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Wegen Körperverletzung

Krailling: Nach Eskalation im Flüchtlingsheim – LKA ermittelt gegen Beamte

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Eigentlich wollten die Beamten nur einen randalierenden jungen Mann festnehmen. Doch plötzlich griff man sie an.

Schockierende Bilder taten sich vor einigen Tagen in Krailling auf: Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft attackierten Polizisten mit Steinen und Flaschen. Doch jetzt wendet sich das Blatt...

Update: 12. Juli

Krailling – Neue Entwicklungen zum Vorfall an der Kraillinger Flüchtlingsunterkunft: Jetzt ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) gegen einen beteiligten Polizisten. Wie ein Sprecher gegenüber Hallo bestätigte liegt eine Anzeige wegen Körperverletzung vor. 

Keine Stellungnahme konnte die Behörde derzeit dazu abgeben, von wem die Anzeige kam und auf was sich diese konkret bezieht. Allerdings war dem Asylhelferkreis Krailling zufolge bei der Festnahme eines Flüchtlings eine Frau verletzt worden. Ein Beamter hätte der Mutter des 18-Jährigen einen Arm gebrochen.

Laut LKA werden nun Zeugen sowie der Beschuldigte vernommen. Anschließend müsse die Staatsanwaltschaft den Fall beurteilen. „Das kann sich hinziehen“, so der LKA-Sprecher.

Vorfall auch im Landtag Thema

Auch im Bayerischen Landtag schlägt der Vorfall inzwischen Wellen. Die Stockdorfer Grünen-Abgeordnete Anne Franke hat eine Anfrage zum Plenum gestellt, die Hallo vorliegt. Diese muss die Staatsregierung bis Donnerstag, 18. Juli, beantworten. 

Demnach will die Landtagsabgeordnete wissen, wie es zum Armbruch der 73-jährigen kam, was genau den Polizei- Großeinsatz ausgelöst habe und warum außer dem 18-Jährigen weitere Bewohner der Unterkunft festgenommen wurden. 

Weil der Fall noch viele weitere Fragen offen lasse, plane Franke zudem eine „schriftliche Anfrage“. Deren Beantwortung werde jedoch circa sechs Wochen dauern.

Romy Ebert-Adeikis

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Erstmeldung: 28. Juni – Polizeibeamte mit Steinen und Flaschen beworfen

Krailling – Gegen 10 Uhr vormittags randalierte ein 18-jähriger Mann in einer Wohneinrichtung in der Kraillinger Hubertusstraße. Er griff Mitarbeiter körperlich an und bedrohte sie unter anderem mit dem Tod. Um der Lage wieder Herr zu werden, alarmierte man die Polizei.

Die eingetroffenen Polizeibeamten der Planegger Polizeiinspektion wollten den jungen Mann festnehmen. Doch dieser leistete massiven Widerstand. Beim Versuch den Mann zu beruhigen, wurden einige der Beamten leicht verletzt.

Weitere Anwesende wendeten sich gegen die Beamten

Doch damit nicht genug: Noch während der Festnahme solidarisierten sich laut Polizei mehrere weitere Bewohner der Unterkunft, die den Vorfall beobachtet hatten, mit dem 18-Jährigen. Sie griffen zu herumliegenden Gegenständen – darunter Steine und Glasflaschen. Auch der Streifenwagen wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen.

Um die Situation etwas zu entspannen, wurden zahlreiche weitere Beamte hinzugezogen. Diese konnten die Gruppe relativ schnell beruhigen und die Lage unter Kontrolle bringen.

Ermittlungen gegen die Steinewerfer laufen

Im Umfeld der Wohneinrichtung wurden neun Personen identifiziert, bei denen nun geprüft werden muss, ob sie für die Steinwürfe verantwortlich waren. Das Kommissariat 25 übernahm die Ermittlungen. Man ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch.

Der 18-Jährige wurde wegen Körperverletzung, Bedrohung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt.

Asylhelferkreis widerspricht Darstellung der Polizei

Der Asyl-Helferkreis Krailling widersprach in einer Presseerklärung der Darstellung der Polizei und spricht von ungerechtfertigter Kritik und einer starken Belastung für die bisher konstruktive Zusammenarbeit.

Den Helfern zufolge habe sich nur die Familie des 18-Jährigen gegen seine Verhaftung gewehrt. Dabei habe ein Polizist der Mutter den Arm gebrochen und einige Zähne ausgeschlagen. Die Schwester habe die Beamten mit Kieselsteinen beworfen. „Es gab keine Solidarisierung mit ihr und Angriffe von Seiten der übrigen Flüchtlinge.“

Ein Sprecher der Polizei München bestätigte gegenüber Hallo, dass beim Einsatz eine Frau derart verletzt wurde. „Wie genau es dazu kam und wer involviert war, werden Ermittlungen zeigen.“ Dass den Beamten eine Gruppe von Bewohnern entgegenstand – und nicht nur eine Familie – sei von den Kollegen vor Ort so geschildert worden, sagte der Sprecher.

Misstrauen gegen die Polizei rechtfertige keine Angriffe gegen die Polizisten selbst

Dem Polizeieinsatz vorausgegangen war am frühen Morgen eine sogenannte Begehung, also eine übliche Polizeikontrolle der Unterkunft gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern, bei der nach Fremdschläfern oder Betäubungsmitteln gesucht wird. „Diese ist aber ruhig verlaufen und war gegen halb 10 beendet“, so der Planegger PI-Leiter Thomas Sorgalla.

„Wir haben Verständnis dafür, dass einige Bewohner der Polizei misstrauen, weil sie in ihrem Land schlechte Erfahrungen mit dem Staat gemacht haben.“ Das rechtfertige aber keine Angriffe. Begehungen seien dazu da, Recht und Gesetz durchzusetzen - nicht, um Bewohner zu schikanieren. Mit seinem Widerspruch trage der Helferkreis aber zu einer solchen Sichtweise auf die Polizei bei. „Wir wollen keine Fronten eröffnen“, so Sorgalla.

Polizei München/reb/rea

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