Vorerst verschwindet es im Bauhof

Rettung der Ortsgeschichte: Ehrenamtliche holen Wandbild aus marodem Grundschultrakt

Christoph Oldenbourg präpariert das Wandbild in der alten Schule.
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Christoph Oldenbourg präpariert das Wandbild in der alten Schule.
Das Wandbild beinhaltet Teile der Ortsgeschichte.
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Das Wandbild beinhaltet Teile der Ortsgeschichte.
Das Wandbild beinhaltet Teile der Ortsgeschichte.
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Das Wandbild beinhaltet Teile der Ortsgeschichte.
Das Wandbild beinhaltet Teile der Ortsgeschichte.
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Das Wandbild beinhaltet Teile der Ortsgeschichte.
Gut 300 Arbeitsstunden hat Pflästerer mit einer Hand voll Ehrenamtlichen bislang in die Rettung gesteckt.
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Gut 300 Arbeitsstunden hat Pflästerer mit einer Hand voll Ehrenamtlichen bislang in die Rettung gesteckt.
Die Idee zur Rettung hatte Corinna Pflästerer (links). Christoph Oldenbourg geht ihr dabei zur Hand.
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Die Idee zur Rettung hatte Corinna Pflästerer (links). Christoph Oldenbourg geht ihr dabei zur Hand.
Das Gemälde wurde zum Schutz mit Papier und Holzplatten abgedeckt und die Konstruktion mit Polyurethan-Schaum fixiert.
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Das Gemälde wurde zum Schutz mit Papier und Holzplatten abgedeckt und die Konstruktion mit Polyurethan-Schaum fixiert.

Das Gebäude steht vor dem Abriss. Doch den dort befindlichen Kunstschatz wollte eine Gruppe Restauratoren nicht untergehen sehen...

Neuried – Wo einst Neurieder Grundschüler spielten und Gemeinderäte tagten, haben seit ein paar Wochen Restauratoren das Zepter übernommen. Ihre Mission: das Werk des Münchner Kunstmalers Wilhelm Braun zu retten, das dieser im alten Schultrakt hinterlassen hat.

Weil das Gebäude marode ist, muss es abgerissen werden. Dass damit auch ein dreiteiliges Wandbild aus den 60er Jahren verschwinden würde – das unter anderem die Neurieder Dorfkirche und das Schloss Fürstenried zeigt – wollte Corinna Pflästerer nicht akzeptieren: „Das hat so viel mit unserer Ortsgeschichte zu tun. Ich musste mich für den Erhalt einsetzen“, sagt die Neurieder Skulptur-­Restauratorin. Für ihr Vorhaben hat die Gemeinde ihr 10 000 Euro zur Verfügung gestellt, 4000 Euro wurden zudem gespendet.

Gut 300 Arbeitsstunden hat Pflästerer mit einer Hand voll Ehrenamtlichen bislang in die Rettung gesteckt. Die Helfer haben das Sgraffi­to­­ – ein Wandbild, das aus mehreren übereinander aufgetragenen Schichten farbigen Putzes entsteht – mit Papier und Holzplatten abgedeckt und die Konstruktion mit Polyurethan-Schaum fixiert. Danach wurde die Ziegelwand hinter dem Wandbild so weit wie möglich abgetragen. Fachliche Unterstützung gab den Rettern der Sollner Restaurator Christoph Oldenbourg.

Bei der Bild-Abnahme selbst sollen sie nun auch technische Hilfe bekommen – zumindest für den größten der drei Bild-Teile. „Das Problem ist, dass dieser trotz des Rückbaus der Ziegelwand etwa 350 Kilogramm wiegt“, erzählt Pflästerer. Darum soll in den nächsten Tagen die Neurieder Feuerwehr das Sgraffito mit Spezialgerät umkippen und abtransportieren.

„Wahrscheinlich wird es erstmal im Bauhof eingelagert.“ Dort wird es vermutlich auch längere Zeit bleiben: „Das Wandbild soll dann entweder in die neue Schule oder in das neue Rathaus“, teilt Gemeindesprecherin Inke Franzen mit. Dafür müssen beide aber erst gebaut werden.

Ebenfalls im Bauhof landen könnten vier Toilettentüren. Auf denen haben die Restauratoren nämlich weitere Kunstwerke von Braun gefunden – zwei Mädchen- und zwei Jungenportraits, die sie nun erhalten möchten. „Es ist eine Sensation, dass sie noch in einem solchem Zustand sind. Anscheinend wurden sie seit den 60er-Jahren nie übermalt oder beschmiert.“

Romy Ebert-Adeikis

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