Dieser Radweg – kreuzgefährlich!

Gefährlicher Radweg: ADFC fordert Markierungen an Kreuzung am Neurieder Weg 

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Von Martinsried kommend queren Radfahrer wie Herbert Stepp oft erst eine Rechtabbiegespur für Autos – weil ein markierter Radweg über die Staatsstraße bislang fehlt.

Der Radweg ist neu, aber an der Kreuzung zur Lochhamer Straße fehlen Markierungen für Radfahrer. Eine gefährliche Situation und ein Streit über Zuständigkeit...

Martinsried/Gräfelfing – Gerade erst hat die Gemeinde Gräfelfing die Sanierung der Verbindungsstraße nach Martinsried, den Neurieder Weg, fertiggestellt (Hallo berichtete) – schon gibt es dort wieder Grund für Ärger. 

Der ADFC-Ortsgruppe und einigen Gemeinderäten aus Planegg und Gräfelfing fehlen markierte Übergänge für Fahrradfahrer zur Martinsrieder Lochhamer Straße. 

Hochgefährlich und entspricht nicht den geltenden Sicherheitsvorgaben

ADFC-­Mitglied Martin Feldner: „Dabei hat Gräfelfing seinen neuen Radweg vorbildlich ausgebaut.“ 

Aber: Radfahrer, die zwischen Gräfelfing und Martinsried verkehren, überqueren dabei die Würmtalstraße. Weil diese eine Staatsstraße ist, liegt eine Radwegmarkierung, eine sogenannte Radfurt, in der Verantwortung des Landratsamtes. 

„Und das weigert sich, etwas zu tun. Der ADFC fordert so eine Radfurt ja schon seit dreieinhalb Jahren“, betont Feldner. 

Für Radfahrer, die von Martinsried nach Gräfelfing kommen wollen, ist die Situation noch schlimmer: Weil auf Martinsrieder Seite eine markierter Radweg fehlt, nutzen viele den Gehweg, kreuzen dort eine Rechtsabbiegespur für Autos, bevor sie die Staatsstraße überqueren können. 

Erst im Juli musste ein 32-jähriger Radfahrer ins Klinikum gebracht werden, nachdem ihn dort ein nach rechts abbiegendes Auto erfasst hatte. „Es ist erstaunlich, dass nicht schon eher etwas passiert ist“, sagt der Planegger Gemeinderat Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21). 

Gemeinsam mit der Planegger SPD hat seine Fraktion jüngst beantragt, ein Sicherheitsaudit für die Kreuzung durchführen zu lassen. Das soll die Gefährdungsstellen aufzeigen und konkrete Verbesserungsmaßnahmen beurteilen. 

„Wir wollen mit unserem Antrag Druck machen“, 

sagt Stepp – zumal nach dem Ausbau des Neurieder Wegs die Attraktivität der Strecke für Radfahrer zunehmen könnte. 

Konkret soll das Sicherheitsaudit dazu Stellung beziehen, wie sich eine Verlängerung der Mittelinsel an der Würmtalerstraße auswirken würde. Natürlich sollen auch Radfurten für beide Fahrt­richtungen beurteilt werden. 

Eine ebenfalls beantragte Verkehrssimulation könnte zudem prüfen, ob die Maßnahmen Stau verursachen könnten. „Mit dem Argument hat die Gemeinde Planegg einen markierten Radweg auf Martinsrieder Seite bisher abgelehnt“, so Stepp. 

Skepsis besteht auch für eine Radwegmarkierung von Gräfelfing nach Martinsried weiter, wie das Landratsamt München auf Hallo-Anfrage mitteilt: „Eine Radfurt ist dann schwierig, wenn sie nicht entsprechend weitergeführt werden kann. Sie kann nicht an einem Gehweg enden.“ 

Auf Martinsrieder Seite fehle allerdings der Platz für einen separaten Radweg – sowohl auf der Fahrbahn als auch auf dem Gehweg. 

Romy Ebert-Adeikis

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