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Mehr Sicherheit und mehr Komfort

Bürgerversammlung 2019: Das wünschen sich die Kraillinger von ihrer Gemeinde

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Offiziell verkehrsberuhigter Bereich, eigentlich aber auch Spielstraße: die Hermann-Aust-Straße. Die Anwohner fordern Maßnahmen, damit Autofahrer dort nicht mehr zu schnell fahren

Bei der diesjährigen Bürgerversammlung ging es den Kraillinger vor allem um eins: Sicherheit für die Kinder. Welche Stellen konkret im Gespräch waren und welche Lösungsvorschläge gemacht wurden...

Krailling – Dass ihre Straße nicht die befahrendste in Krailling ist, das wissen die Anwohner der Hermann-Aust-Straße. Und trotzdem stört sie der Verkehr. Genauer gesagt die Autofahrer, die den verkehrsberuhigten Bereich nicht ernst nehmen: „Unsere Straße hat keinen Gehweg, die Autos stehen in Parkbuchten. So wie die Straße gebaut ist, lädt sie zum Durchfahren ein“, erklärt Werner Zimnik (77) das Problem. „Nicht selten fahren Autos mit Tempo 40 oder 50 hier durch.“ Erlaubt ist aber nur Schrittgeschwindigkeit – also vier bis sieben Stundenkilometer.

Zahlreiche Familien mit Kindern leben in der Hermann-Aust-Straße. „Viele lernen hier Fahrrad fahren oder spielen draußen. Das macht die Straße so lebenswert“, sagt Zimniks Tochter Madrisa Kunkel (34). „Gerade als Schulweg sollte die Verkehrssituation hier mehr Beachtung erfahren“, findet auch Nachbar Dieter Redl. Mit den Autofahrern zu reden, bewirke nicht viel, wie er schon selbst erlebt hat. „Ich bin einmal von einer Frau beschimpft worden, weil ich langsam vor ihr hergefahren bin. Die hat später sogar versucht, mich wegen Verkehrsbehinderung anzuzeigen.“

Familien wollen Schutz vor Rasern

Die Polizeiinspektion in Planegg kennt Probleme wie dieses: Überall aus dem Würmtal würden sich Menschen an sie wenden, weil in bestimmten Straßen zu schnell gefahren würde. „Oft bewahrheitet sich dieser Eindruck aber nicht“, gibt PI-Chef Thomas Sorgalla zu bedenken. Gleichzeitig verspricht er: „Wir werden uns die Hermann-Aust-Straße anschauen und wahrscheinlich auch mal das Tempo messen.“

Mindestens ebenso wichtig ist den Familien, auch baulich darauf aufmerksam zu machen, dass die Hermann-Aust-Straße ein verkehrsberuhigter Bereich ist – und wofür das steht. „Viele denken tatsächlich, sie dürfen hier 30 Kilometer pro Stunde fahren“, hat Madrisa Kunkel im Gespräch mit Autofahrern erfahren. Sie und ihr Vater haben bereits Ideen, was helfen könnte. „Man könnte Wellen in die Straße einbauen, eine Tempo-Anzeige aufstellen oder die geltende Geschwindigkeit auf die Straße sprühen“, schlägt Werner Zimnik vor. Auf jeden Fall fordert er das Umhängen der Schilder am Straßeneingang, so dass diese nicht in den Bäumen verschwinden, sondern auf Kopfhöhe hängen. „Das sind Maßnahmen, die wenig kosten und schnell erledigt sind“, so Kunkel.

Mit den Vorschlägen ist die Familie bereits im Gemeinderat vorstellig geworden. Bei der Bürgerversammlung in Krailling konnte Bürgermeister Rudolph Haux (FDP) bereits eine erste gute Nachricht verkünden: „Wir schauen gerade, was wir tun können.“ So werde geprüft, ob Pflastersteine in Straßen eingelassen werden können, um Autofahrer aufmerksam zu machen. Zudem werde aktuell eine zweite Geschwindigkeitsanzeige erworben, so der Bürgermeister.

Romy-Ebert-Adeikis

Bär: „Zebrastreifen auch hervorheben“

Michael Bär aus der Luitpoldstraße mit seinem Sohn Jonas.

Mehr Sicherheit für Fußgänger forderte bei der Bürgerversammlung auch Michael Bär aus der Luitpoldstraße. Konkret geht es dem 38-Jährigen um die drei Zebrastreifen in der Straße. „Sie sind alle ein bisschen verblichen und gerade wartende Kinder sind schwer zu sehen, weil direkt davor auch geparkt wird“, sagt Bär. Oft würden Fußgänger an den Übergängen daher schlicht ignoriert. „Wenn man sieht, wie andere Städte auf Zebrastreifen hinweisen, macht Krailling gerade so das Mindeste.“ Gut vorstellen könnte sich der Vater zweier Kinder, den Fußgängerüberweg leicht zu erhöhen oder ihn rot zu unterlegen.

Bade-Oase nur für „Hartgesottene“

Keine Badegäste zu sehen: Der Berger-Weiher ist  verschlammt und wird daher kaum noch zum Schwimmen genutzt.

Krailling – Das Würmbad geschlossen, der Berger-Weiher voll Schlamm: Die Badesituation in Krailling ist einigen Bewohnern ein Ärgenis. „Wir haben mitten im Ort eine kleine Oase, die man aber nur nutzen kann, wenn man ganz hartgesotten ist“, beschrieb P. Flasshoff (48) in der Bürgerversammlung den Kraillinger Berger-Weiher. 

Noch vor ein paar Jahren war sie mit ihren Kindern oft im See schwimmen, genauso wie viele andere. „Es war die ideale Mischung aus Babyschwimmbecken und Jugend­treff und total belebt.“ Inzwischen kenne sie keine einzige Familie, die dort noch schwimmen gehe. „Das ist schon sehr bedauerlich“, so Flasshoff.

In der Versammlung schlug sie vor, zumindest den Schlamm auszubaggern, „damit sich nicht nur die Enten und Karpfen hier wohlfühlen“. Für Bürgermeister Rudolph Haux keine effektive Lösung. Denn Schlamm und Dreck komme über den Würm-Zufluss immer wieder in den Weiher. „Wahrscheinlich bräuchte man einen größeren Umbau und müsste ein Absetzbecken einrichten. Dieses Jahr wird das sicher nicht hinzukriegen sein“, antwortete Haux auch im Hinblick auf die klammen Finanzen der Gemeinde.

Natürlich müsse die Ertüchtigung wirtschaftlich verträglich sein, gibt ihm Flasshoff im Gespräch mit Hallo recht. Ein Entenzaun oder die Reinigung des Badestegs findet sie trotzdem dringend angebracht.

Definitiv nicht mehr wiederkommen wird die Schwimminsel im Berger-Weiher, wie Haux bekannt gab. Sie wurde 2016 nach dem tödlichen Badeunfall eines 16-Jährigen abgebaut. Dafür muss die angrenzende Würmbrücke bald saniert werden. Dafür würden 600 000 Euro in den Haushalt gestellt, so Haux.

Noch bis 31. Juli Anliegen online einreichen

Ihre Anliegen vorbringen können die Krailling auch nach den Bürgerversammlungen. Dafür hat die Gemeinde erstmals ein Kontaktformular auf der Homepage der Gemeinde Krailling eingerichtet, zu finden unter:

https://www.krailling.de

Es ist noch bis Mittwoch, 31. Juli, online. Neben Textbeiträgen können auch Bilder im PDF-Format der Gemeinde so zugeschickt werden.

Eine große Auswahl weiterer Würmtal-Themen finden Sie in unserer Übersicht.

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