Ort für Jahrzehnte prägen

Neues 2020 in Krailling – Was für Veränderungen werden kommen?

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Die Umgestaltung der Kreuzung Pentenrieder Straße/Margaretenstraße wird den Umbau der Ortsmitte 2020 einläuten.

Die Finanzen sind angespannt, trotzdem will Krailling 2020 eine der größten Baumaßnahmen seit Jahrzehnten beginnen.Wo die Gemeinde stattdessen sparen will, verrät Bürgermeister Rudolph Haux (FDP) im Interview mit Hallo...

Herr Haux, wenn Sie Krailling für 2020 ein Motto geben müssten. Welches wäre das? 

Unser Ort bekommt ein neues Gesicht. Wir haben die 2018 gescheiterte Ausschreibung für die Ortsmittengestaltung neu aufgelegt, sie steht bereits online. Die Auftragsvergabe wird dann im Frühjahr sein. Im besten Fall geht es noch heuer mit dem Bau los, definitiv aber 2021.   

Es wurde ja in den letzten Jahren viel darüber gestritten, dass der Umbau zu teuer ist... 

Durch die neue Ausschreibung können sich Firmen die Zeit für die Umsetzung der Maßnahmen besser einteilen. Wir erwarten dadurch bessere Preise. Außerdem müsste die Margaretenstraße und ihre Umgebung ohnehin saniert werden. Durch Fördermittel werden die Mehrkosten der Neugestaltung komplett aufgefangen. Wir zahlen nicht mehr, als wir für die Sanierung ausgeben müssten.   

Was wird die Umgestaltung nach aktuellen Schätzungen kosten? 

Dazu möchte ich jetzt keine konkreten Zahlen nennen. Aber die Neugestaltung wird einen unschätzbaren Mehrwert für unsere Gemeinde darstellen und sie für die nächsten 50 Jahre prägen.   

Bürgermeister Rudolph Haux (FDP) verrät im Interview mit Hallo, wie es mit Krailling 2020 weitergehen wird.

Womit wird der Umbau starten? 

Im Frühjahr wollen wir so schnell wie möglich die neue Würmbrücke anbinden und den vorgezogenen Teil des Umbaus beenden. Dann werden wir die Verkehrssituation an der Pentenrieder Straße und am Mitterweg ändern, so dass die Einfahrt in die Margaretenstraße in einem spitzeren Winkel erfolgt. Im dritten Teil wird die Margaretenstraße an sich abschnittsweise erneuert und zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit Tempo 20 umgestaltet. 2022 wollen wir fertig sein.   

Ein Hauptthema Ihres Bürgermeister-Wahlkampfs war die Sanierung der Grundschule. Wird da 2020 etwas passieren? 

Wir sind in der Ideenfindungsphase und überlegen in den Gremien, in welcher Form wir bei unseren finanziellen Möglichkeiten neu bauen oder sanieren können. Da müssen alle Varianten geprüft werden, weil das eine Entscheidung für die nächsten 50 Jahre ist.   

Apropos Finanzen: 2019 stand Krailling eher schlecht da. Wird sich daran heuer etwas ändern?

Eher nicht. Mittelfristig ist Krailling mit seinen Firmen sehr gut aufgestellt, aber zur Zeit dürfen wir nicht mit außergewöhnlichen Einnahmen wie noch 2017 rechnen. Wir haben für dieses Jahr schon einen Sparhaushalt verabschiedet, aber wahrscheinlich müssen wir noch weiter sparen.   

Woran zum Beispiel? 

Wir werden uns jeden einzelnen Zuschuss nochmal anschauen müssen, auch wenn wir die Vereine natürlich nicht im Regen stehen lassen werden. Vielleicht müssen wir die ein oder andere Ausgabe etwas verzögern. Es wird nächstes Jahr aus Kostengründen kein Kultart-Festival und Sommerfest geben und wir werden auch bei anderen Veranstaltungen wie Ehrungen versuchen, Kosten zu reduzieren.   

Eine Erweiterung der Kraillinger Innovationsmeile (KIM) könnte ja mehr Geld bringen. Die Firma EOS wollte sich eigentlich schon letztes Jahr vergrößern... 

Der EOS-Anbau verzögert sich, ist aber weiter geplant. Ich glaube, dass man die KIM nicht unbedingt erweitern muss. Aber wenn es für die Firmen notwendig ist, um bleiben zu können, gibt es natürlich Möglichkeiten, die ökonomisch sinnvoll und ökologisch vertretbar sind – zum Beispiel eine Arrondierung des Gewerbegebiets.   

2019 wurden auch ein Senioren-beirat gefordert. Wie geht es damit weiter? 

Den Seniorenbeirat wird es noch 2020 geben. Gerade erarbeiten wir aus verschiedenen Satzungen eine passende für Krailling. Die muss der Gemeinderat dann beschließen und wir danach eine Wahl organisieren. Das schaffen wir nicht mehr vor der Kommunalwahl, aber die Beiratswahl soll vor der Sommerpause stattfinden.   

Heuer ist Krailling seit 45 Jahren mit Paulhan in Frankreich befreundet. Wie wird gefeiert? 

Der Freundeskreis Krailling-Paulhan hat eine größere Delegation aus Paulhan vom 18. bis 23. Juni zu uns eingeladen und ein tolles, einwöchiges Programm organisiert, das die Gemeinde unterstützt. Zudem wird es einen Schüleraustausch vom College Paulhan und dem Otto von Taube Gymnasium geben, den wir auch bezuschussen.   

Was wird sich 2020 noch tun? 

Durch die Eröffnung der neuen Würmbrücke müssen wir einen sicheren Weg über die Gautinger Straße schaffen. Wir werden alles dafür tun, dort die Geschwindigkeit zu reduzieren.  Am liebsten wäre mir ein Tempolimit, dafür müssen wir mit dem Landratsamt sprechen. Es gibt aber auch bauliche Möglichkeiten. Wir werden heuer zudem den Überwachungsdruck erhöhen und mehr blitzen lassen. Und verstärkt Smiley-Geschwindigkeitsanzeigen einsetzen, auf jeden Fall in der Gautinger Straße, aber auch in Margaretenstraße, Mitterweg oder der Hermann-Aust-Straße.

Interview: Romy Ebert-Adeikis

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