„Tinder“ fürs Ehrenamt: Junge Gründer entwickeln Kontakt-App für Vereine und Helfer

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Gelebte Inklusion: 9. Würmtaler Staffellauf fördert gemischte Teams

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Glücklicher, aber nicht pünktlicher

Umweltschutz: Neuriederin schreibt über Erfahrungen mit autofreiem Leben

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Mit aufgerüstetem Fahrrad und den Öffentlichen, aber ganz ohne Auto, organisiert Dorit Zimmermann seit Jahresbeginn ihr Leben.

Etwa 6000 Kilometer ist Dorit Zimmermann (55) jedes Jahr auf vier Rädern unterwegs gewesen. Seit Januar ist damit Schluss: Die 55-Jährige hat ihr Auto abgegeben, fährt nur noch Rad und Bus...

Neuried – Ohne einige Veränderungen ging Dorit Zimmermanns Plan nicht auf. Statt im Fitnessstudio zu sporteln, macht die Neuriederin jetzt Yoga mithilfe von Youtube – ohne Auto dauert die Fahrt nach Pasing einfach zu lang. Die 55-Jährige brauchte einen neuen Regenmantel, und einen großen Rucksack. „Aber wenn man kein Geld mehr in Benzin steckt, ist mehr für anderes da“, sagt Zimmermann und zuckt mit den Schultern.

Seit Anfang des Jahres lebt die freiberufliche Homöopathin autofrei, ihren Kleinwagen hat sie ihrer Tochter in Köln geschenkt. „Eigentlich wollte ich mir einen neuen besorgen, aber dann wurde mir relativ schnell klar, dass ich das gar nicht mehr will.“ 

Zu ihrer Praxis nach Gräfelfing, zum Einkaufen oder Sport fährt sie nun mit Fahrrad oder den Öffentlichen. „Ich werde mir kein Auto mehr kaufen, solange ich noch laufen kann. In der Arbeit komme ich oft viel glücklicher an, etwa weil ich ins Gespräch gekommen bin, während ich auf den Bus gewartet habe“, erzählt die 55-Jährige, die vom Autofasten auch in ihrem Blog „Doro goes green“ berichtet.

Nachbesserungsbedarf beim ÖPNV

Trotz aller positiver Erfahrungen: Mittlerweile kennt Zimmermann auch die Schwachstellen des öffentlichen Nachverkehrs im Würmtal: „Der Bus 260 von Neuried nach Germering ist fast immer pünktlich, der 267er nach Gräfelfing fast immer zu spät.“ Dass sie zu dem ein oder anderen Termin zu spät kommt, muss Zimmermann in Kauf nehmen.

Und auch der Heimweg gestaltet sich nicht immer leicht. Denn ab 21 Uhr oder an Wochenende fährt etwa der Bus 260 nur noch stündlich. „Letztens habe ich abends eine halbe Stunde allein an der Bushaltestelle warten müssen“, so Zimmermann. Sie plädiert für einen 30-Minuten-Takt außerhalb der Hauptverkehrszeiten. „Wenn große Busse unwirtschaftlich sind, könnte man kleinere einsetzen.“

MVV lehnt Vorschläge ab

Der MVV sieht kein Potenzial für diese Ideen: „Der Einsatz von kleineren Fahrzeugen ist nicht ratsam, da wir auf einigen Fahrten dieser Linien deutliche Nachfragespitzen haben, die nur von 12-Meter-Fahrzeugen adäquat abgedeckt werden können. Die Beschaffung von großen und kleinen Fahrzeugen müssen wir alleine aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten ablehnen“, heißt es. Außerdem: „Würden wir einen 30-Minuten-Takt auf den Buslinien einführen, würden wir mit den Bussen nur jede zweite S-Bahn anbinden.“ Allerdings sei eine Verbesserung der Takte im Würmtal insbesondere an Sonn- und Feiertagen vorgesehen.

Neben dem Autofasten hat sich Zimmermann inzwischen auch dem Müllfasten verschrieben. Regelmäßig sammelt sie Müll an „ihrer“ Radstrecke Neuried-Planegg auf – und hofft nun auf Mitstreiter, die andere Wege betreuen. „So würde sich keiner überarbeiten.“

Romy Ebert-Adeikis

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