„Bären“ auf Herbergssuche

Überwintern ohne Höhle? – Neurieder „Stamm Bären“ seit Dezember ohne Räume

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Zehn Jahre lang nutzten die Pfadfinder alte Sportvereins-Umkleiden als Treffpunkt. Wegen baulicher Mängel mussten die 25 Kinder um Stammesführer Matthias Märkl jetzt raus.

Seit Dezember dürfen die Neurieder Pfadfinder das alte Fußballerheim an der Zugspitzstraße nicht mehr nutzen. Warum der Treffpunkt aus Sicht der Gemeinde nicht mehr tragfähig ist und wie der „Stamm Bären“ jetzt eine ideale Höhle für sich finden will.

Neuried – Der „Stamm Bären“ hat eine lange Tradition: Seit 1975 gibt es die Neurieder Pfadfinder. Im Ort verankert sind sie aber nicht – sieben Mal mussten sie ihre Unterkunft wechseln. Jetzt könnte sie sogar ganz aus Neuried verschwinden: 

Seit Dezember stehen die 25 aktiven Pfadfinder wieder ohne Domizil da. Aus baulichen Gründen dürfen sie das alte Fußballerheim an der Zugspitzstraße, in dem sie zehn Jahre untergebracht waren, nicht mehr nutzen. 

10 Jahre hattem nun die Neurieder Pfadfinder „Stamm Bären“ das alte Fußballerheim an der Zugspitzstraße als Quartier.

„Aktuell halten wir unsere Gruppenstunden bei den Leitern zuhause oder draußen ab. Das ist im Winter natürlich schwierig“, sagt Stammesführer Matthias Märkl. Dass die Hütten irgendwann abgebaut werden, war dem Stamm zwar klar. 

„Eigentlich sollte aber erst 2021 abgerissen werden, wenn auch der Kindergarten nebenan umzieht“, so Märkl. Zudem hätten die Pfadfinder in den letzten Jahren immer wieder selbst etwas saniert, vor nicht allzu langer Zeit noch eine Heizung bekommen. 

Laut Gemeinde habe es nie eine baurechtliche Zulassung gegeben, die Nutzung sei nur geduldet worden. „Bereits mehrfach waren bei gelegentlichen Überprüfungen der Örtlichkeit gravierende Mängel hinsichtlich der hygienischen Situation, der Brandschutzsicherheit sowie der generellen Bausubstanz aufgefallen.“ 

Aus baulichen und sicherheitstechnischen Gründen ist die Nutzung des alten Fußballheims nun untersagt worden.

Um einer Gefährdung durch schwere Schneelasten zu entgehen, sei die Nutzung nun untersagt worden. Als Übergangslösung hat der Bürgermeister den Pfadfindern angeboten, nach einem Bauwagen zu suchen. 

„Wir brauchen aber eine langfristige Bleibe“, sagt Stammesführer Märkl. Gesucht wird ein Gelände von mindestens 400 Quadratmetern, an dem Zelte aufgebaut und eine Feuerstelle eingerichtet werden können. 

Da die Gemeinde über kein geeignetes Grundstück verfügt, hat sie mit den Pfadfindern jetzt einen Aufruf gestartet. 

Gesucht wird ein Gelände von mindestens 400 Quadratmetern, an dem Zelte aufgebaut und eine Feuerstelle eingerichtet werden können. 

„Am liebsten würden wir in Neuried bleiben“, betont Märkl. Aber die Hoffnung ist gering, daher komme inzwischen auch ein Grundstück im Umlang infrage – „solange es von Neuried gut erreichbar ist“. 

Romy Ebert-Adeikis

Wer ein Grundstück besitzt, kann sich per E-Mail (stara-stamm-­baeren@googlegroups.com) an die Pfadfinder wenden.

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