Wald soll bleiben

Krailling: Bannwald von Abholzung bedroht – CSU-Antrag könnte Vorhaben abmildern

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Seit Jahren kämpfen einige Naturschützer um Silvia Roelcke gegen die geplante Abholzung des Grüns.

Muss das Grün entlang der Rudolf-von-Hirsch-Straße einem Bebauungsplan weichen? Anwohner befürchten das Schlimmste.  Deshalb will die CSU eine Bebauung im Voraus ausschließen lassen.

Krailling – 5000 Quadratmeter Bannwald sollen einem Betreuten Wohnen neben dem Altenheim Maria Eich weichen – zumindest wenn es nach der Schober-Stiftung und dem Gemeinderat Krailling geht. 

Seit Jahren kämpfen einige Naturschützer um Silvia Roelcke gegen das Vorhaben, auch um zu verhindern, dass noch mehr Grün entlang der Rudolf-von-Hirsch-Straße verschwindet. Ihre Petition scheiterte aber kürzlich im Landtag.

Antrag der CSU kommt Naturschützern entgegen

Allerdings könnte der Gemeinderat der Gruppe jetzt in einem anderen Aspekt des Streits entgegenkommen: Die CSU-Fraktion hat beantragt, den Wald zwischen Drosselweg und dem geplantem Betreuten Wohnen dauerhaft freizuhalten. „Weder jetzt noch in planbarer Zukunft“ sollen dort Straßen verlängert oder neue Baugebiete ausgewiesen werden, heißt es in dem Beschlussvorschlag.

Genau das würden insbesondere Anwohner seit dem geplanten Betreuten Wohnen befürchten, so Antragsstellerin Ute Richter. „Diesen Bedenken will der Gemeinderat hiermit entgegentreten.“ Damit wolle man entsprechenden Gerüchten der Gegner des Betreuten Wohnens entgegentreten, so Richter.

Vorstoß wird skeptisch gesehen

Die beurteilen den Vorstoß eher skeptisch. „Schaden kann es nicht, dass der Wald rund herum grün bleibt. Denn mit dem Bau des Betreuten Wohnens gibt es auf jeden Fall die Gefahr eines Lückenschlusses“, sagt Silvia Roelcke auf Anfrage von Hallo. „Die Frage ist aber, wie der Gemeinderat dauerhaft definiert.“

Aus Roelckes Sicht ist ohnehin ein Neubau schon einer zu viel: „Der Bannwald ist ein sehr sensibles Gebiet, wenn er einmal bebaut ist, ist das irreversibel“, so die Umweltschützerin. So seien kürzlich nördlich des Drosselwegs zwei Waldkauz-Paare mit Jungtieren entdeckt worden. Auch Urkäfer sind in dem Gebiet angesiedelt, wie ein Vortrag zeigt.

Über den CSU-Antrag hat der Gemeinderat Dienstagabend beraten. Die Entscheidung stand zu Redaktionsschluss noch aus.

Romy Ebert-Adeikis

Vortrag über „Käfer und Käuze“

„Vom Schutz der Schöpfung im Klosterwald Maria Eich“ spricht am Donnerstag, 25. Juli, Michael Wagner von der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis München. Sein Vortrag beginnt um 19 Uhr im Augustinerkloster Maria Eich, Zu Maria-Eich 1. Der Eintritt ist frei.

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