Ackerland statt Wald

Der Aufruhr um den Würmtaler Wald geht weiter

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Seit Monaten wird gegen einen neuen Kiesabbau im Forst Kasten protestiert. Zuletzt kamen 300 Gegner am Marienplatz zusammen.

Der geplante Kiesabbau im Forst Kasten steht stark in der Kritik:  Ein Flächentausch wird gefordert, Sozialreferat winkt jedoch ab, weil Vergabe fast fix sein soll.

Neuried: In die Aufregung um ein neues Kiesabbaugebiet auf Flächen der städtischen Heiliggeistspital-Stiftung im Forst Kasten (Hallo berichtete) kommt keine Ruhe. Erst vergangene Woche haben etwa 300 Gegner des Vorhabens ihrem Ärger auf dem Marienplatz laut Luft gemacht. 

Und auch der Münchner Stadtrat könnte sich Mitte März ein weiteres Mal mit dem geplanten Abbau bei Neuried beschäftigen: Die Fraktion der Grünen-Rosa­ Liste hat beantragt, dass die Stadt der Stiftung Tauschflächen für die Grundstücke im Forst Kasten anbieten soll. „Vorrang haben dabei landwirtschaftliche Flächen, die sich im Besitz der Stadt befinden.“ 

Ganz neu ist die Idee nicht: Schon im Januar hatte die Initiative „Rettet den Würmtaler Wald“ diese an die zuständige Sozialreferentin herangetragen. Deren Antwort: Die Umsetzung der Idee sei „nicht zielführend“. „Grundsätzlich stellt sich bei einem Flächentausch immer die Frage der Gleichwertigkeit.“ Das heißt die Tauschfläche müsste auch Kiesvorranggebiet sein und ein vergleichbares Vorkommen des Rohstoffs vorweisen. „Allein diese Prüfung wäre bei Vorliegen einer geeigneten Fläche finanziell und zeitlich sehr aufwendig“, so Dorothee Schiwy. 

Gleiches gilt für den Stadtratsantrag, bestätigt ihr Referat Hallo. Die Antragssteller schreckt das alles nicht ab: Man setze darauf, dass die Sozialreferentin den Antrag „nicht mit einer derart lapidaren Antwort abspeisen“ wird. Falls das Referat dabei bleiben sollte und keine andere Idee vorlegt, „sind wir entschlossen, den politischen Druck zu erhöhen“, so Sprecher Markus Viellvoye. Dafür wolle man sich dann mit den Grünen in Neuried und der Landtagsfraktion abstimmen. 

Doch die Zeit drängt. Wie das Sozialreferat Hallo mitteilte, sei ein Flächentausch auch „mit Blick auf das fast vor dem Abschluss stehende Vergabeverfahren“ schwierig. Genauere Angaben könne man nicht machen, auch nicht dazu, wann die Prüfung des Vergabeverfahrens durch die Regierung von Oberbayern, die der Stadtrat im Dezember beschlossen hatte, beendet ist. 

rea

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