stand schon einmal in bei dem Thema Kiesabbau im Fokus. (Hallo berichtete

 Beim Vorranggebiet in Forst Kasten sieht das aber anders aus. Auch über den Kiesabbau in Forst Kasten berichtete Hallo München. 

„Es geht auch um die Kiesversorgung in der Region“, sagte er. Er werde für diverse Baumaßnahmen wie den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke benötigt. 

„Schon deshalb haben wir ein Interesse, dass Kies zur Verfügung steht.“ Stelle man den Abbau komplett ein, würde der Kies zur weiteren Verarbeitung mit Lastwagen nach Gräfelfing gekarrt. „Das brächte ein unglaubliches Verkehrsaufkommen und wäre auch nicht klimaschonend.“ 

Zudem würde es eine große Lärmbelastung für den Planegger Ortsteil Martinsried bedeuten. Allerdings habe man die einst 70 Hektar große Vorrangfläche in Verhandlungen auf 38 Hektar verkleinert – und zwar ganz bewusst, wie Göbel betonte.

„Die Fläche reicht für etwa zehn Jahre aus“, sagte er. Bis dahin solle das Gespräch mit der Firma Glück über die Zeit danach gesucht werden. Laut dem Landrat könne man dann auch darüber diskutieren, den Abbau und die Verarbeitung komplett einzustellen. „Dann kann man auch über eine Nachnutzung der Flächen der Firma sprechen“, sagte Göbel. 

Andreas Daschner

Deutlich weniger Delikte

322 Straftaten vermeldete Jürgen Bigott bis zum Stichtag 30. September 2019. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch 408, wie der stellvertretende Inspektionsleiter der Planegger Polizei ausführte. 

rechts Jürgen Bigott, stv. PI-Chef, links Thomas Sorgalla, PI-Chef

Die Aufklärungsquote ist von 51 auf 54 Prozent gestiegen. Raubdelikte gab es heuer nicht, 2018 waren es noch fünf. Auch die Zahl der Einbrüche ist von 32 auf zehn deutlich gesunken. „Wohnungseinbrüche gab es bislang sogar noch gar keinen“, sagte Bigott. 

Rückläufig sind auch die Rauschgiftdelikte (25 statt 41 Fälle). Gar von 66 auf nur noch zwei Fälle ist die Zahl der Betrugsdelikte etwa durch den Enkeltrick gesunken. Einen Grund für den Rückgang nannte Bigott nicht. 

Erstaunlich: In der Nachbar-PI Gauting gab es zuletzt mehr Betrugsfälle. Laut Inspektionsleiter Ernst Wiedemann meldeten 2019 elf Bürger Anrufe falscher Polizisten. Zudem gebe es eine neue Masche in Internet-Partnerbörsen. 

Dabei werde die große Liebe versprochen und danach eine Notlage geschildert. Zwei Gautingerinnen hätten auf diese Weise je 100 000 Euro oder sogar mehr verloren

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M21: Ampel und Flüsterasphalt in Sicht

Die Anwohner an der Germeringer Straße lechzen nach einer Entlastung vom Verkehr.

( Hallo berichtete)

Diese wird auch kommen – ebenso wie die lang geforderte Ampel an der Kreuzung mit der Kettelerstraße. Wann ist aber noch nicht klar. Wie Landrat Christoph Göbel ausführte, sei das zuständige Straßenbauamt Freising sehr belastet. 

Germeringerstraße

Der Plan für 2021: die Straße, die vielen als Ausweichroute von der A 96 zur A 95 dient, zu sanieren. „In diesem Zuge soll auch lärmdämmender Asphalt aufgebracht werden“, sagte Göbel. 

Weiter geplant ist eine Ausweitung der Tempobegrenzung auf 30 Stundenkilometer – sowohl räumlich als auch zeitlich. Außerdem sollen die Bedarfs­ampeln gegen Dauer­ampeln ausgetauscht werden. 

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Einseitige Debatte?

Zwar soll Planegg ab November den Titel als fahrradfreundliche Kommune tragen. So schätzen die Bürger ihre Gemeinde aber nicht zwingend ein. Sie wünschten sich bei der Bürgerversammlung mehr Radwege – zum Beispiel an der Pasinger Straße. 

Das gestaltet sich dort aber schwierig, wie Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) erläuterte: „Uns fehlt der Grund und Boden.“ Die Straße ist für einen Radweg zu eng. Stattdessen hat jetzt der Bauausschuss einen Umbau an der Ecke Pasinger Straße/Richard-Wagner­-Straße beschlossen, um das Radfahren dort sicherer zu machen. 

Schon jetzt ist es an der Pasinger Straße eng, wenn der Bus hält. Ein Umbau würde Stau-­Chaos verursachen, fürchten Anwohner. 

So wird die Kreuzung mit Ampeln ausgestattet. Zudem soll der Gehweg bis zur Richard-Strauss-Straße verbreitert werden, damit ihn Radfahrer und Fußgänger nutzen können. Diese Variante war bereits 2018 debattiert, wegen Anwohnerbedenken aber zurückgestellt worden (Hallo berichtete). 

Die Bürger befürchten durch den Umbau mehr Stau und damit mehr Lärm. Dass der Umbau nun dennoch kommt wie geplant, ärgert Anwohner wie Christoph Höfner, der bei der Sitzung dabei war: „Es ging in der Debatte nur um die Radfahrer. Wir erwarten ein ehrliches Bemühen um eine verträgliche Lösung für Radler und Anwohner. Eine Verschmälerung der Pasinger Straße lehnen wir kategorisch ab.“

Per Brief fordert Höfner die Gemeinderäte dazu auf, den Beschluss zu überdenken. Eine Nachprüfung können diese innerhalb von sieben Tagen beantragen. Der Bürgermeister verteidigte den Beschluss gegenüber Hallo. 

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Allerdings wünschten sich viele Bürger dort eine Radverbindung, zudem handele sich um einen Schulweg. Die Gemeinde rechnet damit, dass der Umbau bis 2020 nicht voll abgeschlossen sein wird. 

rea/ad

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